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(S)TÜRMisches

Wussten Sie schon, dass das Finanzamt Säumniszuschläge erhebt, selbst wenn man gar keine Steuern zu zahlen hat? Diese erstaunliche Erfahrung hat jetzt eine Freundin mit dem Finanzamt Bad Homburg gemacht. Sie ist selbstständig und verdient im Jahr so wenig, dass sie nicht umsatzsteuerpflichtig ist. Das hatte ihr vor sechs Jahren ein Finanzbeamter höchst unwirsch erklärt: Wer weniger als 17.000 Euro im Jahr verdient, müsse keine Umsatzsteuer zahlen. Vergangenes Jahr machte sie ihre Lohnsteuererklärung mit einem neuen Computerprogramm, mit dem sie – wie sie mir erzählte – bis weit nach Mitternacht kämpfte. Schließlich unterschrieb sie den Begleitbrief ans Finanzamt, die Lohnsteuererklärung, raffte alle Papiere, die der Drucker ausgespuckt hatte, zusammen, steckte sie mit allen Belegen in einen großen Briefumschlag und brachte das Paket am nächsten Morgen zum Finanzamt. Kurze Zeit später bekam sie von dort einen Brief mit der Aufforderung, ihre Steuererklärung zu unterschreiben. Da sie sich ganz sicher war, sowohl Brief als auch Lohnsteuererklärung unterschrieben zu haben, fuhr sie eigens zum Finanzamt, um sich vor Ort zeigen zu lassen, wo ihre Unterschrift fehle. Aber sie wurde bei der Sachbearbeiterin gar nicht erst vorgelassen. Am Telefon vor der Pförtnerloge teilte ihr die Dame mit, es fehle die Unterschrift unter der Umsatzsteuererklärung. Aber sie sei doch gar nicht umsatzsteuerpflichtig, entgegnete meine Freundin. Ihre Unterschrift fehle, beharrte die Finanzbeamtin und forderte sie auf, diese auf einem Vordruck beim Pförtner zu leisten. Was sie denn auch brav, wenn auch kopfschüttelnd tat. Anfang Januar bekam sie dann einen Riesenschreck, denn das Finanzamt schickte ihr eine Mahnung: Sie habe über 900 Euro Umsatzsteuer plus neun Euro Mahngebühr zu zahlen, sonst würden Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet, beispielsweise die Pfändung ihres Bankkontos. Sofort fuhr sie wieder zum Finanzamt nach Bad Homburg, zog sich eine Nummer, wartete eine Stunde und erklärte dann einem dieses Mal sehr netten Beamten, sie habe in ihrem Leben noch keine Umsatzsteuer zahlen müssen, das sei sicher ein Irrtum. Was er ihr auch bestätigte, denn bei ihrem geringen Jahreseinkommen müsse sie keine Umsatzsteuer zahlen. Auf seinen Anruf erschien die zuständige Sachbearbeiterin in der Beratungsstelle und präsentierte einen Computerausdruck mit einer Umsatzsteuererklärung. Die Freundin hatte also bei ihrem Kampf mit dem Computerprogramm offensichtlich einen Fehler gemacht. Was die Sachbearbeiterin aber ebenso hätte merken müssen wie ihr Kollege in der Beratungsstelle, schließlich hatte sie alle Unterlagen auf dem Tisch liegen. Um die Kuh vom Eis zu bekommen, machte meine Freundin also auf Anraten des Beamten in der Beratungsstelle eine neue Umsatzsteuererklärung, schrieb überall wo erforderlich eine Null ins Formular, unterschrieb es und fuhr zurück nach Kronberg. Kurze Zeit später forderte ihre Sachbearbeiterin sämtliche Rechnungen an, um zu prüfen, ob sie tatsächlich keine Mehrwertsteuer erhoben habe. Sie druckte sie also alle noch einmal aus und schickte sie ans Finanzamt. Vor einigen Tagen nun erhielt sie endlich den Umsatzsteuerbescheid, der ihre Umsatzsteuer auf Null festsetzte. Als sie das Papier zufrieden zu ihren Unterlagen stecken wollte, fiel ihr ein Zusatz auf: Sie habe 18 Euro Säumniszuschläge zu zahlen. Und jetzt grübelt sie, wieso bei einer Forderung über Null Euro Umsatzsteuer 18 Euro Säumniszuschläge anfallen können. Das versteht ebenso wenig

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