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(S)TÜRMisches

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! Die Zeiten sind lange vorbei. Oder kennen Sie Kinder, die alles essen, ohne zu mäkeln, geschweige denn Erwachsene, die ganz entspannt und ohne Einschränkungen zu Tisch gehen? Über Geschmack lässt sich streiten, aber nicht nur das verhindert in unserer Gesellschaft genussvolle Tafelrunden. Jede Menge Unverträglichkeiten, Nahrungsumstellungen und Diäten verhindern das unbekümmerte Mahl. Lunchtime mit den Kolleginnen. Eine feine Sache. Die selbst gebackene, knusprige Feta-Zucchini-Quiche, mit Liebe gemacht, wird mittags im Büro wortreich verschmäht: Die Weightwatcher-Kollegin darf zwar viele Sattmacher, aber auf keinen Fall Fett zu sich nehmen. Leider, leider kann sie nicht mitessen, wegen der Sahne. Die vegane Yoga-Kollegin rollt die Augen – was, Blätterteig mit Weißmehl und Eiern? Dinkelnudeln mit Fertigsauce von Alnatura wären ihr lieber. Dabei bin ich so stolz auf mein vegetarisches Meisterwerk. Die Dritte im Bunde hat Panik im Blick – oh ja lecker, sonst gern, aber, oh weh, diese Woche keine Kohlenhydrate! Tut mir so leid. Die nächste ist auf Tageszeiten-Diät, also bis Mittag kein tierisches Eiweiß, Sojamilch in den Nespresso und dazu selbst geschreddertes Müsli um 12. Bon appétit! Gourmets dieser Welt, wo habt Ihr Euch versteckt? Ist das Leben zu kompliziert geworden? Essen wir nicht mehr mit Appetit, mit Lust und Laune? Essen macht keinen Spaß mehr! Ängstlich fragt sich jeder: Ist das Essen auch gesund? Macht es etwa dick? Wir treiben unsere Besessenheit, fit, jung und schlank auszusehen auf die Spitze. Skeptisch und grimmig hinterfragen wir Herkunft und Produktion: Wir haben unsere Unschuld beim Essen verloren. Wie es schmeckt ist egal, der Genuss ist zur unwichtigen Nebensache degradiert. Dabei heißt es doch, wir müssen unserem Körper etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Essen ist nicht mehr lustvoller Akt ,mit dem wir unseren Hunger stillen, Essen wird immer mehr zur Obsession unsicherer Menschen. Essstörungen sind an der Tagesordnung: Menschen werden immer dicker oder sterben in unserer Überfluss-Gesellschaft an Untergewicht. So sehen sie aus, die Probleme satter Menschen!

Wie sagte schon mein Großvater: Wenn die Maus satt ist, ist das Mehl bitter.

Mein Chef isst alles – auch meine Quiche. Er hat karge Kriegszeiten erlebt, in denen Essen eine Frage von Leben und Tod war. Jetzt ist Fastenzeit, probieren Sie doch mal aus, wie sich Hunger anfühlt ...

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