Bad Soden (Sc) – Die Chormitglieder stimmten sich noch auf ihren musikalischen Einsatz ein, als sich die ersten geladenen Gäste im Foyer des Kulturzentrums Badehaus im Alten Kurpark einfanden. Zahlreiche Gäste hatten die Einladung gerne angenommen, um am Dienstagabend vergangener Woche einer ganz besonderen Ehrung beizuwohnen. Ausgezeichnet wurde an diesem Abend Tobias Landsiedel für sein besonderes Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit im Chor.
„Schwarzer Löwe“ – Auszeichnung
Mit dem „Schwarzen Löwen“ ehrt der Lions Club Bad Soden einmal jährlich Einzelpersonen oder Organisationen, die sich ehrenamtlich außergewöhnlich für andere Menschen einsetzten. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert, wird regional vergeben und ist eine Art „Bürgerpreis“ für soziales Engagement vor Ort. Tobias Landsiedel wurde in der vergangenen Woche für sein Engagement im Bereich Kirchenmusik und Chorarbeit mit jungen Menschen ausgezeichnet.
Eckhard Wendt, amtierender Präsident des Lions Club Bad Soden-Vortaunus, eröffnete den Abend und hieß die Gäste auf das Herzlichste willkommen. Er zeigte sich erfreut, dass die Auszeichnung „Schwarzer Löwe“ neu belebt werden konnte und brachte zum Ausdruck, dass er sich keinen Besseren als Tobias Landsiedel für diese Auszeichnung habe vorstellen können.
Tobias Landsiedel – Moderne Chorarbeit begeistert
Wer in Bad Soden über Tobias Landsiedel spricht, bringt ihn sofort mit seinem Engagement als Chorleiter, Komponist und Kirchenmusiker in Verbindung – durch seine Arbeit mit der Jungen Kantorei Bad Soden und dem Chor „JuVokal“ ist er weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Tobias Landsiedel studierte Schulmusik, Kirchenmusik und Chorleitung in Frankfurt und verfügt über eine Zusatzausbildung, unter anderem am Complete Vocal Institute in Kopenhagen. Außerdem unterrichtet er Chor- und Ensembleleitung an der Hochschule Mainz und wirkte als Regionalkantor für Neue Geistliche Musik im Bistum Mainz. Seit vielen Jahren ist er Chorleiter der Jungen Kantorei und des Chores „JuVokal“ in Bad Soden. Auch als Komponist machte er sich bereits einen Namen, unter anderem mit Chormusicals wie „Gleis 21“ und „Mission Jerusalem“. Regelmäßig leitet er Konzerte, Musicalprojekte sowie kirchenmusikalische Veranstaltungen. Zu seinen Erfolgen zählen mehrere erste Plätze mit seinen Chören beim Deutschen Chorfest. Darüber hinaus ist Landsiedel anerkannt für seine chorpädagogische Arbeit, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen. Als engagierter und anerkannter Chorleiter und Musiker spielt Tobias Landsiedel vor allem in der jugendorientierten Chorarbeit eine wichtige Rolle in Bad Soden. Seine Stärke liegt in der Kombination aus pädagogischer Arbeit, eigener Musik und moderner Chorarbeit.
Patrizia Bamberg-Kunz – Laudatio
Lioness Patrizia Bamberg-Kunz hielt die Laudatio auf den Preisträger und zeigte sich von seiner Arbeit und seinen musikalischen Erfolgen begeistert. Als Chorleiter und Komponist, so Bamberg-Kunz, bringe Tobias Landsiedel die Menschen zusammen. Sein großes Engagement und seine Leidenschaft für die Chormusik sei bei den Auftritten förmlich spürbar, der Klang seiner Arrangements setze „etwas in Gang“ und ziehe die Menschen in ihren Bann. In der Chormusik gehe es, so merkte sie an, nicht darum, die oder der Beste zu sein, sondern gemeinsam ein großes Ganzes zum Klingen zu bringen. Chor sei eine Gemeinschaftsleistung und Tobias Landsiedel sei in der Lage, eben diese Gemeinschaft zu erschaffen und zum Klingen zu bringen. In seiner modernen Chorarbeit räume er auch musikalischer Kreativität einen Platz ein – wer hat sonst einen Beatboxer in seinem Chor - und wohl gerade deshalb klingen seine Arrangements so offen, frei und mitreißend.
Mit großem Sachverstand gelinge es Tobias Landsiedel, den Chor „zum Klingen“ zu bringen und auch bereits die Jüngsten für das gemeinsame Singen im Chor zu begeistern. „Gemeinsam Dinge schaffen, die alleine fast nicht möglich sind“ sei ein musikalischer Grundsatz, den auch die Jugend unter seiner Leitung gerne lebt.
Tobias Landsiedel – Dankesrede
Im Anschluss an die Übergabe der Auszeichnung durch Clubpräsident Eckhard Wendt richtete Tobias Landsiedel einige Worte an die Gäste – nicht ohne sich, auch im Namen seines begeisterten Sohnes, für die Figur des „Schwarzen Löwen“ zu bedanken. Sein Dank galt, neben dem Präsidium des Lions Club, auch seiner Familie und insbesondere seiner Frau Esther, die ihn nach Kräften unterstütze und durch ihr eigenes Engagement auch maßgeblich zum Erfolg der Chöre beiträgt. Den Preis, so Landsiedel, möchte er mit allen Beteiligten gleichermaßen teilen, denn „Chor ist Familie“ – nur durch das Engagement aller könne man so viel bewegen und dabei viele Generationen „mitnehmen“. Auch für seine Ansprache hatte er sich etwas Besonderes überlegt – jedem einzelnen Buchstaben der Worte „JUNGE KANTOREI BAD SODEN“ hatte er eine Bedeutung zugeordnet. Ob „Jung“, „Unglaublich“, „Neue Musik“ oder „Team“ – viele Begriffe fanden ihre Erwähnung und sie alle konnte Tobias Landsiedel mit Leben füllen – bis hin zum letzten „N“, das für ihn „Noch viele Jahre weiter wachsen und Neues probieren“ bedeutete. Man darf ganz sicher gespannt sein, was die Junge Kantorei Bad Soden und „JuVokal“ in Zukunft wohl noch an Spannendem im Programm haben werden.
Die anwesenden Chormitglieder begleiteten die Veranstaltung mit mehreren Liedern und begeisterten die anwesenden Gäste mit tollen Arrangements und mitreißendem Gesang. Den Gästen eröffnete sich ein tolles Chorerlebnis, das vieles Bekannte in den Schatten stellte. Die jungen Chormitglieder räumten ordentlich mit den „angestaubten“ Erwartungen an Chorgesang auf: ob doppelchöriger Gesang, Beatbox als Begleitung oder schwungvolle Arrangements – die Füße der Anwesenden wippten mit und mit dem Song „Lila Wolken“ leitete der Chor dann auch gleich in den inoffiziellen Teil des Abends über, der bei einem Glas Wein ganz sicher einen harmonischen Ausklang fand.
Bürgermeister Dr. Frank Blasch (links), selbst begeisterter Chorsänger, gratulierte Tobias Landsiedel (Mitte) zu seiner Ehrung. Lions-Präsident Eckhard Wendt überreichte die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde.Foto: Scholl

