Girls‘ Day im Landratsamt

Beim Girls‘ Day im Landratsamt konnten die zehn Teilnehmerinnen am Modell erfahren, wie sich der Qualm bei einem Brand ausbreitet.Foto: Hochtaunuskreis

Bad Homburg (hw). Es sollte in der heutigen Zeit keine Berufe mehr geben, die „typisch“ für ein bestimmtes Geschlecht sind. Trotzdem werden manche Jobs noch immer mit Männern oder Frauen assoziiert. Um Mädchen zu zeigen, dass ihnen später alle Türen offenstehen, findet alljährlich der Girls‘ Day statt, an dem sich auch der Hochtaunuskreis in diesem Jahr wieder beteiligte.

Zehn Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren bekamen am Donnerstag, 23. April, nach der Begrüßung durch den Ersten Kreisbeigeordnetem Thorsten Schorr einen kleinen Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten, die in der Verwaltung des Hochtaunuskreis anfallen – und die teilweise weit über den klassischen „Schreibtisch-Job“ hinausgehen und für alle Interessierten, unabhängig vom Geschlecht, zugänglich sind.

„Wenn es um die Berufswahl geht, sollten Interesse, Einsatzbereitschaft und Qualifikation die entscheidende Rolle spielen“, betonte Schorr, der sich erfreut davon zeigte, dass das Angebot des Kreises zum Girls‘ Day wieder so gut angenommen wurde. „Niemand sollte sich wegen seiner Geschlechterzugehörigkeit in ein überholtes Rollenbild pressen lassen, sondern sich stattdessen frei für seinen beruflichen Weg entscheiden können.“ An die Teilnehmerinnen gewandt sagte er: „Vielleicht führt dieser Weg Euch ja eines Tages auch zur Kreisverwaltung.“

Beim Girls‘ Day konnten die Mädchen unter Federführung von Heike Orth von der Stabsstelle Klimaschutz, nachhaltige Kreisentwicklung und Umweltbildung Insektenhotels und Vogelhäuser bauen und lernten dabei, dass im Bereich Umweltpädagogik nicht nur mit Stift und Papier, sondern auch mit Akkuschrauber und Hammer gearbeitet wird. Orth hatte in einer Zeit, in der Frauen in dieser Branche noch die Ausnahme waren, eine Ausbildung zur Garten- und Landschaftsgärtnerin absolviert und später Garten- und Landschaftsarchitektur studiert.

Vom Fachbereich Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz bekamen die Teilnehmerinnen gezeigt, was Feuerwehrleute so alles können müssen – und erfuhren, dass auch in der ehemaligen Männerdomäne Frauen längst Fuß gefasst haben und ebenso anpacken wie ihre Kollegen. Die Mädchen bekamen die persönliche Schutzausrüstung gezeigt und konnten bei einem kleinen „Rauchhaus“ sehen, wie sich der Qualm bei einem Brand ausbreitet. Dann ging es an die Praxis. Auf dem Innenhof des Landratsamts wurde ein Fettbrand simuliert, den es richtig zu löschen galt. Und natürlich musste auch ein Notruf abgesetzt werden; für die jungen Nachwuchsfeuerwehrfrauen kein Problem.

Die Mädchen hatten so die Möglichkeit, einen tiefen Einblick in einstmals typische Männerberufe zu gewinnen. Organisiert und betreut wird der Tag von der internen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Anja Auth und ihrer Mitarbeiterin Sabine Proske. Die angebotenen Mitmachaktionen sorgten für einen spannenden und abwechslungsreichen Tag.

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