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(S)TÜRMisches

Wer sich in diesen Tagen an die WM 2006, das Fußballmärchen in Deutschland, erinnert, der verfällt unweigerlich in Nostalgie. Wie glücklich waren die Fans, wie frei, herrlich entspannt und durchgehend fröhlich. Dabei hätte das keiner den angeblich so nüchternen, freudlosen Deutschen überhaupt zugetraut. Die Welt hatte sich damals gründlich geirrt, aber seitdem hat sie sich auch grundlegend verändert. Überall gibt es nicht nur Kriege und bisher unvorstellbare Krisen, sondern wir alle sind auch ständig bedroht von gefährlichen Wahnsinnigen, die uns ins Mittelalter zurückbomben wollen. Der Sport sollte ja eigentlich ein Lichtblick in dem ganzen Elend sein, aber der Fußball ist es nicht mehr. Bekanntlich mutierte er in der Zwischenzeit noch viel deutlicher zu einer Gelddruckmaschine, und die FIFA steht eigentlich der guten alten Mafia in nichts mehr nach. Heutzutage gewinnt immer der, der die meisten und reichsten Investoren hat und/oder am besten schmiert. Nicht nur die Austragungsländer werden eingekauft, sondern auch die Superstars in den Vereinen. Wer am meisten bietet, der gewinnt, und das ist bei der UEFA auch nicht anders. Anlässlich der aktuellen EM hat man sich da auch noch den unsäglichen Erdogan zum Vorbild genommen und zensiert seit Neuestem die Bilder, die die Herren gütigst gewillt sind, dem zahlenden Publikum zu zeigen. Es soll nämlich auf keinen Fall mitbekommen, wie sich die „Fans“ vor und nach den Spielen oder um das Stadion herum gegenseitig zusammenschlagen. Die Ursachen für solche Szenen dürften darin zu suchen sein, dass die Grande Nation zwar sämtliche Stadien von sehr viel Polizei bewachen lässt, um vor durchaus möglichen Terrorakten des IS geschützt zu sein. Aber dabei hat sie offenbar die Rechnung ohne die internationale Hooligan-Szene gemacht, die extrem aggressiv geworden ist. Unsere Nachbarn hielten es wohl nicht für nötig, genügend speziell geschulte Polizisten aus den Ländern anzufordern, in denen man sich mit den eigenen Hooligans und der rechtsradikalen Szene schon gut auskennt. Es geht aber noch viel schlimmer, denn während in den französischen Stadien vorerst nur die Fäuste fliegen, wurde in Amerika zeitgleich das Trommelfeuer auf sorglose Menschen gerichtet, die einfach nur in Feierlaune einen Club in Florida besuchten. Fast 50 Tote und ebenso viele Verletzte wurden gemeldet, und man kann nicht fassen, dass es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schon wieder einen so furchtbaren Amoklauf gegeben hat! Schon gar nicht möchte man daran denken, wie der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, nach Kräften unterstützt von der „National Rifle Association“, das Massaker für seinen Wahlkampf ausschlachten wird. Ganz bestimmt nicht im Sinne eines Aufrufs zu Solidarität und intelligente rEntschlossenheit gegenüber einem derartig wüsten, bewaffneten Angriff auf eine freie Gesellschaft!

Hoffen wir, dass es wenigstens in Europa in den nächsten Tagen insgesamt wieder etwas freundlicher zugeht. Das und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen

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