Bad Soden (Sc) – Der neue Kurpark in Bad Soden ist – Dank des Engagements der NABU Ortsgruppe Bad Soden – um eine erfreuliche Attraktion reicher. Direkt am Ende der Straße „Am Thermalbad“ hat die „Schmetterlingsspirale“ ihre Heimat gefunden und soll, ergänzt um eine informative Schautafel, die Bürgerinnen und Bürger über das Thema „Artenvielfalt“ und nachhaltige Bepflanzung informieren. „Die Schmetterlingsspirale im Neuen Kurpark von Bad Soden ist eine Aktion, die Anregungen zur Pflanzenwahl in Gärten und auf Terrassen geben soll. Von den 150 gepflanzten heimischen Wildstauden profitieren nicht nur Schmetterlinge, sondern auch Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer sowie zahlreiche andere Insekten“, so der NABU auf seiner Homepage.
Konzeption und Bau
Die Idee für die Schmetterlingsspirale stammt von Klemens Fischer (NABU Bad Soden), der das Projekt schon seit längerer Zeit „im Kopf“ hatte. Um die Finanzierung sicherzustellen, hatte er das Konzept zwar bei „Lotto Genau“ veröffentlichte, ein Gewinn ergab sich bei dieser Umweltlotterie dieses Mal jedoch nicht. Aber der NABU kann sich glücklich schätzen, auch private Sponsorinnen und Sponsoren in seinen Reihen begrüßen zu dürfen und so ist es der zweckgebundenen Spende von Heike Althenn-Mims zu verdanken, dass das lehrreiche Projekt nun an dieser Stelle verwirklicht werden konnte. Für die Umsetzung und den Bau der bepflanzten Natursteinspirale zeichnete Iris Sparwasser (Natur(t)räume), Spezialistin für die Anlage von Naturgärten, aus Hofheim verantwortlich. Die Projektkosten beliefen sich auf insgesamt ca. 8.500 Euro, wobei die Privatspende den Löwenanteil der Kosten deckte – aber auch die Nele Neuhaus Stiftung und natürlich der NABU Bad Soden trugen einen Teil zur Gesamtfinanzierung bei. „Die Planung begann im vergangenen Jahr, die Anlage der Spirale und die Bepflanzung dauerten dann lediglich drei Tage“, berichtete Klemens Fischer. An den ersten heißen Tagen nach der Fertigstellung übernahmen die Mitglieder des NABU die Bewässerung „per Hand“, bevor die Stadt – nachdem Kapazitäten frei wurden – die Bewässerung übernahm.
Gewinn für den neuen Kurpark
Bürgermeister Dr. Frank Blasch hatte es sich nicht nehmen lassen, der „offiziellen“ Einweihung der bepflanzten Schmetterlingsspirale ebenfalls beizuwohnen und freute sich sichtlich über den Blickfang im Park. Die Stadt, so merkte er in seiner Ansprache an, habe den Platz gerne für dieses naturnahe Projekt zur Verfügung gestellt. Er dankte den Initiatoren vom NABU für ihr Engagement und die schöne Idee, die den neuen Kurpark für die Besucherinnen und Besucher nun noch attraktiver werden lasse. Dr. Blasch berichtete auch von Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, die bereits während der Bauzeit Interesse an dem Projekt zeigten und sich über den Fortgang informierten.
Bei Bepflanzungen umdenken
„Fünf Quadratmeter Schmetterlingsspirale retten natürlich nicht die Welt“, so Klemens Fischer, aber es sei dem NABU ein Anliegen, auf die Grundproblematik hinzuweisen, dass die Anpflanzung von z.B. Kirschlorbeer oder Sommerflieder in den heimischen Gärten – im Hinblick auf die Artenvielfalt - wenig sinnvoll sei. Bei vielen Gartenbepflanzungen werden Neophyten verwendet, die zwar schick aussehen, den heimischen Insekten jedoch keine Nahrung oder Eiablageplätze mehr bieten. Das Ergebnis ist, so Fischer, im massiven Rückgang der heimischen Insektenvielfalt zu beobachten. Wo u.a. Wildbienen und Schmetterlinge keine Nahrung mehr finden, verschwinden die Insekten und kehren in der Regel auch nicht mehr zurück.
Schautafel zeigt notwendige Artenvielfalt
Direkt neben der neu angelegten Schmetterlingsspirale hat der NABU eine Schautafel installiert, welche über die Notwendigkeit der Artenvielfalt informiert. Nicht weniger als 150 einheimische Wildstauden wurden in der Spirale gepflanzt. Die Tafel weist ergänzend auf die Zusammenhänge von Insektenpopulation und botanischer Artenvielfalt hin und soll darüber hinaus als Anregung dienen, vergleichbare Konzepte auch im eigenen Garten oder auf der heimischen Terrasse umzusetzen. Der Appell ist deutlich: Die Anpflanzung von mehr einheimischen Stauden und Blühpflanzen in privaten und öffentlichen Anlagen, um die Artenvielfalt zu erhalten und den Insekten mehr Lebensraum zu ermöglichen.
Bürgerengagement
Neben der NABU-Ortsgruppe Bad Soden sind es auch zwei Bürgerinnen, die sich im für die Schmetterlingsspirale engagieren. Neben Heike Althenn-Mims, die das Projekt als Hauptsponsorin überhaupt erst ermöglichte, kümmert sich die Naturfotografin Elisabeth Oschkinat in Zukunft um die Bepflanzung und die Pflege der schönen Anlage. „Ich wohne in der Nähe und habe bereits unmittelbar nach Fertigstellung der Schmetterlingsspirale wunderschöne Aufnahmen machen können“, so Oschkinat – ein Zeichen dafür, dass dieses naturnah geplante Projekt bei seinen tierischen „Nutznießern“ hervorragend ankommt.




