Parlamentarisches Sommerfest: Harmonie und gute Gespräche trotz Regentropfen

Auch in diesem Jahr lud Stadtverordnetenvorsteherin Dorothée Fink die Parlamentarierinnen und Parlamentarier zu einem gemeinsamen Sommerfest ein. Der kommunikative Abend diente zum ersten „Kennenlernen“ der Neu- und Alt-Parlamentarier.Foto: Scholl

Bad Soden (Sc) – Es war ein weiser Entschluss der Gastgeberin, das ursprünglich in der Kulturscheune vorgesehene Sommerfest der Stadtparlamentarier in den Bürgersaal in Neuenhain zu verlegen, denn der langersehnte Regen traf Bad Soden auch am Freitagabend und hätte das Fest unter freiem Himmel recht feucht werden lassen. So hatte Stadtverordnetenvorsteherin Dorothée Fink den Ort der Feierlichkeiten kurzerhand verlegt, was dem positiven Festverlauf auch absolut keinen Abbruch tat.

Der Bürgersaal in Neuenhain war geschmückt, die Tische am Freitagabend schön eingedeckt und so war auch hier alles gerichtet zum traditionellen „Parlamentarischen Sommerfest“, das seit vielen Jahren in der Folge einer Neuwahl des Stadtparlamentes (Kommunalwahlen) stattfindet. Es dient im Grunde der Begrüßung der „Neu-Parlamentarier“ und dem gegenseitigen Kennenlernen. Bereits Endes des vergangenen Jahres hatte es eine entsprechende Veranstaltung im Dezember gegeben (die Bad Sodener Woche berichtete), die dem Abschied derjenigen Stadtparlamentarier gewidmet war, die die Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl nun nicht mehr angehören - egal ob aus eigenem Bestreben oder mangels Wiederwahl.

Kommunikativer Abend

Der Abend begann mit einem Sektumtrunk im Foyer des Bürgerhauses. Der kommunikative Charakter dieser Veranstaltung war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt deutlich erkennbar. Es gab ein großes „Hallo“ an jeder Ecke, die Gäste freuten sich über ein Zusammentreffen mit alten Bekannten und natürlich wurden die „Neuen“ herzlich begrüßt. Man kennt sich zwar, das heißt aber nicht unbedingt, dass man auch immer ins Gespräch kommt, weshalb diese Veranstaltung für die fraktionsübergreifende politische Arbeit umso wichtiger ist. In einem persönlichen Gespräch zu erfahren, wie der „politische Gegner“ denkt und festzustellen, dass man auf anderen Gebieten vielleicht gar nicht so weit auseinander liegt, ist ganz sicher eine interessante menschliche, wie auch politische Erfahrung.

Drei Wünsche

In ihrer Eigenschaft als Gastgeberin eröffnete Stadtverordnetenvorsteherin Dorothée Fink den Abend mit einem charmanten Lächeln und einer angenehm kurzen Ansprache. Im Anschluss an die Begrüßung der Gäste formulierte sie drei Wünsche, die sie, nicht nur in Bezug auf die gemeinsame parlamentarische Arbeit, an die Anwesenden richtete: Sie wünschte sich für diesen Abend eine beschwingte Feier mit guten Gesprächen. Ihr größtes Anliegen – ganz besonders im Stadtparlament – ist ein konstruktiver Austausch und ein positives Miteinander. Darüber hinaus bat sie darum, für diesen Abend einmal die unterschiedlichen politischen Standpunkte beiseite zu schieben und übergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen. Last, but not least, warb sie auch dafür, die gute Stimmung des Abends in die politische Arbeit mitzunehmen und einen positiven Umgang miteinander zu pflegen.

