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(S)TÜRMisches

Wie heißt es bei Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer so beschwingt: „Mach Dampf mit deiner Eisenbahn – mit der man gut verreisen kann“. Claus Weselsky, deutscher Lokführer und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und seine Mannen dagegen sind auf Krawall gebürstet und drücken gewaltig auf die Bremse. Verreisen kann man mit ihnen nur, wenn die Kohle stimmt und dafür soll der Gewerkschaftsfunktionär aus dem Osten sorgen. Und das obwohl nur ein Drittel der Gewerkschafter den Streik befürwortet. Auf Twitter machen die Menschen, die mangels Auto oder Flugzeug, jeden Morgen zu ihrem Arbeitsplatz aufbrechen und abends auf demselben Weg wieder nachhause wollen, ihrer Wut Luft. Die Vorstände der Bahn, „die ihre Boni versaufen und in Champagner baden“ (Zitat Weselsky), die ihn „verarschen“, trifft er mit dem Ausstand freilich nicht, die setzen sich nämlich ins schallgedämpfte Auto zu ihrem Chauffeuer und lassen sich ins Büro fahren. Es ist ärgerlich und inzwischen willkürlich: Die Gewerkschaft triftt die kleinen Leute, die bestimmt nicht zum Spaß die Bahn nutzen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Nun droht der achte Ausstand und der soll noch länger dauern als der letzte, der ganze sechs Tage dauerte, denn ein Streik ist nur dann effizient, wenn er weh tut. Allmählich bleibt die Bahn auf der Strecke und Weselskys markige Sätze hören sich eher nach Klassenkampf an als nach Tarifverhandlung. Klar, ihm läuft die Zeit davon, und er wittert eine Verzögerungstaktik der Bahn, da im Sommer das Tarifeinheitsgesetz droht. Das Streikrecht könnte gesetzlich geändert werden, wie es in vielen europäischen Ländern bereits der Fall ist, zumindest für den Bereich der Daseinsvorsorge wie Verkehr, Gesundheit, Bildung und Erziehung. Gewinner des Streiks sind übrigens die Autovermieter wie Sixt mit genialem Werbeslogan „HDGDL GDL!“ (sie wissen schon: „Hab dich ganz doll lieb GDL!“)

Auch um kleine Leute geht es beim Streik der Erzieherinnen (pardon und Erzieher!), die ja heute mehr können – müssen –, um die hehren Ziele der ehrgeizigen Eltern zu erfüllen. Singen und basteln war gestern, als es noch Kindergärtnerinnen gab – wie friedlich das klingt... Heute wird schon im Babyalter eine Fremdsprache spielend ans Kind gebracht. Motorische Fähigkeiten werden trainiert, Theaterstücke einstudiert, damit auch ja kein verborgenes Talent durch die Lappen geht. Flötenkonzerte ab drei mögen kein Ohrenschmaus sein, gelten aber als aufbauend fürs kleine Selbstbewusstsein. Ja, ja, liebe Eltern, alles hat seinen Preis! Für dieses taffe Programm braucht das Land der working-moms-and-dads Erzieherinnen mit Sonderausbildung. „Gute Arbeit – gutes Geld!“ und jetzt eben eine Auszeit für alle.

Pfingsten steht vor der Tür und wie es aussieht, bleiben am besten alle zuhause, die Großen und die Kleinen, rücken näher zusammen, erkunden zu Fuß oder per Fahrrad die Region und ersparen sich den Reisestress, denn egal ob mit Auto, Bus oder Bahn, der nächste Stau wartet schon.

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