Bad Homburg (hw). Die Archäologie hat in den letzten Jahren zahlreiche neue Erkenntnisse zur römischen Geschichte in unserer Region hervorgebracht. Dabei rückt vor allem das 3. Jahrhundert in das Zentrum der Aufmerksamkeit, nachdem 2008 das spektakuläre Schlachtfeld am Harzhorn in Niedersachsen entdeckt wurde und den archäologischen Nachweis eines großen Germanien-Feldzug im Jahr 235 oder 236 lieferte. Das dort beteiligte römische Heer hatte seinen Weg von Mainz aus über die Wetterau genommen.
Eine besondere Rolle spielen dabei die Münzfunde aus den Kastellen am Limes. Diese stehen beim nächsten Vortrag des Geschichtsvereins am Donnerstag, 19. März, um 19.30 Uhr im KongressCenter im Kurhaus im Mittelpunkt. Seit der systematischen Erfassung aller bekannten römischen Münzen in Hessen in den 1980er Jahren hat sich deren Zahl vervielfacht. Auf dieser Grundlage sind einige Erkenntnisse über das Leben der römischen Soldaten am Limes möglich.
Der Referent, Dr. Frank Berger, ist einer der führenden deutschen Numismatiker. Von 1997 bis 2023 war er Kurator für Numismatik am Historischen Museum Frankfurt und war Lehrbeauftragter an mehreren Universitäten. Er analysierte unter anderem die Fundmünzen der Varusschlacht bei Kalkriese sowie jüngst die Fundmünzen vom Harzhorn. Für seine Arbeiten wurde er mit dem Ehrenpreis der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte ausgezeichnet.
Dieser römische Sesterz zeigt die Siegesgöttin Victoria im Triumph über eine am Boden kauernde Germanin.Foto: Berger
