„Meilenstein“ auf dem Weg zur Vickers-Bebauung

Das Vickers-Gelände aus Richtung Schaberweg in Richtung Frölingstraße gesehen: An diesem „oberen“ Ende sollen das Nahversorgungszentrum und die Kita im ersten Bauabschnitt gebaut werden. Foto: Streicher

Bad Homburg (js). Es ist angerichtet auf dem Vickers-Gelände. Was auf dem ungefähr 26 000 Quadratmeter großen Filet-Grundstück in Innenstadtnähe entstehen soll, in dieser Frage herrscht nach jahrelangen zähen Verhandlungen zwischen der Stadt als Eigentümerin des Grundstücks, den Vorbesitzern und zuletzt dem Investor Einigkeit. Nach Bad Homburger Art soll ein „innerstädtisches, verdichtetes Wohngebiet“ entwickelt werden. Im Konzept der Firma Conceptaplan GmbH, die im März vergangenen Jahres den Zuschlag bekam, finden sich etwa die Bezeichnungen Stadtvillen und Galeriehäuser, Laubenganghäuser, Town-Houses und für das höchste Objekt mit fünf Vollgeschossen plus Staffelgeschoss der Begriff „Punkthaus“.

Wenn alles so perfekt weiterläuft, wie es Oberbürgermeister Alexander Hetjes nach dem Beschluss des Magistrats zum Bebauungsplan Nr. 26 „Frölingstraße, Schleußnerstraße, Schaberweg“ in der vergangenen Woche in Aussicht gestellt hat, dann rollen bereits im Spätherbst die Bagger an, um das Feld für das neue Quartier zu bereiten. Trotz fast zehn Jahren „Vorarbeit“ mit Blick auf die Vermarktung des Vickers-Areals wurde jüngst im Stadtparlament schon gemunkelt, dass auf dem alten Krankenhaus-Gelände früher Wohnraum entsteht als einen Steinwurf entfernt zwischen Moschee und Humboldt-Gymnasium. Komme es zum Beschluss, sei dies ein „Meilenstein“, so Hetjes.

Kräftiger Nachschlag

Der nun formulierte neue B-Plan, den das Parlament in der April-Sitzung beschließen soll, ist Voraussetzung für eine Wohnbebauung der Fläche, die im rechtskräftigen B-Plan als Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Bis 1995 wurde sie von der Firma Vickers Systems GmbH genutzt. Für die Umwidmung musste die Stadt noch einen kräftigen Nachschlag an den Vorbesitzer des Grundstücks bezahlen. Das war so im Kaufvertrag aus dem Jahr 2009 festgeschrieben, da für die Stadt dadurch ein erheblicher Mehrwert erzielbar wird. Inklusive Nachschlag hat die Stadt, so Hetjes vor Jahresfrist bei der Bekanntgabe des Investoren-Zuschlags, knapp 8,7 Millionen Euro bezahlt, ein „guter Gewinn“ bliebe dennoch übrig.

Galerie- und Laubenganghäuser

Gewinnen sollen vor allem die vielen Homburger, die auf Wohnungssuche sind. Auch diejenigen, die auf eine preisgünstige Wohnung angewiesen sind. Rund 30 Prozent der geplanten „um die 300 Wohneinheiten“ sollen zu „günstigen beziehungsweise geförderten Konditionen vermietet werden“. Dies sei die Vorgabe, so Hetjes bei der Vorstellung des finalen Konzepts für den „Wohnungsbau für Durchmischung“. Etwa zehn Prozent sollen nach dem Hessischen Landesprogramm Soziale Wohnraumförderung bezuschusst und vergeben werden, weitere 20 Prozent nach dem so genannten Bad Homburger Modell mit Mietzuschuss gefördert werden. „Subjektförderung“ ist der offizielle Begriff dafür, sie hängt ab vom Gehalt des Bewerbers.

Wie sieht es aus das Vickers-Quartier nach Vollendung? „Baulich geschlossene Ränder sollen die Innenbereiche vor Lärmeinwirkungen abschirmen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Entlang der Frölingstraße sollen dafür drei viergeschossige Stadtvillen zuzüglich Staffelgeschoss sorgen, am Schaberweg gegenüber bilden „Galeriehäuser“ als viergeschossige „Laubenganghäuser“ mit Staffelgeschoss den südlichen Abschluss des Plangebietes. Dazwischen sind ruhige autofrei erschlossene Wohnhöfe (geparkt wird nur in von der Frölingstraße angefahrenen Tiefgaragen) vorgesehen, in einer „aufgelockerten, kleinteiligen Reihenhausbebauung mit drei Vollgeschossen“. Dazu Freiflächen, private Wohngärten und ein Netz von Wegen und Nachbarschaftsplätzen. Das große „Punkthaus“ mit fünf plus ein Geschossen ist im Osten vorgesehen, im Westen ein Gebäude mit Nahversorgungszentrum und Kinderbetreuungseinrichtung.

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