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(S)TÜRMisches

Ein mörderischer Sommer sorgt für Entsetzen. Es scheint da draußen nur so zu wimmeln von religiösen Fanatikern mit Äxten, Lkws und Sprengstoffgürteln, vor blutjungen Verrückten, die sich im Darknet Waffen besorgen, ganz zu schweigen von selbst ernannten Diktatoren, die vor Folter und Todesstrafe gegen ihre eigenen Bürger nicht halt machen. Jeder Anschlag macht betroffen und man erschrickt über die Verletzlichkeit unserer heilen Welt. Die Toten und Verletzten waren unschuldig und nur zufällig im Brennpunkt – das ist besonders bitter. Die Zerstörung zeigt uns auf schmerzliche Weise, welche Werte es zu verteidigen gilt, allen voran die Freiheit. Die Freiheit zu wählen und zu sagen, was wir denken, die Freiheit zu handeln und die Freiheit zu reisen. Wir leben relativ ungestört in einem Paradies, das uns Wohlstand und Sicherheit bietet und darüber sollten wir uns jeden Tag freuen. Doch es gibt die, die nicht „dazugehören“ und die uns mit feigem Mord an unserer empfindlichsten Stelle treffen wollen und einen mörderischen Fingerabdruck hinterlassen, weil es eine höhere Macht oder ein perfides Kopfkino befiehlt. Über die Liveticker der Medien sind wir über jedes öffentliche und private Drama überall auf der Welt sofort informiert – da platzt einem der Schädel und unendlich traurig schleppt man sich durch den Tag! Ein leiser Anflug von Panik macht sich breit. Was ist zu tun, wie kann ich mich und meine Familie schützen, wer sind die Schuldigen? Am besten zuhause bleiben und keinen mehr reinlassen? Das macht auf Dauer einsam. Sich bewaffnen ist hierzulande (Gottseidank!) verboten und würde im Ernstfall nichts bringen. Viele beschwören schon die Apokalypse nach dem Motto: „So schlimm war es in diesem Land noch nie!“ oder deutlicher: „Da ist was rübergeschwappt, was hier nicht hingehört“. Zahlen sind kein Trost, aber helfen vielleicht, die Situation zu relativieren. Sehnen Sie sich lieber nicht nach der guten alten Zeit! Da gab es 1972 das Attentat bei den Olympischen Spielen in München, 1974, auf dem Höhepunkt des Nordirland-Kriegs, starben 403 Menschen, 1977 der Deutsche Herbst, 1988 Lockerbie mit 437 Toten. Oder wünschen Sie sich die Zeit des Kalten Kriegs zurück, wo man Angst haben musste, dass jemand auf den falschen Knopf drückte? Also wann war der Stichtag, als die Welt schlechter wurde und das Chaos begann? Viele tun so, als wüssten sie, wie die Ordnung wiederherzustellen ist. Allen voran die CDU, die brandaktuell eine „Abschiedskultur“ postuliert, die ein unerhörter Zynismus ist, weil sie die Opfer der letzten Tage zu Wahlzwecken instrumentalisiert. Die AfD hat selbstverständlich auch eine populistische, aber utopische Lösung parat: Die Grenzen dicht machen. Willkommen auf der Insel! Bleiben Sie am besten ruhig und gelassen und hüten Sie sich vor allzu heißen Köpfen. Jeder persönliche aggressive Aktionismus richtet sich gegen die Falschen und zerstört die Grundfeste der Gesellschaft. Die Mehrheit in unserem Land möchte friedlich zusammenleben und hilft Mitmenschen in Not, darauf können wir bauen. Hinschauen und nicht wegschauen, wenn uns etwas seltsam vorkommt, lautet die Devise. Es besteht die reale Chance, den einen oder anderen mit einem guten Wort und einer guten Tat zu beweisen, dass es sich lohnt, für diese Gemeinschaft einzusetzen und auf den Pfad der Tugend zu locken. Also keine Panik: Die Statistik sagt, dass es unwahrscheinlich ist, hierzulande einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Passen Sie lieber auf, wenn Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren. 2015 gab es 3.459 Unfalltote. Sollten wir nicht lieber die Autos abschaffen?

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