Eschborn schwimmt weiter im Geld

Eschborn (MS) – Auch wenn Bürgermeister und Kämmerer Adnan Shaikh (CDU) weiterhin ein Haushaltsdefizit von rund 7 Millionen Euro zum Jahresende an die Wand malt, hat Eschborn auch im Jahr 2026 gute Chancen, das Jahr mit einem dicken Plus abschließen zu können.

Vergangene Woche hat Adnan Shaikh die Zahlen für das erste Drittel des Jahres vorgelegt. Üblicherweise erstattet die Verwaltung zweimal im Jahr Bericht darüber, wie es mit der Umsetzung des aktuellen Haushaltsplans aussieht. Wegen „personeller Engpässe und einem erhöhten Arbeitsaufkommen“ wurde der Bericht zur Lage am 30. April laut Adnan Shaikh erst vier Monate später fertig.

Trotz des Verlustes, der auf dem Papier im Haushaltsplan für 2026 steht, haben sich in den ersten vier Monaten des Jahres vor allem die Gewerbesteuereinnahmen viel besser entwickelt als vorhergesehen. Bis Ende April hatten die Unternehmen der Stadt bereits 64,1 Millionen Euro an die Stadt bezahlt. Bis zum Ende des Jahres rechnet die Stadt nun mit 295,4 Millionen Euro, also mit 33,4 Millionen Euro mehr als bisher geplant. Auch wenn aktuell noch nicht klar ist, wie sich die Einnahmen in den verbleibenden Monaten entwickeln werden, ist ein Haushaltsdefizit am Ende des Jahres damit sehr unwahrscheinlich. Und auch wenn Adnan Shaikh das bisher erwartete Defizit in Höhe von 7 Millionen Euro noch nicht abräumen will, heißt es in seinem Bericht: „Die Verwaltung geht derzeit davon aus, dass die Planzahlen für das Gesamtjahr erreicht oder sogar übertroffen werden.

Grundsätzlich weist der Bericht aber auf die „starke Abhängigkeit von wenigen Unternehmen“ hin. Die zehn größten Gewerbesteuerzahler sorgten in den Jahren 2024 bis 2026 durchschnittlich für fast 60 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen. Adnan Shaikh bezeichnet das als „starke Klumpenbildung“.

Millionen liegen bereit

Erhebliche Summen stehen bei den Investitionen noch aus dem vergangenen Jahr zur Verfügung. Aus früheren Jahren sind rund 90,6 Millionen Euro für geplante und angefangene Projekte übrig, die bisher noch nicht angefangen wurden oder sich noch in einer früheren Phase als ursprünglich geplant befinden. Nimmt man die neuen Investitionen hinzu, die die Stadt in diesem Jahr tätigen will, können in diesem Jahr rund 146,7 Millionen Euro in bereits beschlossene Projekte investiert werden. Tatsächlich ausgegeben hat die Stadt im ersten Drittel des Jahres davon gerade einmal 13,1 Millionen Euro, also nicht einmal neun Prozent davon. Ausgeschrieben waren bis Ende April immerhin Leistungen im Wert von 37 Millionen Euro.

Zu den großen Projekten zählt das neue 50-Meter-Becken im Wiesenbad. Einschließlich übertragener Mittel stehen dafür rund 11,9 Millionen Euro bereit. Bis Ende April waren davon aber nur rund 1,15 Millionen Euro ausgegeben und Aufträge für weitere knapp neun Millionen Euro vergeben. Für den Umbau und die Erweiterung des Rathauses beträgt der angepasste Ansatz für 2026 rund 16,9 Millionen Euro. Davon waren im ersten Drittel des Jahres nur rund 545.000 Euro ausgegeben und Aufträge über rund 4,88 Millionen Euro erteilt. Ähnlich sieht es bei der Stadthalle, der Tiefgarage unter dem Rathausplatz, der neuen Bücherei und diverser anderer Bauprojekte aus.

Viel Geld auf dem Konto

Auf den Konten verfügt Eschborn weiterhin über ein riesiges Polster. Ende April betrugen die flüssigen Mittel rund 334,5 Millionen Euro. Die ordentlichen Rücklagen gibt die Verwaltung vorläufig mit 730 Millionen Euro an. „Hohe ordentliche Rücklagen und starke Gewerbesteuereinnahmen sichern einen positiven Ausblick auf die Folgejahre“, schreibt Adnan Shaikh in seinem Bericht.

Trotz dieser Reserven sieht er aber keinen Anlass, die Risiken aus dem Blick zu verlieren. Entscheidend bleibe vor allem die weitere Entwicklung der Gewerbesteuer. Wie belastbar die derzeit günstigen Zahlen sind und welche Auswirkungen die Gewerbesteuerumlage hat, soll sich im nächsten Haushaltsbericht zeigen, der zum Stichtag 30. September erstellt wird.

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