Drei Wochen lang Kulturvielfalt unter freiem Himmel zum Jubiläum – 40 Jahre Bad Homburger Sommer

Ganz in weiß, zwar ohne Blumenstrauß, dafür mitten im Kurpark: Bei der „Klassiknacht in Weiß“ am Sonntag, 12. Juli, wird ausnahmsweise einmal etwas strenger auf den Dresscode geschaut werden.Foto: Ulrich Häfner

Bad Homburg (iba/hw) – Die Kurstadt feiert ein besonderes Jubiläum: Von Freitag, 10. Juli, bis einschließlich Samstag, 1. August, lädt der 40. Bad Homburger Sommer zu einem abwechslungsreichen Kulturprogramm in den Kurpark und an zahlreiche weitere Spielorte der Stadt ein.

„Seit vier Jahrzehnten steht das traditionsreiche Festival für hochkarätige Unterhaltung, kulturelle Vielfalt und unvergessliche Sommerabende unter freiem Himmel. Was 1986 begann, hat sich zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Bad Homburg und zu einem Publikumsmagneten weit über die Stadtgrenzen hinaus entwickelt. Generationen von Besucherinnen und Besuchern verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Festival, das Jahr für Jahr Menschen unterschiedlichster Altersgruppen zusammenbringt“, betont Oberbürgermeister Alexander W. Hetjes.

„Das Jubiläumsprogramm verbindet beliebte Traditionen mit neuen Impulsen und zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig der Bad Homburger Sommer bis heute ist. Auch nach 40 Jahren bleibt das Erfolgsrezept unverändert: ein vielseitiges, hochwertiges Programm in besonderer Atmosphäre, das Kultur für alle erlebbar macht und den Sommer in Bad Homburg prägt. Wir freuen uns darauf, dieses besondere Jubiläum mit zahlreichen Gästen zu feiern“, so Holger Reuter, Kurdirektor und Geschäftsführer der Kur- und Kongreß-GmbH.

Das lebende Nähkästchen

Vergangene Woche saß Otto Mayr zwischen Oberbürgermeister Hetjes („Mayr hat den Bad Homburger Sommer damals aus der Taufe gehoben!“) und Kurdirektor Reuter im Kurhaus und erzählte, wie das mit dem Kultursommer dereinst anfing: „30.000 D-Mark, das war 1986 unser gesamtes Budget, wohlgemerkt: für die kompletten drei Wochen. Bei der Gruppe ‚Flatsch!‘ hatten wir unter anderem angefragt, da spielte ja damals der Gerd Knebel, bevor der mit ‚Badesalz‘ groß wurde. Die wollten aber so viel und so spezielles Catering haben, das ging einfach nicht. Als die dann merkten, was hier los ist, wollten sie doch unbedingt hier spielen, denen sagten wir aber dankend ab.“ Mayr musste kichern, als er eine Anekdote nach der anderen zum Besten gab, „dabei war das nicht einmal mein Hauptjob. Damals war ich eigentlich Sozialarbeiter im e-werk. Aber irgendwie habe ich für den Kultursommer immer die Zeit gefunden, zum Beispiel für das Organisieren der Beachparty: Da haben wir 15 LKW-Ladungen Sand angekarrt, das war ein Akt!“

Festlicher Auftakt und Konzerte

Eröffnet wird der Jubiläumssommer am Freitag, 10. Juli, mit dem Konzert „The Right Thing – Tribute to Simply Red“ auf der Sommerbühne vor dem Kaiser-Wilhelms-Bad. Die Wahl des Eröffnungskonzerts ist dabei kein Zufall: Mit ihrem Welthit „Holding Back the Years“ feierten Simply Red im Jahr 1986, dem Geburtsjahr des Bad Homburger Sommers, ihren internationalen Durchbruch.

In den folgenden Wochen sorgen weitere Tribute-Shows, unter anderem zu U2, Simon & Garfunkel, Oasis sowie zur Musik der 1980er Jahre (von der Gruppe „RE80s – A tribute to New Wave“), für musikalische Höhepunkte. Den festlichen Abschluss bildet am 1. August das traditionelle Konzert des Johann-Strauß-Orchesters Wiesbaden mit anschließendem Jubiläumsfeuerwerk am Kaiser-Wilhelms-Bad.

Stefanie Kürten von der Kur- und Kongreß-GmbH erklärte die Abweichung vom üblichen Zeitplan: „Normalerweise fing der Kultursommer immer eine Woche vor den Sommerferien an. Aber aufgrund der Bad Homburg Open mussten wir den Zeitplan anpassen, deswegen finden jetzt die kompletten drei Wochen in den Sommerferien statt.“

Viele Programmpunkte, die heute fest mit dem Bad Homburger Sommer verbunden sind, begleiten das Festival bereits seit Jahrzehnten. Die Konzerte vor dem Kaiser-Wilhelms-Bad gehören seit 1988 zum Programm, die Sommernachtsbälle werden seit dem ersten Festivaljahr veranstaltet, und der beliebte Flohmarkt auf der Brunnenallee lockt bereits seit 1991 zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Auch das Picknick im Kurpark, die „Musik zum Träumen“ (die heutigen Tannenwaldsoireen), das Sommerkino sowie zahlreiche Kinderveranstaltungen und Theaterangebote prägen seit vielen Jahren das Gesicht des Festivals.

