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(S)TÜRMisches

Helmut Schmidt wurde einmal gefragt, was er einem zornigen jungen Mann sagen würde, der mit einem Pflasterstein in der Hand vor ihm stünde. Gar nichts würde er dem sagen, war die Antwort – „so einer gehöre erst einmal hinter Schloss und Riegel“. Vor einer Woche hagelte es Pflastersteine vor der neuen EZB in Frankfurt, die als Symbol für Kapitalismus Zehntausende von Demonstranten auf den Plan rief, um gegen die Brutalität des Kapitalismus zu demonstrieren. Schon morgens um 7 Uhr brannten die ersten Polizeiautos. 8.000 Polizisten aus ganz Deutschland taten ihren Dienst, 80 von ihnen wurden verletzt mit Steinen und ätzenden Säuren. Gebäude wie der neue Opernturm wurden mit Molotowcocktails beschmutzt, Schaufenster eingeschlagen, Autos im Vorbeigehen demoliert, sogar Flüchtlinge im Kolpinghaus bekamen die Wut und den Hass der Blockupy-Anhänger zu spüren, als diese dort eine Mülltonne in Brand setzten – eine Spur der Verwüstung mitten in Frankfurt. Notärzte und Feuerwehrautos wurden an ihrem Einsatz gehindert. Straßen wurden komplett gesperrt, Straßenbahnen fuhren nicht mehr, viele blieben zuhause, weil der Weg zur Arbeit nicht mehr sicher war. Es herrschte der Ausnahmezustand in einer Stadt, die für ihre Weltoffenheit und Toleranz bekannt und beliebt ist. Woher kommt so viel Hass? Sogar griechische und italienische Krawallmacher taten sich in übelster Weise hervor. Sicher ging es den meisten um eine friedliche Demonstration und die gehört nun mal zu einer funktionierenden Demokratie, aber wieso konnten brutale Randalierer, denen es in erster Linie um Gewalt ging und nicht um freie Meinungsäußerung, in diesem Menschenstrom untertauchen. Wieso haben die Demonstranten zugelassen, dass Steinewerfer sich in der Anonymität der Masse verstecken konnten? Gewalt als Antwort auf Kapitalismus? Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun, sondern mit blinder Zerstörungswut. Wer das gutheißt oder duldet, macht sich mit schuldig.

Gut, dass die Täter in einem freien (kapitalistischen!) Land ihrer Gewalt freien Lauf lassen konnten, in anderen (sozialistischen, kommunistischen) Staaten hätte man kurzen Prozess (ohne Prozess!) gemacht – hätte es denn dort jemals eine Demo gegeben.

Blockupy ist unglaubwürdig geworden. Der Mitorganisator von Blockupy, Ulrich Wilken von der Linkspartei, entrüstete sich zwar über die Gewaltexzesse, aber das reicht der Gewerkschaft der Polizei nicht. Bis heute wartet sie darauf, dass sich Wilken ohne Wenn und Aber von der Gewalt gegen Polizisten und andere Helfer distanziert. Ansonsten ist das Amt des Vizepräsidenten des Parlaments schwer beschädigt. Auch andere Politiker der Linken und der Grünen und auch Gewerkschafter ernteten mit ihren halbherzigen, heuchlerischen Kommentaren keine Lorbeeren. Man muss an deren Verstand zweifeln, wenn das Polizeiaufgebot angeblich die Demonstranten provoziere. Dass ein Mob auf Polizisten losgeht, halten viele für die übliche internationalistische Härte. Sie alle wussten, was sie taten und nahmen den möglichen Tod von Menschen in Kauf. Wer das alles bezahlt? Wahrscheinlich steuerzahlende Kapitalisten, deren Wohnungen, Büros und Autos letzten Mittwoch in Brand gesetzt wurden. Herr Wilken und sein Verein werden wohl nicht dafür aufkommen, jedenfalls nicht freiwillig.

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