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(S)TÜRMisches

Es ist schier unglaublich, auf welche Ideen Menschen kommen, um Geld zu sparen. Und es sind beileibe nicht solche, die jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen, um im teuren Frankfurter „Speckgürtel“ über die Runden zu kommen. Nein, es sind „Taunusmuddis“, wie sie die Kronbergerin Felizia Wagschal in ihrem satirisch-bissigen Song „Nicht so laut, die Nachbarn“ porträtierte. „Muddi, was gibt’s ’n heut zum Frühstück? Kaviar, Austern, Schappes und Chantré. Die Nanny bringt die Kinder weg im BMW. Ich wink im SUV der Polenputze zu. Ich fahr zur Charity, trink Käffchen für Peru. N’ bisschen teilen find ich mehr als fair“, so heißt es in dem Song. Und genau solche „Taunusmuddis“ waren es, die – wie mir ein Freund jetzt erzählte – in einem Blumengeschäft und einem Second Hand-Laden auftauchten. Im Blumengeschäft ließ sich die Dame Rosen, die sie zum Schnäppchenpreis bei Aldi erstanden hatte, von der Fachverkäuferin zu einem dekorativen Strauß binden. Kostenlos, versteht sich. Und im Second Hand-Laden nahm eine andere eine Abendrobe mit und brachte sie am nächsten Tag zurück, weil das Kleid angeblich nicht passte. Als die Ladenbesitzerin es auspackte, um es wieder an den Kleiderständer zu hängen, stellte sie zu ihrer großen Überraschung fest, dass es offenbar durchaus gepasst hatte, denn es war durchgeschwitzt und mit Lippenstiftflecken verziert. So hatte „Taunusmuddi“ nicht nur die Kosten fürs Kleid gespart, sondern auch noch die für die durchaus notwendig gewordene Reinigung. „’N bisschen teilen find ich mehr als fair“ – diesen Vers des „Taunusmuddi“-Liedes hatten die beiden wohl gerade vergessen oder für sich gestrichen. Gerade wohlhabenden Menschen, von denen es im Vordertaunus nicht gerade wenige gibt, sagt man besondere Sparsamkeit, um nicht zu sagen Geiz nach. Klar, wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert, heißt es im Sprichwort. „Take care of the pennies and the pounds look after themselves“, sagen die Engländer. Doch auf Kosten anderer zu sparen, wenn man selbst im schwarzglänzenden „Hausfrauenpanzer“ durch den schönen Taunus kurvt, zum Schwätzchen mit der Freundin das Handy am Ohr – ich weiß, das sind Klischees, aber mir sind schon oft genug solche Exemplare der Spezies „Taunusmuddi“ in Kronberg über den Weg gelaufen – das geht nun wirklich zu weit, findet

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