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(S)TÜRMisches

Die Geschichte, die mir meine Schwester dieser Tage erzählte, ist eigentlich unglaublich. Ihre Nachbarn, berichtete sie mir am Telefon, wollen sich ein neues Auto kaufen und ihr altes deswegen verkaufen, einen liebevoll gepflegten BMW. Die Nachbarin fuhr also mit dem guten Stück zu zwei BMW-Händlern und fragte, was der Wagen aktuell noch wert sei. Bei beiden Vertragshändlern bekam sie auch ein Angebot. Am Nachmittag machte sich ihr Mann mit demselben Wagen noch einmal auf die Tour und besuchte die beiden Autohändler, bei denen seine Frau bereits am Vormittag aufgekreuzt war. Wieder wurde der Wagen eingehend begutachtet und sein Wert ermittelt. Nur das Ergebnis fiel bei ihm völlig anders aus als am Vormittag bei seiner Frau. Denn in beiden Werkstätten war das Auto plötzlich tausend Euro mehr wert. Als ich die Geschichte vor zwei Tagen meinen Tennisfreundinnen berichtete, war ihre Reaktion einhellig: „Das glaube ich sofort“, sagten sie wie aus einem Munde. Und ich frage mich jetzt, woran das wohl liegt. Halten Auto- und andere Händler Frauen für so dumm und unbedarft, dass sie sie erst mal versuchen über den Tisch zu ziehen? Oder ist es umgekehrt so, dass sie Männern mehr Autosachverstand zutrauen und ihnen daher von vornherein bessere Angebote machen? Dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt für gleiche Arbeit deutlich weniger Lohn bekommen als Männer, ist trotz des mittlerweile über 50 Jahre alten Grundgesetzartikels, wonach Männer und Frauen gleichberechtigt sind, immer noch üblich und gängige Praxis. Trotz häufig viel besserer Schulabschlüsse verdienen Frauen in Deutschland immer noch etwa 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, haben Fachleute errechnet. Verheiratete Frauen müssen sich zudem bei Einstellungsgesprächen oft indiskrete Fragen nach ihrer Familienplanung gefallen lassen. Vor dem „Störfall Kind“, wie es eine Journalistin ausdrückte, wollen sich viele Unternehmen gerne drücken. Das war schon vor vier Jahrzehnten so und daran hat sich bis heute wenig geändert. Und dass einige Unternehmen jetzt sogar ihren hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen anbieten, ihre Eizellen einfrieren zu lassen, damit sie ihren Kinderwunsch erst einmal auf die lange Bank schieben, später aber immer noch verwirklichen können, ist nur ein weiteres Beispiel. Aber dass jetzt sogar Autohändler – und ich bin sicher, die beiden BMW-Vertragshändler sind da keine Ausnahme – Frauen und Männern, die ein Auto zum Verkauf anbieten, derartig unterschiedliche Preise nennen, ist meiner Ansicht nach schon ein starkes Stück. Und was lernen wir daraus? Frauen – wenn ihr euer Auto verkaufen wollt, schickt eure Ehemänner oder gute Freunde zum Verhandeln in die Werkstätten. So schnell, wie auf diese Weise, könnt ihr gar kein Geld verdienen, rät

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