Bad Homburg. Einladung, Gemeinschaft, Laternenlicht – die ökumenische Martinsfeier in der Familienkirche Herz Jesu im Gartenfeld stand ganz im Zeichen des Miteinanders. Pfarrer Christoph Gerdes und Pastoralreferent Werner Görg-Reifenberg begrüßten am frühen Abend zahlreiche Familien, Eltern und Kinder, die dick eingepackt, aber mit strahlenden Gesichtern und bunten Laternen in die Kirche gekommen waren.
Schon beim Eintreten lag ein freudiges Murmeln in der Luft. Die Kinder hielten ihre selbst gebastelten Laternen fest umklammert – kleine Kunstwerke aus Transparentpapier, Draht und Fantasie. Ganz verschiedene Motive gab es zu entdecken – leuchtende Katzen, Igel, leuchtende Sterne, Mondgesichter und andere Kunstwerke waren entstanden. In den Tagen zuvor hatten sie fleißig gebastelt und geübt, ihre Lieder unzählige Male wiederholt. Das erste Lied, das gemeinsam gesungen wurde, war „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. „Die erste Strophe klappt immer schon ganz sicher – aber sicherheitshalber haben wir die Liedzettel dabei“, sagte Christoph Gerdes schmunzelnd.
Dann begann das gemeinsame Feiern. In einem kleinen Martinsspiel erzählten die Kinder mit Unterstützung des Teams der Kita St. Franziskus die Geschichte des Heiligen Martin – begleitet von Bildern, die sie selbst gestaltet hatten. „Es braucht ein bisschen, bis alle ihren Platz gefunden haben – es muss aber ja nicht perfekt sein, es wird wunderschön“, so Werner Görg-Reifenberg augenzwinkernd. Und so war es: Mit einfachen Mitteln entstand eine ergreifende kleine Aufführung. Man hörte das Schnauben des Pferdes, das Klirren der Hufe, das sonore Rascheln, als Martin seinen Mantel teilte – eine Szene, die trotz ihrer Schlichtheit den ganzen Geist der Geschichte einfing. Nach dem Martinsspiel erklangen die Töne vom zweiten Lied – „Sankt Martin, Sankt Martin“.
Görg-Reifenberg sprach anschließend über Sankt Martin – und auch über andere Heilige, die den Menschen ein Vorbild sein können. Sankt Nikolaus, Sankt Franziskus, Sankt Martin – die Kinder konnten so einige benennen; und alle hätten sie aus sich selbst heraus Gutes getan, aber eines gemeinsam: „Sie hatten Jesus im Kopf, wenn sie handelten.“ Deshalb, sagte er, sei dieser Abend auch ein Anlass, sich zu erinnern, warum wir uns in der Kirche versammeln. „Gott ist wie ein guter Vater für alle Menschen.“ Wer wollte, betete mit beim Vaterunser.
Draußen wartete schon der Posaunenchor, drinnen setzte die Orgel zum letzten Lied an – ganz klassisch „Ich geh mit meiner Laterne“. Nach dem Schlussakkord öffneten sich die Türen, und ein sanftes Leuchten zog hinaus in die Dunkelheit. Geduldig standen die Kinder an ihren Laternen, als das Pferd mit dem Reiter erschien – Sankt Martin hoch zu Ross, das Fell im Laternenlicht hell glänzend.
„Abstand vom Pferd halten bitte, nicht zu viele auf einmal – am Ende darf gerne gestreichelt werden“, gab Görg-Reifenberg Anweisungen durch die Dämmerung.
Dann setzte sich der Zug auch schon in Bewegung: vorneweg der Reiter auf dem Pferd, gefolgt von Fackelträgern, dahinter ein langes Band aus Lichtern, Stimmen, frohen Gesichtern. Ein leises Rufen, Kinderlachen, Laternen, die im Wind tänzelten.
Durch das Gartenfeld schlängelte sich der Zug, ein warmes Lichtermeer inmitten der kalten Novembernacht. Wieder zurück am Gemeindehaus brannte ein beeindruckendes Feuer, der Posaunenchor spielte und der Duft von warmen Getränken und auch kleinen Leckerein stieg in die Luft. Der Förderverein der Kita hatte eine Spendenbox aufgestellt. Noch einmal sangen alle zusammen, die letzte Strophe von „Ich geh mit meiner Laterne“ – so konnte das Martinsfest gebührend gefeiert werden.
Langsam setzt sich die Gruppe aus Kindern mit ihren Laternen, Eltern und Großeltern in Bewegung. Der Heilige Sankt Martin führt auf seinem Pferd führt den Zug an.Foto: nel
Bevor der Laternenumzug stattfindet lauschen die Besucher der Geschichte von Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt.Foto: nel