Klassik, Jazz und ganz in weiß

Zu den musikalischen Höhepunkten zählt die „Klassiknacht in Weiß“ (Mayr: „Dazu hatten wir in einem Jahr kiloweise Papierschnipsel auf das Dach des Kurhauses geschleppt – und dann haben wir die Laubbläser angeworfen, der ganze Park war weiß!“), die das Publikum in diesem Jahr unter dem Motto „Viva España“ auf eine klangvolle Reise nach Spanien mitnimmt. Werke von Georges Bizet, Maurice Ravel und spanischen Komponisten versprechen einen besonderen Sommerabend im Kurpark. Ergänzt wird das Programm durch das beliebte „Tango im Park“, die Tannenwaldsoireen, Schöppche-Jazz, Musik & Gebabbel im BeachGarden sowie zahlreiche weitere Konzerte zwischen Jazz, Swing, Lounge, Klassik und Pop.

Kultur für die ganze Familie

Der Bad Homburger Sommer richtet sich bewusst an Besucherinnen und Besucher aller Generationen. Kinder dürfen sich auf Clownshows, Märchenaufführungen, Mitmach-Hörspiele und das obligatorische Kasperltheater freuen – dieses Mal rettet Kasperl den Kurdirektor, Gastauftritt inklusive: Reuter spielt Reuter!

Und auch Kabarett, Poetry Slam sowie Sommertheater haben ihren festen Platz im Festivalprogramm. Mit Frank Fischer und Özgür Cebe stehen 2026 zwei renommierte Kabarettisten auf der Bühne. Das NN Theater Köln gastiert mit einer humorvollen Sherlock-Holmes-Adaption, während Bernd Lafrenz erneut Shakespeare auf seine unverwechselbare Weise interpretiert.

Darüber hinaus verbinden mehrere geführte Fahrradtouren Kultur, Geschichte und Naturerlebnis. Unter fachkundiger Leitung werden historische Orte, alte Verkehrswege und kulturelle Besonderheiten Bad Homburgs und der Region erkundet.

Ein wichtiger Bestandteil des Festivals bleibt außerdem der „Bad Homburger Sommer auf Reisen“. Mit Café Melange und Kinderprogrammen macht die Veranstaltungsreihe erneut in verschiedenen Stadtteilen Station. Gleichzeitig feiert diese erfolgreiche Reihe 2026 ihr 30-jähriges Bestehen.

Film, Party und junge Formate

Verschiedene Veranstaltungsformate haben ihren festen Platz im Jubiläumsprogramm. Der Poetry Slam, die Silent Disco oder die „SommerBeats“ auf der Schlossgarage sprechen insbesondere auch jüngere Besucherinnen und Besucher an. Beliebt sind auch die Open-Air-Kinoabende im Kurpark. Mit der Kinopolis Sommer Lounge werden die Filmabende zudem um ein stimmungsvolles Rahmenprogramm ergänzt – dieses Jahr gibt es den achtfach oscarnominierten Film „Konklave“ (die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Robert Harris) sowie „Alter weißer Mann“ mit „Tatort“-Kommissar Jan Josef Liefers zu sehen.

Sponsoren

Der Bad Homburger Sommer wird unterstützt durch die Premiumpartner Taunus Sparkasse und François Blanc-Spielbank Bad Homburg, den Projektpartner Kinopolis Bad Homburg, die Classic Partner FERI AG und Living At Home GmbH, die Hotelpartner Steigenberger Bad Homburg, Maritim Bad Homburg und Komfort Hotel Bad Homburg, Weller Bad Homburg, die Gastronomiepartner Schlemmerexpress Bad Homburg, Gambrinus KG und Orangerie im Kurpark, die Veranstaltungspartner Förderverein Kleiner Tannenwald und SGK Bad Homburg sowie die Stadt Bad Homburg.

Trotz dieser Riege an Sponsoren ist ein dreiwöchiges Kulturprogramm immer noch ein finanzieller Kraftakt; wie bereits im vergangenen Jahr besteht deswegen auch 2026 die Möglichkeit, den Bad Homburger Sommer mit einer Spende zu unterstützen. Hierfür stehen vor der Tourist-Info im Kurhaus sowie im Eingangsbereich des Kur-Royal die bekannten Spendensäulen mit dem Bad Homburger Hut bereit. Darüber hinaus sind Online-Spenden möglich. Interessierte finden den Spendenbutton auf der Startseite von www.bad-homburger-sommer.de. Die entsprechenden QR-Codes sind außerdem in der Bad Homburger Sommer-Broschüre sowie auf zahlreichen Bannern und Werbetafeln im Stadtgebiet zu finden.

Weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.bad-homburger-sommer.de.

Shakespeare als Ein-Mann-Stück: Bernd Lafrenz hat in seiner Solo-Version des Klassikers alle Hände voll zu tun. Foto Demian Jäkel

„Wer hat Angst vor‘m schwarzen Hund?“ Das NN-Theater kommt nicht aus Baskerville, sondern aus Köln und hat eine ganz eigene Sherlock-Holmes-Adaption im Gepäck.

Foto: Rene Achenbach

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