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(S)TÜRMisches

Ein verdammt heißer Sommer dieses Jahr: Temperaturen über 35 Grad und Sonne satt. Glücklich, wer Zeit fürs Schwimmbad oder für den Waldsee hat, wer nach Feierabend im Schatten eines Baumes sitzen kann, statt in überhitzten Stadtwohnungen. Und jetzt raten Sie mal, welches Thema die Menschen bewegt? Nicht etwa freie Liebe im Wald und die Zeckengefahr, nein: der Vitamin D-Mangel. Der soll nämlich angeblich die gesamte Bevölkerung im Griff haben: Deutschland einig Mangelland. Dabei reicht doch bekanntermaßen ein zehnminütiger Spaziergang in der Mittagssonne und gesunde Ernährung, sprich (fetter) Fisch, Obst und Gemüse. Früher hieß die Mangelerscheinung Rachitis und führte zur Verformung des Skeletts bei Kindern, die nicht in der Sonne spielen konnten, weil sie in dunklen Fabrikhallen und teilweise sogar unter Tage arbeiten mussten.

Sind die Zeiten nicht vorbei? Eine Apothekenauslage brachte das Paradox an den Tag. Da wurden Sonnenschutzcremes Faktor 50, sogenannte Sunblocker, die unsere Haut vor Sonne schützen sollen, feilgeboten neben Vitamin D-Pillen. Im Klartext: Sonnenschutz verhindert die Bildung von Vitamin D, das dann zusätzlich zur Nahrung eingenommen werden muss. Dem mündigen Bürger ist’s recht, der kauft sich ohne Murren die Nahrungsergänzungsmittel, auch gern online, und so wandern mindestens 1 Euro pro Tag und Verbraucher über den Apotheker-Tresen. Wohl dem, der über funktionierende Nieren und Leber, die das alles wieder ausscheiden, und ein prall gefülltes Portemonnaie verfügt. Nebenwirkungen kommen bei „gesunden“ Pillen ja so gut wie nie zur Sprache. Fakt ist, dass sich eine ganze Industrie am Gesundheitswahn einer Gesellschaft gesundstößt, die in Form von Nahrungsergänzungsmitteln schöne Gewinne bescheren. Günstige Produkte kommen von überallher, werden aber des Öfteren wegen Verunreinigungen vom Zoll beanstandet. Den Pharmakonzernen wird im gleichen Atemzug Profitsucht unterstellt, wenn sie hochwirksame, aber eben „ungesunde“ Medikamente gegen (lebensbedrohliche) Krankheiten verkaufen (und diese vorher erforschen!).

Pillen sind gut, Spaziergänge an der frischen Luft besser – und zwar ungeschützt – ein bisschen Spaß muss sein! Nach dem Motto: Sich regen bringt Segen, genießen sie sorgenfrei den Sommer, ohne Gedanken an Hautkrebs und andere Katastrophen. Ich meine, keine Sonne ist auch keine Lösung!

Liebe Mitmenschen, hört auf zu jammern, schwärmt aus in die schöne Natur bei strahlendem Sonnenschein! Seid mal so richtig draufgängerisch und riskiert ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut, räkelt Euch im Liegestuhl: Zehn Minuten, die gut tun! Auch der Seele.

Oder nehmt Lebertran! Ihr habt die Wahl...

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