Bioplastikbeutel sind nix für die Tonne

Bad Homburg (hw). Vor einigen Monaten wurden vom Betriebshof der Stadt Bad Homburg große Aufkleber an die Biomülltonnen geklebt mit dem Hinweis, dass in diese Tonnen keine kompostierbaren Bioplastikbeutel eingeworfen werden dürfen. Leider sind jedoch immer noch kompostierbare Bioplastikbeutel im Handel erhältlich, auf denen der Hinweis erteilt wird, man könne sie mit Bioabfall füllen. Im Kleingedruckten stehen Hinweise wie „wenn behördlich zugelassen“ oder „regionale Entsorgungsrichtlinien immer beachten“. Diese Hinweise sind so klein geschrieben, dass sie übersehen werden. Daher hält es der BUND Bad Homburg für sinnvoll, auf dieses Verbot hinzuweisen und es zu begründen.

Was sind die Gründe für dieses Verbot, obwohl es sich doch um einen biologisch abbaubaren, also vermeintlich umweltfreundlichen Artikel handeln soll?

Kompostierbare Plastiktüten zersetzen sich in industriellen Kompostieranlagen oft nicht vollständig oder nicht schnell genug, so dass sie die Maschinen verstopfen. Sie benötigen oft längere Zeit sowie höhere Temperaturen in speziellen Anlagen, um sich vollständig zu zersetzen. Häufig bleibt daher Mikroplastik zurück, das für Böden und Gewässer mittlerweile ein massives Problem darstellt. Nicht abgebautes Bioplastik bleibt als Fremdstoff (Plastikteilchen) im fertigen Kompost, was dessen Qualität mindert und ihn für die Landwirtschaft unbrauchbar macht. In den Sortieranlagen kann nicht zwischen kompostierbarem Plastik und normalem Plastik unterschieden werden. Aus den genannten Gründen gibt es in Hessen seit 2025 strengere Regeln der Bioabfallverordnung, die besagen, dass „biologisch abbaubare“ Kunststoff-Biomüllbeutel nicht mehr in die Biotonne geworfen werden dürfen (Bioabfallverordnung BioAbfV vom 01.05.2025). Stattdessen sollen Papiertüten oder Zeitungen zum Verpacken des Biomülls verwendet werden. Es ist auch erlaubt, den Biomüll lose einzuwerfen, doch kann es dann im Sommer zu einer unangenehmen Geruchsbelästigung kommen und Schimmelsporen können in die Luft gelangen. Der BUND Bad Homburg rät daher dazu, den Biomüll in Papier zu wickeln.

Es gibt jetzt strengere Kontrollen bei der Müllabfuhr. Falsch befüllte Biotonnen werden möglicherweise stehen gelassen und dann als Restmüll entsorgt. Das führt zu höheren Kosten der Müllentsorgung. Möglicherweise kann auch ein Bußgeld verhängt werden. In die Biotonne gehören hauptsächlich Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste, außerdem Gartenabfälle. Fisch- und Fleischabfälle sind auch erlaubt, doch es besteht die Gefahr, dass durch den Geruch Waschbären und Ratten angezogen werden.

Nicht hinein gehören beispielsweise Plastiktüten und Plastikteile aller Art, Metalle und Hygieneartikel. Nach Möglichkeit sollten plastikfreie Produkte mit plastikfreien Umverpackungen gekauft werden. In der Abfall-App der Stadt gibt es ein ausführliches Abfall-ABC. Im Zweifelsfall kann die Abfallberatung der Stadt kontaktiert werden. Zusätzlich hat die Stadt einen Abfallplan herausgegeben, auf denen die Entsorgung der einzelnen Müllarten beschrieben ist. Dieser liegt unter anderem an der Tourist Info im Kurhaus aus.



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