titel.png

Startseite > Kronberg
(S)TÜRMisches

Hausverwaltungen sollten Ansprechpartner für Wohnungseigentümer oder Mieter sein, ihnen helfen, wenn Heizung oder Warmwasser nicht funktionieren, Handwerker schicken, notwendige Umbauarbeiten in Auftrag geben und beaufsichtigen und den Hausbesitzern die Abrechnungsarbeit abnehmen. So jedenfalls hatte ich bisher ihre Aufgabe gesehen. Dabei kann schon genug schief laufen, erzählte mir kürzlich ein guter Freund. Er ist Bauingenieur, hat eine Eigentumswohnung und in der Hauseigentümerversammlung angeregt, in der Waschküche Podeste für die Waschmaschinen bauen zu lassen, damit die Maschinen nicht im Wasser stehen, wenn einmal ein Anschluss oder Schlauch kaputt gehen sollte. Diese Podeste hätten maximal zehn Zentimeter hoch sein müssen, denn Wasser läuft bekanntlich auch über Türschwellen und würde sich im schlimmsten Fall im gesamten Kellergeschoss ausbreiten. Als aber die Hausverwaltung tätig geworden war, wollte er seinen Augen nicht trauen: Sie hatten einen halben Meter hohe Podeste bauen lassen. Mit der Folge, dass die Abwasseranschlüsse nun nicht mehr zugänglich sind. Und die können schließlich auch defekt werden. Dann müssen die Podeste aufgestemmt werden. Eine kostenintensive Arbeit, abgesehen von dem enormen Aufwand an Material, der jetzt in seinem Keller verbaut wurde. Auch als die Hausverwaltung an einer Außenwand der schlichten weißen Häuser ein kleines Dach anbringen lassen sollte, um einen darunter liegenden Lichtschacht vor Regenwasser zu schützen, leistete sich die Hausverwaltung auf Kosten der Eigentümergemeinschaft etwas ganz Besonderes: Eine Konstruktion aus Schieferschindeln, die mit Kupferverkleidungen an der Wand befestigt sind. Sie würde zu jedem Gebäude im rustikalen Landhausstil passen, nicht aber zu der modernen Fassade dieses Hauses, wo sie als Fremdkörper völlig deplatziert wirkt. Ein einfaches Dach hätte zudem deutlich weniger gekostet. Als jetzt der Hausbesitzer einer guten Freundin auch eine Hausverwaltung einstellte, dachte sie sich nichts Schlimmes dabei. Doch dann wurde sie eines anderen belehrt. Als sie nämlich Fragen zur Nebenkostenabrechnung hatte – ihrer Ansicht nach waren die Hausmeisterkosten um das Doppelte gestiegen – bekam sie statt einer plausiblen Antwort eine Mahnung plus unglaublicher 17,85 Euro Mahngebühr. Sie hatte zum festgesetzten Termin die Rechnung noch nicht beglichen, schließlich wollte sie erst wissen, was mit den Hausmeisterkosten war. Auf ihren empörten Protest, den sie in Kopie auch ihrem Vermieter schickte, erfuhr sie von diesem, dass die letzte Abrechnung nur den Zeitraum von einem halben Jahr umfasst hatte. Jetzt hat sich ihre Hausverwaltung etwas Neues ausgedacht. An ihrem Fahrrad, das seit Jahren in dem Raum mit den Stromzählern steht und dort niemanden aus dem Haus stört, wie ihr bei einer kurzen Umfrage bestätigt wurde, klebte folgender Zettel: „Wem gehört dieser Gegenstand? Sehr geehrter Bewohner, gemäß Ihrer Hausordnung ist das Abstellen von persönlichen Gegenständen nicht auf Flächen der Gemeinschaft zulässig. Wir bitten Sie, diesen Gegenstand zu entfernen. Sollte kein Eigentümer gefunden werden, wird die Verwaltung auf Kosten der Gemeinschaft für die Entsorgung Sorge tragen.“ Abgesehen von den sprachlichen Unebenheiten verrät dieser Zettel eine Blockwartsmentalität übelster Sorte. Da schleicht jemand durchs Haus und kontrolliert die Mieter. Wenn das auch zu den Aufgaben von Hausverwaltungen gehört, möchte ich mit keiner zu tun bekommen, meint da

X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert

Laden