Bad Homburg (hw) – Der 3. Oktober ist ein Tag des Erinnerns – und zugleich ein Anlass, den Blick nach vorn zu richten. In Bad Homburg wird der Tag der Deutschen Einheit deshalb auch in diesem Jahr nicht nur feierlich begangen, sondern bewusst als Einladung zum Nachdenken und zum gesellschaftlichen Dialog verstanden. Die Erlöserkirche wird dabei erneut zum Ort für Begegnung, Austausch und gemeinsame Reflexion über Freiheit, Demokratie und die Zukunft des Landes.
Unter dem Titel „Denk‘ ich an Deutschland – Herausforderung 3. Oktober“ laden die Stiftung „Kirche in der Stadt“ und die Stadt Bad Homburg am Samstag, 3. Oktober, um 11 Uhr in die Erlöserkirche Bad Homburg ein. Der Festakt zum Tag der Deutschen Einheit fokussiert zentrale Fragen von Demokratie und Zukunft. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, wird die Festrede halten.
Herausforderung 3. Oktober
Die Stiftung „Kirche in der Stadt“ richtet zum nunmehr sechsten Mal den zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Kooperation mit der Stadt Bad Homburg aus. Bei „Denk‘ ich an Deutschland – Herausforderung 3. Oktober“ geht es um zentrale Fragen von Freiheit, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Der Festakt versteht sich seit 2020 als Ort des offenen Austauschs über Demokratie, Freiheit und die Zukunft Deutschlands.
Inhaltlich geht es um die großen Fragen, die Deutschland auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung beschäftigen: Wohin bewegt sich unser Land politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich? Wie sichern wir unsere Freiheit in politisch unsicheren Zeiten? Wie übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und wie können die Errungenschaften der Deutschen Einheit bewahrt und für die Zukunft weiterentwickelt werden?
Diesjähriger Festredner wird Dr. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, sein. Er verbindet politische Verantwortung mit jahrzehntelanger Erfahrung in Journalismus, Medien und Verlagswesen. Der promovierte Historiker, Publizist und Verleger verantwortet seit Mai 2025 die Kultur- und Medienpolitik des Bundes. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur der Welt, der Berliner Morgenpost und Focus. Er gründete das politische Magazin Cicero sowie die Weimer Media Group.
Die Zukunftsfragen unserer Gesellschaft
In seinem Festvortrag zum Tag der Deutschen Einheit wird er eine Einordnung der deutschen Wiedervereinigung aus historischer und aktueller Perspektive vornehmen und insbesondere geschichtsrevisionistische Tendenzen der Gegenwart adressieren. Weimer wird auch auf die Veränderungen politischer Meinungsbildung durch digitale Plattformen, Desinformation und Künstliche Intelligenz sowie auf die Bedeutung von Vertrauen, journalistischer Qualität und Medienvielfalt eingehen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion werden Festrede und weitere Perspektiven vertieft und miteinander ins Gespräch gebracht. Begleitet wird die Veranstaltung von einem hochwertigen Musikprogramm.
„Wolfram Weimer steht für die Verbindung von Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik. Als Staatsminister für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland setzt er sich mit den großen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft auseinander – von Demokratie und Digitalisierung bis zu Kultur, Innovation und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Dabei geht er auch Kritik nicht aus dem Weg. Das macht ihn zu einem spannenden Redner“, erklärt Dr. Hauke Christian Öynhausen, Vorsitzender der Stiftung „Kirche in der Stadt“. „Gerade angesichts zunehmender politischer Polarisierung und stärker werdender radikaler Positionen ist es wichtig, eine Plattform für Orientierung und demokratischen Dialog zu bieten. ,Denk‘ ich an Deutschland‘ soll unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und zu einem respektvollen Austausch über die Zukunft unseres Landes beitragen“, erklärt Dr. Hauke Christian Öynhausen, Vorsitzender der Stiftung „Kirche in der Stadt“.
Oberbürgermeister Alexander Hetjes, Schirmherr der Veranstaltung und Beirat der Kirchenstiftung, betont die Bedeutung des Festakts für die Stadt: „Der Festakt in der Erlöserkirche befasst sich mit wichtigen Fragestellungen unserer Demokratie und ist inzwischen eine Bad Homburger Institution geworden, den wir als Kommune gerne unterstützen.“
Weimer folgt auf Wulff
Der Festakt knüpft damit an die Tradition hochkarätiger Rednerinnen und Redner der vergangenen Jahre an. Zu Gast waren unter anderem Ex-Bundespräsident Christian Wulff, die damalige Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger, der Extremismusforscher Ahmad Mansour, die Konfliktforscherin Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, die ehemaligen Ministerpräsidenten Christine Lieberknecht und Bernhard Vogel sowie der DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann. Im vergangenen Jahr verfolgten rund 750 Bürgerinnen und Bürger die Festrede von Christian Wulff.
Der Festakt ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Im Anschluss lädt die Stiftung zum traditionellen Bürgerempfang auf dem Vorplatz und in der Erlöserkirche ein. Dort wird auch das traditionelle „Stiftungsbier“ ausgeschenkt. Um Spenden wird gebeten. Die Erlöse kommen vollständig der Arbeit der Stiftung zugute, unter anderem der christlichen Kinder- und Jugendarbeit, der Stadtkirchenarbeit sowie diakonischen Aktivitäten für bedürftige Menschen. Die persönliche Anmeldung erfolgt online über die Website der Stiftung www.erloeserkirche-stiftung.de.
