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(S)TÜRMisches

An den langen warmen Sommerabenden der vergangenen Wochen, an denen man sich erst nach dem Abendessen mit seinem Glas Bier oder Wein auf die Terrasse oder den Balkon setzen konnte, ohne dass einem gleich der Schweiß ausbrach, konnte man herrliche Licht- und Farbspiele am Himmel beobachten. Die untergehende Sonne tauchte den Himmel in ein prächtiges Farbenmeer, das sich innerhalb weniger Minuten immer wieder änderte. Waren es an einem Abend eher die Pink- und Rosatöne, die sich, je später es wurde, in ein dunkles Lila verwandelten, ehe langsam die Dunkelheit hereinbrach und die Sterne nach und nach am Firmament erschienen, waren es an einem anderen Abend alle Schattierungen von Gelb bis hin zu einem satten dunklen Orange und schließlich Feuerrot, die den Himmel erglühen ließen. „Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut. Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut, gleich holt sich’s der Abgrund“, fiel mir bei diesem Anblick aus längst vergangenen Schulzeiten die Ballade „Nis Randers“ von Otto Ernst ein, die ich damals mit Begeisterung gelernt und geliebt habe. An einem Abend konnte man, nachdem es richtig dunkel geworden war, Sternschnuppen beobachten: den Sternschnuppenschwarm der Perseiden – ein beeindruckendes Himmelsschauspiel. Aber auch an Abenden, an denen nichts derart Spektakuläres zu erwarten war, gab es immer wieder Lichterphänomene zu entdecken: Hinter den Fenstern in den Nachbarhäusern das kalt-bläuliche, sich stetig wandelnde, heller und dunkler werdende Licht der Fernsehgeräte, in einem anderen Fenster eine Lichtorgel, die nach und nach langsam alle Farben des Regenbogens erscheinen ließ – wahrscheinlich wohnt dort ein Kind –, am Himmel die rot-grünen Positionslampen der Flugzeuge und noch höher leuchtende Satelliten, die langsam ihre Bahn zogen. Auf manchen Balkonen flackerten Windlichter, auf anderen wurde gegrillt und gefeiert. Immer wieder klang fröhliches Lachen durch die ansonsten stille Nacht. An einem Abend entdeckte ich dann etwas Neues, vorher noch nie Gesehenes. Da glomm in regelmäßigen Abständen ein kaltes blaues Licht auf einem Balkon auf und erlosch ebenso schnell wie es angegangen war. Es dauerte eine ganze Weile bis ich dahinter kam: Da rauchte jemand eine elektrische Zigarette. Erst im Urlaub hatte ich zum ersten Mal ein solches Ding bei einem Hotelgast aus der Nähe gesehen und mich gewundert, denn diese Zigarette bleibt so lang wie sie ist, auch wenn sie geraucht wird. Dass sie aber ein bläuliches Licht von sich gibt, hatte ich bis dahin nicht gewusst. Inzwischen werden die Tage zusehends kürzer, wird es täglich etwas eher dunkel, gehen die Lichter hinter den Fenstern der Nachbarhäuser oder auf den Balkonen eher an. Die Faszination an den Schauspielen aber bleibt, ist inzwischen für mich spannender geworden als ein Spielfilm oder „Tatort“ im Fernsehen, bei dem mir nach spätestens zehn Minuten aufgeht: Den hast du schon einmal gesehen – auch wenn ich vergessen habe, wer der Täter oder die Täterin war. Versuchen Sie es doch auch mal, die Lichterphänomene auf sich wirken zu lassen. Es regt die Fantasie an und ist herrlich entspannend, findet

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