Bad Soden (Sc) – Seit nunmehr 10 Jahren verbindet die Stadt Bad Soden eine lebendige Partnerschaft mit Franklin im US-Bundesstaat Tennessee. In der vergangenen Woche waren 25 Gäste aus der Partnerschaft zu Besuch, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bad Soden dieses Jubiläum zu feiern. Den Höhepunkt der Festivitäten bildete das Freundschaftsfest, das am vergangenen Samstag im Alten Kurpark gemeinsam gefeiert wurde.
Franklin, Tennessee
Franklin ist eine historische Stadt im US-Bundesstaat Tennessee, südlich von Nashville. Besonders bekannt ist der Ort für seine gut erhaltene historische Altstadt mit vielen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist das Carter House, das an die Schlacht von Franklin während des Amerikanischen Bürgerkriegs erinnert. Außerdem ist Franklin für seine charmanten Geschäfte, Restaurants und Cafés sowie für zahlreiche Musik- und Kulturveranstaltungen bekannt. Die Mischung aus Geschichte, Südstaaten-Atmosphäre und modernem Stadtleben macht Franklin zu einer besonderen Partnerstadt für Bad Soden.
Am vergangenen Freitag hatte Bürgermeister Dr. Frank Blasch – gemeinsam mit Franklins Bürgermeister Ken Moore - zu einem Gespräch geladen, in dem sie die Gründungsaktivitäten Revue passieren ließen und ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die lebendige Partnerschaft auch in der Zukunft Bestand haben möge. Mit Ken Moore saß sogar einer der Gründungsväter auf dem Gesprächspodium – er hatte die Gründungsurkunde im Jahr 2016 gemeinsam mit Bürgermeister Norbert Altenkamp unterzeichnet.
Den Atlantik überwunden …
Bürgermeister Dr. Frank Blasch wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass in diesem Jahr der 80. Geburtstag des Landes Hessen gefeiert werde und dass es der amerikanischen Militärregierung zu verdanken gewesen sei, dass Hessen in seiner jetzigen Form im Jahr 1946 überhaupt gegründet werden konnte. Die ersten Kontaktanfragen zur jetzigen Partnerschaft mit Franklin seien aus den USA gekommen, so Blasch, aber man habe sich bei den Eingangsüberlegungen gefragt, ob der „Weg über den Atlantik“ nicht zu weit sei, um eine Städtepartnerschaft nachhaltig mit Leben füllen zu können. Die Praxis der vergangenen Jahre habe jedoch gezeigt, dass der Atlantik kein „Graben“ sein muss und ein aktiver Austausch durchaus möglich ist. Er wies auf die gegenseitigen Besuche hin und hob dabei den aktiven Part der Bad Sodener Vereine besonders hervor. Es freue ihn sichtlich, dass so viele junge Menschen beider Städte die Möglichkeit zum Austausch so rege wahrnehmen. Obwohl natürlich auch die „offiziellen“ Kontakte wichtig seien, ist er überzeugt, dass es den vielen persönlichen Kontakte und Erfahrungen der letzten Jahre zu verdanken ist, dass die Partnerschaft so positiv wahrgenommen wird. Gerade in den aktuellen Zeiten, in denen die transatlantischen Bündnisse auf dem Prüfstein stehen und sich eine Kommunikation auf Staatsebene schwierig gestalte, seien die Städtepartnerschaften und die daraus entstandenen deutsch-amerikanischen Freundschaften vielleicht jener Mosaikstein, der „das Ganze am Ende zusammenhält“. Blasch verwies auf die zahlreichen Gemeinsamkeiten, die die Bürgerinnen und Bürger beider Städte verbinde. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum seien deshalb eine bewusste Entscheidung gewesen – auch um ein Zeichen für eine gemeinsame Zukunft zu setzen.
Gemeinsamkeiten im Fokus
Franklins Bürgermeister Ken Moore nahm den Faden gerne auf und betonte in seinen Ausführungen die vielen Gemeinsamkeiten, die Bad Soden und Franklin verbinden. Zwar gebe es die Sprachbarriere und nur wenige Amerikaner sprächen Deutsch, aber er freute sich sichtlich, in Bad Soden zu Gast sein zu können. Zwar sei Franklin mit ca. 90.000 Einwohnern deutlich größer als Bad Soden, aber man teile den gemeinsamen Fokus auf gute Bildung und sei zudem wirtschaftlich sehr gut aufgestellt. Durch die Ansiedlung zahlreicher Unternehmen – darunter auch eine große deutsche Firma – freue man sich über einen großen Zuzug entsprechend ausgebildeter Mitarbeiter, die wiederum Wirtschaftskraft in die Stadt bringen. Franklin ist bekannt für seine guten Schulen und sein Kulturleben, was die Stadt auch für zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens als Wohnort attraktiv macht.
