Jugend forscht: KFG-Team für Bundesfinale qualifiziert

Für Philip Anton Thierfelder, Jano Zabel und Luis Yuchen Mao gab es die Siegerurkunde und den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis für die „schöpferisch beste Arbeit“.Foto: KFG

Bad Homburg (hw). Zum 30. Mal in Folge war Merck in Darmstadt Gastgeber des hessischen Landeswettbewerbs von „Jugend forscht“. Am Donnerstag, 19. März, wurden die Siegerinnen und Sieger ausgezeichnet. In der Kategorie Chemie konnten sich die KFGler Luis Yuchen Mao, Jano Zabel, Philip Anton Thierfelder (alle Q2) mit ihrem Projekt „CORE – Computer Oriented Rapid Elucidation“ über einen ersten Preis freuen. Neben einer Urkunde und der Qualifikation für das Bundesfinale im Mai wurde die Leistung der drei Schüler noch mit zwei Sonderpreisen belohnt. Vom Hessischen Ministerium für Kultus und Bildung erhielt die Forschergruppe den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis „Schöpferisch beste Arbeit“. Zudem dürfen sich alle drei Schüler der Q2 über ein Analytik-Praktikum bei Merck freuen. Betreut wurden die drei von den Lehrkräften Sebastian Fischer und Julian Chlup.

Automatisierung chemischer Analysen

In der Projektbeschreibung heißt es: Die NMR-Spektroskopie zählt zu den wichtigsten Methoden der analytischen Chemie. Obwohl es bereits zahlreiche Programme zur computergestützten Auswertung von NMR-Spektren gibt, sind diese oft sehr teuer und in ihrer Zuverlässigkeit begrenzt. Besonders grundlegende Schritte wie das automatische Erkennen von Signalen (Peak-Picking) werden durch Rauschen, Signalüberlagerungen und Kopplungen erschwert. Auch die automatisierte Ableitung möglicher Molekülstrukturen ist bis heute fehleranfällig. Die Automatisierung chemischer Analysen, die zunehmend auch von künstlicher Intelligenz unterstützt wird, gewinnt in Forschung und Industrie an Bedeutung. Ein zuverlässiges, intuitiv nutzbares Programm kann daher nicht nur wissenschaftliche Arbeiten erleichtern, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur chemischen Ausbildung leisten. Das Projekt adressiert somit ein bisher ungelöstes Problem der modernen Analytik und unterstützt die fortschreitende Digitalisierung des Labors.

Mit John Lee in den Überschall

Auch John Lee (Q4) hat mit seinem Projekt SABRE zwei Sonderpreise „Jugend forscht“ erhalten. Er wird von Sebastian Fischer und Alina Bachmann betreut. Sein Projekt „SABRE: Luftatmender Hyperschall-Detonationsantrieb mit adaptiver Einlassgeometrie“ wird wie folgt erläutert: Das Interesse an Über- und Hyperschalltechnologien treibt Innovationen wie Scramjets und Rotating Detonation Engines (RDEs) voran. Diese stoßen jedoch bei der Startfähigkeit und der thermischen Belastung an ihre Grenzen. Ein hybrides System, das Turbojet-, Ramjet- und Scramjet-Elemente kombiniert, ist das Mustang-Konzept. Dies gewährleistet eine optimale Stoßwellenpositionierung im Bereich von Mach 2 bis 5. Mittels analytischer Berechnungen, CFD-Simulationen sowie thermischer Analysen wird nachgewiesen, dass das Konzept eine hohe Totaldruckerhöhung und eine stabile Überschallströmung im Isolator erzielt. Die Integration aktiver Kühlung und wartungsfreundlicher Mechanik unterstreicht die Praxisnähe. Mustang bietet eine robuste, kosteneffiziente Lösung für den nahtlosen Übergang zwischen verschiedenen Flugregimen. Darüber hinaus ist es mit dem luftatmenden RDE-Teil möglich, einen kontinuierlichen und stabilen Antrieb mit verbessertem Kraftstoffverbrauch zu erzielen. John konnte sich über zwei Sonderpreise freuen, einen Geldpreis in Höhe von 150 Euro und einen Praktikumsplatz.

Zwei Tage lang hatten die 75 Teilnehmenden des Landeswettbewerbs im Alter zwischen elf und 20 Jahren ihre 39 kreativen und zukunftsweisenden Projekte einer Fachjury in Darmstadt vorgestellt. 16 Jungforscherinnen und -forscher aus Hessen fahren zum Bundesfinale nach Herzogenaurach (29. bis 31. Mai). „Maximale Perspektive“, das Motto des Wettbewerbs, reflektiert etwas Essenzielles über Wissenschaft: „Fortschritt beginnt, wenn Menschen aus einem neuen Blickwinkel auf Herausforderungen schauen und mutige Fragen stellen“, sagte Khadija Ben Hammada, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck. „Die jungen Forscherinnen und Forscher bringen diese Denkweise zum Leben. Von den Themen Klima und Energie bis hin zu KI und Gesundheit behandeln ihre Projekte einige der wichtigsten aktuellen Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten, unsere Zukunft zu gestalten. Es ist inspirierend, diesen Geist auch bei der nächsten Generation zu sehen!”

Weitere Informationen und Fotos zum Wettbewerb und den einzelnen Projekten findet man auch auf der Webseite: www.merck.de/jugendforscht.

Abschließend sei gesagt, dass Atharva Deshmukh und Varad Purandare (beide Q4 am KFG) mit einem Schüler aus Bremen an der Landesrunde in Bremen teilgenommen haben – und mit einem 3. Preis (und einen Sonderpreis) für ihr Projekt ATLAS belohnt wurden. Sie werden ebenfalls von Sebastian Fischer betreut.

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