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(S)TÜRMisches

Ich habe ein Smartphone geschenkt bekommen. Eigentlich wollte ich nie eines haben, aber inzwischen hat mich meine Familie überzeugt: Es geht offenbar nicht mehr ohne. Jetzt brauche ich einen neuen Handy-Datenvertrag. Auch da habe ich schon überzeugende Vorschläge von meiner Familie bekommen. Aber erst einmal muss ich meinen seit vielen Jahren bestehenden Vertrag bei der Telekom kündigen. Auf meinen Anruf bei der kostenlosen Hotline meldete sich eine junge Dame mit einem starken ausländischen Akzent. Sie konnte mir zwar sagen, wie lange mein derzeitiger Vertrag noch läuft. Als ich sie aber nach einem Angebot für einen neuen Vertrag fragte, war sie hörbar überfordert. „Ich verbinde sie weiter zu einem Kollegen“, erklärte sie. Als ich den um ein Folgeangebot bat, fragte er mich zu meiner Überraschung: „Haben Sie finanzielle Schwierigkeiten?“ Wie bitte? Seit vielen Jahren bucht die Telekom meine Handyrechnungen von meinem Konto ab, ohne dass es jemals Probleme gab. Wie er darauf komme, wollte ich höchst alarmiert wissen und erfuhr, die Finanzabteilung habe einen Vermerk im Computer eingetragen. Daher könne er mir keinen Folgevertrag anbieten. Ob das bedeute, dass beim Auslaufen meines derzeitigen Vertrags dieser nicht mehr verlängert werde, fragte ich nun wirklich beunruhigt. Nein, nein, versicherte er mir. Aber er könne mir keinen neuen Vertrag anbieten. Was denn im Computer eingetragen sei, wollte ich daraufhin wissen. Eine Drittanbietersperre, antwortete er, konnte mir aber nicht sagen, was das bedeutet. Ich möge doch am nächsten Morgen noch einmal anrufen, empfahl er mir. Dann sei die Finanzabteilung besetzt und die könnten mir alles genau erklären. Dank Google fand ich schnell heraus, was eine Drittanbietersperre ist. Und dann fiel mir auch wieder ein, warum ich die seinerzeit beantragt hatte. Ich hatte nämlich vor Jahren als SMS regelmäßig Nachrichten auf mein Handy geschickt bekommen, die mich nicht interessierten und die ich kurzerhand löschte, nicht ahnend, dass ich beim ersten Öffnen dieser Nachrichten ohne es zu wissen oder gar zu wollen einen Vertrag mit einem ominösen Unternehmen abgeschlossen hatte, das als Absender nirgends auftauchte. Das stellte mir jedoch von da an über die Telekom jeden Monat einen bestimmten Betrag in Rechnung, der mit den Handykosten von meinem Konto abgebucht wurde. Um derartige unseriöse Praktiken zu unterbinden, hatte ich damals der Telekom untersagt, mir Kosten von Drittanbietern in Rechnung zu stellen. Mit „finanziellen Schwierigkeiten“, wie von dem Telekommitarbeiter vermutet, hat das ja nun wirklich nichts zu tun. Aber eines ist mir durch diesen Anruf wieder einmal klar geworden: Wer glaubt, dass Ansprechpartner, die man über die Telekom-Hotline erreicht, kompetent sind und wissen, was man sie fragt, der befindet sich auf dem Holzweg. Die Telekom täte gut daran, ihre Mitarbeiter zu schulen, ehe sie diese auf ihre Kundschaft loslässt, meint verärgert

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