Ein besonderes Augenmerk legt auch Ken Moore auf den Schüler- und Kulturaustausch unter den Partnerstädten. Für die Zukunft würde er diese gerne ausweiten und intensivieren, um möglichst vielen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, erste Erfahrungen in Deutschland zu sammeln. Die Partnerschaft mit Bad Soden habe bereits deutliche Spuren in Franklin hinterlassen, denn dort ist seit mehreren Jahren ein „Christkindlmarkt“ im Kulturkalender zu finden – mit großem Tannenbaum und Lichtzeremonie versteht sich!
„Connections for Friendship“
Begleitend zu den Jubiläumsfeierlichkeiten und dem Freundschaftsfest findet in der Stadtgalerie im Kulturzentrum Badehaus die Jubiläumsausstellung „Connections for friendship – Franklin Tennessee meets Bad Soden am Taunus“ statt. Die Ausstellung wurde kuratiert von Michael Hein (IKUS) und Kim Cannon (Sister Cities of Franklin, USA). Die Ausstellung ist außerdem eine Kooperation mit World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. „Das Projekt schafft öffentliche Räume für Dialog, Kunst und ermöglicht einen Perspektivwechsel. Sie verknüpft die Werte und Kulturen beider Partnerstädte – kreativ, multimedial und immersiv im Zeichen von Demokratie und Freundschaft.“
Die Stadt Franklin liegt im Williamson County (Tennessee), etwa 30 Meilen von Nashville entfernt. Nashville ist fast jedem bekannt – die Stadt ist wohl eine der spannendsten Metropolen der Welt und gilt als Hauptstadt der Countrymusik. Von vielen Touristen ist sie der ideale Startpunkt für eine Reise durch die Südstaaten der USA. Franklin wurde 1799 gegründet und präsentiert sich in der Ausstellung als eine Stadt, die ihr reiches historisches Erbe bewahrt und sich gleichzeitig zu einer modernen Gemeinde entwickelt. Die Ausstellung ist geprägt von großformatigen Fotografien, die das besondere Flair dieser lebendigen Stadt einfangen. Idyllische, weitläufige Landschaften wechseln sich ab mit Ansichten pittoresker Straßenzüge, liebevoll renovierten Gebäuden aus einer Zeit, als die Stadt begann, sich zu entwickeln und schöne „Landhäuser“ begannen, den Wohlstand der Bürger widerzuspiegeln. Im Zentrum: die Main Street mit ihren liebevoll renovierten Antebellum-Häusern, die heute Restaurants, Bars und Galerien beherbergen. Aber auch eine Hommage an die Country-Musik darf nicht fehlen. Ein Ausstellungsraum ist diesem wichtigen Thema gewidmet- mit Gitarren, coolen Performancejacken und Memorabilia an den Wänden.
Im Rahmen der Kooperation mit der „World Design Capital Frankfurt Rhein Main 2026“ beinhaltet die Ausstellung auch drei zeitgenössische Installationen der Künstler Rosario Aróstegui und Victor Alaluf. Die Installation „Echos for Human Fragments“ mit seinen facettenreichen Bildausschnitten steht dabei für Weltoffenheit und Diversität. Die deckenhohen Büchersäulen symbolisieren die gesellschaftliche Basis, währen sichtbare und unsichtbare Stränge eine Verbindung zwischen Freundschaft und den gemeinsamen Werten schaffen. (Siehe Bericht auf Seite …..)
Battle of Franklin
Ein Raum der Ausstellung ist auch den Ereignissen in Bezug auf die Schlacht von Franklin im amerikanischen Bürgerkrieg gewidmet. Anhand von Fotos und Dokumenten wird hier der entscheidenden Schlacht am 30. November 1864 gedacht. Die Konföderierten (Südstaaten) unter General John Bell Hood griffen damals bei Franklin, Tennessee, die Stellungen der Union (Nordstaaten) an. Trotz schwerer Verluste gelang es den Unionstruppen, die Angriffe abzuwehren und die Konföderierten verloren in nur einer Nacht ca. 8.000 Soldaten, darunter viele ranghohe Offiziere. Die Schlacht endete mit einem klaren Sieg der Unionstruppen und schwächte Hoods Armee entscheidend. Nur wenige Tage später folgte die Niederlage der Konföderierten Armee bei Nashville. Fotos und Dokumente eröffnen einen Blick auf die damaligen Ereignisse und lassen auch nicht vergessen, dass es auf beiden Seiten Menschen gab, die ihr eigenes Leben riskierten, um den Verwundeten zu helfen.






