Erster Platz beim französischen Theaterwettbewerb

Sieg auf Französisch: Die Klasse 9n des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums gewinnt gemeinsam mit ihrer Lehrerin Marie Clérisse mit einer souveränen Teamleistung den ersten Platz beim renommierten, französischsprachigen Theaterwettbewerb des Institut français.Foto: privat

Bad Homburg (hw). Am Freitag, 12. Juni, haben die Schüler der Klasse 9n des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums in Bad Homburg unter der Betreuung ihrer Lehrkraft Marie Clérisse den ersten Platz beim diesjährigen französischsprachigen Theaterwettbewerb belegt.

Zum vierten Mal hatte das Institut français Deutschland in Kooperation mit der frankophonen Bibliothek „Au plaisir de lire“ und mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Kultur, Bildung und Chancen einen Theaterwettbewerb organisiert. Unter dem Motto „Freiheit“ waren die Schüler der 9. und 10. Klasse, die Französisch lernen, aufgefordert, ein eigenes Theaterstück in französischer Sprache zu schreiben und dieses auch aufzuführen. Insgesamt wurden 30 Beiträge von Schülern verschiedener hessischer Gymnasien eingereicht. Zehn Gruppen qualifizierten sich für das Finale in Frankfurt. 

Die Klasse 9n wählte eine Situation, die ihr vertraut war: In einer Schule möchte ein Lehrer seinen Schülern begreiflich machen, was Freiheit bedeutet und anstatt sie in einer Geschichtsstunde zu belehren, lässt er sie im Rahmen des Projekts „Freiheit“ selbst erfahren, wie es ist, in der Schule frei zu sein. Die Auffassungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Für Jeffrey heißt frei sein, sich dank seines Reichtums alles erlauben zu dürfen. Für den überzeugten Veganer Jacques bedeutet Freiheit, nach den eigenen Werten leben zu können – sich vegan zu ernähren, auch in der Schulkantine; doch sein Freiheitsbegriff kippt rasch ins Missionarische, denn am liebsten würde er allen anderen das Fleischessen verbieten. Und für Charles bedeutet Freiheit schlicht, zu tun, was er will. Trotz der Vermittlungsversuche der Klassensprecherin Amélie eskaliert die Lage und es häufen sich komische Situationen bis der Veganer Jacques nur noch trocken feststellt: „Jetzt haben wir den Salat“ (im Original „c‘est la fin des haricots“). ChatGPT wird zu Hilfe gerufen, und mit der Unterstützung des Lehrers begreift schließlich jede und jeder, dass es Regeln braucht, um die Freiheit aller zu schützen. Das Stück endet mit der Projektion von Bildern aus dem aktuellen Weltgeschehen, kommentiert von einer Stimme aus dem Off: „Und das Projekt Freiheit in der Welt – wie steht es damit?“

Mit einer kreativen Inszenierung – sämtliche Kulissen und Kostüme mussten sich mit der S-Bahn transportieren lassen – überzeugten die KFG-Schüler der Klasse 9n die Jury. Diese würdigte, dass das Stück zahlreiche Facetten des Freiheitsbegriffs beleuchtet, und zeichnete die souveräne Inszenierung sowie das überzeugende Spiel von Kian Amirhosseini, Niklas Kerber, Daniel Perel Lilian Platz und Adrian Titze aus, das nach kurzer Probenzeit uraufgeführt wurde.

Für Marie Clérisse liegt der eigentliche Erfolg des Projekts in der Entwicklung der Schüler: „Es war schön zu sehen, wie die Jugendlichen, die der Idee des Wettbewerbs anfangs eher skeptisch gegenüberstanden, weil sie damit zusätzliche Arbeit verbanden, im Laufe des Projekts immer engagierter wurden, Spaß hatten, bei der Preisverleihung richtig mitfieberten – und am Ende sichtlich stolz auf sich selbst waren.“

Auch die Schüler selbst zogen ein positives Fazit: Besonders schätzten sie, dass es sich um echte Teamarbeit handelte, in die die Ideen jeder und jedes Einzelnen eingeflossen sind.



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