Handeln zum Wohl der Stadt

Bürgermeister Dr. Frank Blasch erinnerte an das erste Parlamentarische Sommerfest in Bad Soden, das im Jahr 2021 stattfand – damals unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie in der „Veranstaltungsarena“ gleich neben dem heute im Umbau zum Rathaus befindlichen Medico Palais. Er blickte auf anstrengende sechs Monate zurück, in denen angesichts der Kommunalwahl viel Arbeit auf die politisch Aktiven, aber auch auf die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer zugekommen war. „So ein Wahlkampf kostet viel Kraft und Energie und mit der Wahl ist die Arbeit längst noch nicht getan“, so seine Worte. Nun habe er, gemeinsam mit den Vertretern des Stadtparlaments und des Magistrats, die nächsten fünf Jahr fest im Blick. Das Handeln der Gremien müsse immer im Sinne und Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Soden erfolgen und auch er wünschte sich, dass der positive, gemeinsame Geiste erhalten bleibe und die Politik auf ein konstruktives Miteinander hinarbeite, denn auch in dieser Legislaturperiode stünden zahlreiche wichtige Themen und Entscheidungen (z.B. Gewerbeansiedlung Sinai, Gestaltung Rathauskarree) an. Mit dem Satz „Dieser Abend ist der Startschuss für eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, beendete er seine Ansprache und es folgten die Ehrungen für die ausgeschiedenen Stadtparlamentarier.

Ehrungen

Mit offiziellen Ehrentiteln entsprechend ihres langjährigen Engagements in städtischen Gremien wurden geehrt:

Julia Kappel-Gnirs (Ehrenstadtverordnete). Sie galt im Stadtparlament, dem sie 32 Jahre als Stadtverordnete angehörte, immer als der „liberal konservative Kompass“. Julia Kappel-Gnirs schied aus persönlichen und beruflichen Gründen aus dem Stadtparlament aus.

Dr. Heiner Kappel (Ehrenstadtrat)

Der Bad Sodener „Politfuchs“ war insgesamt 44 Jahre in den städtischen Gremien tätig – davon 39 Jahre als Stadtverordneter und 5 Jahre als Magistratsmitglied. Dr. Kappel schied aus gesundheitlichen Gründen aus. Die Ehrung nahm seine Ehefrau stellvertretend entgegen.

Helmut Witt (Ehrenstadtverordnetenvorsteher)

Der langjährige Bad Sodener Stadtverordnetenvorsteher war am Abend leider nicht anwesend und erhält seine Urkunde zu einem späteren Zeitpunkt.

Harmonisches Miteinander

Im Anschluss an die Ansprachen und die darauffolgenden Ehrungen und Verabschiedungen gingen die Gäste zum gemütlichen Teil der Veranstaltung über. Die Stimmung war gelöst und kann mit Sicherheit als „kommunikativ“ beschrieben werden. Zu interfraktionellen Gesprächen luden auf jeden Fall auch die Warteschlangen am Buffet ein, die sich nach dessen Eröffnung recht zügig bildeten. Von leckeren Antipasti und Salaten über frisch zubereitete Crêpes, Lasagne und französisch angehauchtem Hühnchen bis hin zu Limonen-Joghurt Mousse und Panna Cotta – das Buffet ließ keine Wünsche offen und bot eine hervorragende Grundlage für den weiteren Abend mit kühlen Getränken und einem Gläschen Wein. Der Abend entwickelte sich genau so, wie es sich Stadtverordnetenvorsteherin Dorothée Fink gewünscht hatte: lockere Gespräche – über die Parteigrenzen hinweg – und ein positives Miteinander prägten den harmonischen Abend und lassen darauf hoffen, dass Gleiches zukünftig auch für die politische Arbeit zum Wohle der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger gelten wird.

Mit offiziellen Ehrentiteln entsprechend ihres langjährigen Engagements in städtischen Gremien wurden geehrt: Julia Kappel-Gnirs als Ehrenstadtverordnete (2.v.r.), Dr. Heiner Kappel als Ehrenstadtrat (für ihn nahm seine Ehefrau die Ehrung entgegen) und Helmut Witt als Ehrenstadtverordnetenvorsteher (nicht im Bild). Die Ehrungen wurden von Stadtverordnetenvorsteherin Dorothée Fink (l.) und Bürgermeister Dr. Frank Blasch (r) vorgenommen.Foto: Scholl

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