Kino, Club und Platz für Kongresse

Die Visualisierung des Investors Procom aus Hamburg zeigt, wie der Gebäudekomplex auf dem ehemaligen Post-Areal am Bahnhof aussehen soll. Außer einem Kino und einem Parkhaus soll es auch eine Bar mit Dachterrasse geben. Visualisierung: Procom

Bad Homburg (fch). Einkaufen, feiern, tagen, die Skyline genießen, ins Kino gehen und parken: Dies alles ist dank eines neuen Investors auf dem ehemalige Post-Areal am Bahnhof in greifbare Nähe gerückt. Oberbürgermeister Alexander Hetjes verkündete jetzt die erfreuliche Nachricht: „Uns ist ein Meilenstein geglückt, wir haben mit der Procom GmbH & Co. KG aus Hamburg einen neuen Investor für das rund 6690 Quadratmeter große Grundstück gefunden.“

Und nicht nur das: Die Stadt habe bereits mit dem Geschäftsführer des Investors, Dennis Barth, die wesentlichen Inhalte des Kaufvertrags für das Gelände festzurren können. Der Kaufpreis erfolge zum aktuellen Bodenrichtwert und betrage für das Grundstück im städtischen Zentrum 550 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Bodenrichtwert für Gewerbegebiete liegt bei 300 Euro pro Quadratmeter. Der OB zeigte sich optimistisch, dass die Stadtverordnetenversammlung am 11. April der entsprechenden Vorlage zustimmen werde. Zustimmung signalisiert hätten bereits Kommunalpolitiker aus den Reihen des Koalitionspartners SPD und von Bündnis 90/Die Grünen. „Der Magistrat wird beauftragt, auf Grundlage der bislang ausgehandelten Eckpunkte und unter Berücksichtigung des Entwicklungskonzepts des Investors den Grundstücksvertrag bis zur Abschlussreife zu verhandeln.“

Auf der Brachfläche der ehemaligen Post möchte die Procom GmbH & Co. KG einen Gebäudekomplex errichten. In diesem sollen „ein multifunktional nutzbarer Kinokomplex mit sieben Sälen und 900 Sitzplätzen, ein autark zu erschließender, über zwei Ebenen gehender Club mit einer Rooftop-Bar (Bar auf einer Dachterrasse) und eine kleingliedrige Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss“ Platz finden. Die Säle im Kinobereich sollen auch für Kongresse genutzt werden. Derzeit liefen Gespräche mit verschiedenen großen Kinobetreibern, unter anderem mit Kinopolis, informierte der OB. Kino und Club sollen von der Basler Straße her erschlossen werden.

Wunsch der Jugendlichen

Der Zugangsbereich für die Einzelhandelsflächen soll über den Bahnhofsvorplatz erfolgen. Laut Zentrumskonzept soll der Einzelhandel vor allem der Versorgung Reisender dienen und den Geschäften in der Innenstadt keine Konkurrenz machen. Auf den beiden oberen Ebenen soll der von Jugendlichen seit Langem gewünschte Club entstehen. „Mit der uns vorliegenden Planung wird der langjährigen Forderung nach Jugendeinrichtungen am Bahnhof Rechnung getragen“, sagte Hetjes. Die „Roofbar“ greife ebenfalls einen Wunsch der Jugendlichen auf, den diese in den Beratungen für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept geäußert hatten. Hier könnten Gäste laut Stadt ihre Getränke und Cocktails unterm (Sternen-)Himmel genießen und dies mit einem ungestörten Blick auf die Homburger Skyline verbinden. In Richtung Pappelallee will der Hamburger Projektentwickler ein oberirdisches Parkhaus mit 300 Stellplätzen bauen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass „der Grundstückseigentümer auf eigene Kosten und Risiko die Entwicklung und Umsetzung des Konzepts“ stemmt. Die Investitionssumme soll sich auf 30 Millionen Euro belaufen. Zudem werde der Stadt ein über die bauordnungs- und bauplanungsrechtlichen Möglichkeiten hinausgehendes vertragliches Mitbestimmungsrecht bei der Fassadengestaltung, des Bahnhofvorplatzes und des öffentlichen Raums eingeräumt werden. „Mit in die Planungen einbezogen werden müssen der Wasserturm und der historische Bahnhof.“ Die Stadt sei am Kauf des Wasserturms interessiert. Der OB hofft, dass die Verträge im Juni in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden können.

Der Bebauungsplan existiert bereits, deshalb sind Vorarbeiten, vertiefende Planung und Bauantrag noch in diesem Jahr möglich. Der Baustart könnte im Frühjahr 2020 erfolgen. Diese neue Variante für das Post-Areal ist aus Sicht der Stadt besser als die vor Weihnachten mit dem vorherigen Investor, einer Tochter der Deutschen Leasing, gescheiterte. Gescheitert seien die Gespräche mit dem ersten Investor vor allem „an den unterschiedlichen Auffassungen, welche Risiken ein Investor trägt“, sagte Hetjes. Insgesamt sei das Verfahren weniger aufwendig als das zuerst geplante Bauvorhaben, da die Stadtwerke in dem Gebäude nicht mehr vorgesehen sind. Deshalb müsse die Stadt das Projekt nicht mehr europaweit ausschreiben. Im Gespräch als Standort für die Stadtwerke sei zum einen die Steinmühlstraße in Ober-Erlenbach. Zum anderen wäre ein Umzug auf das frühere Lilly-Gelände nahe der PPR-Kreuzung in Dornholzhausen oder an den Syna-Standort an der Urseler Straße möglich.

Procom zeichnet auch für die angrenzenden Grundstücke auf dem Areal der Basler Versicherungen verantwortlich, was laut Hetjes ein weiterer Vorteil sei. Noch in diesem Jahr soll der Spatenstich auf dem Basler-Areal für einen Doppel-Bürokomplex erfolgen. Der OB lobte die konstruktive Zusammenarbeit der Procom mit der Stadt.

Die Procom GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen, das in Hamburg mit 50 Mitarbeitern – zur Gruppe gehören 450 Mitarbeiter – bereits 200 Projekte in Deutschland realisiert hat. Der Entwickler, Investor und Vermieter verfügt über 40 Jahre Immobilienerfahrung und ein Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro.

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