Hospiz steht wieder auf der Tagesordnung

Eschborn (MS). Eine alte Idee feiert in Eschborn ein politisches Comeback: der Bau eines stationären Hospizes in der Stadt. In Ihrer Sitzung am 7. Mai werden die Stadtverordneten voraussichtlich entscheiden, das Projekt noch einmal ergebnisoffen zu prüfen.

Das war 2021 schon einmal der Fall. Schon damals befassten sich Stadtparlament und Magistrat mit dem Thema, nachdem der Eschborner Hospizverein „Lichtblick“ dafür geworben hatte und die Kommunalpolitiker mit umfangreichen Informationen zum Thema Hospizarbeit versorgt hatte. Ein stationäres Hospiz ist eine Einrichtung, in der unheilbar kranke Menschen palliativmedizinisch begleitet werden. Sie sollen einen „würdevollen letzten Weg durch ganzheitliche Zuwendung, Linderung von Schmerzen und Einbeziehung der Angehörigen“ ermöglichen, heißt es in einem gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen.

Vor fünf Jahren war der Magistrat allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass es im Main-Taunus-Kreis und damit in Eschborn keinen Bedarf für ein weiteres Hospiz gibt. Seinerzeit war die einzige derartige Einrichtung im Kreis – das Hospiz „Lebensbrücke“ in Flörsheim – nicht ausgelastet. Daher wurde befürchtet, dass ein weiteres Hospiz in Eschborn die schwierige Situation der bereits bestehenden Einrichtungen verschlechtern würde.

Nach Angaben von Seniorendezernent Helmut Bauch, der sich bereits 2021 für ein Hospiz in Eschborn eingesetzt hatte, ist das Interesse an einer solchen Einrichtung in der Bevölkerung weiterhin groß. Daher soll nun noch einmal geprüft werden. „Nach mehr als fünf Jahren könnten sich die Rahmenbedingungen jedoch verändert haben. Deshalb halten wir eine erneute, ergebnisoffene Prüfung für sinnvoll“, sagt Sebastian Brekner von der CDU. Der demographische Wandel mache auch vor Eschborn keinen Halt. Eschborn wolle aber keinen „Alleingang“ ohne Absprache mit den anderen Städten und Gemeinden des Main-Taunus-Kreises machen.

Unterstützung bekommt die schwarz-grüne Koalition von ihrem ehemaligen Koalitionspartner FWE. Die Freien Wähler hatten bereits vor fünf Jahren die Diskussion angestoßen und unterstützen daher den Antrag von CDU und Grünen. „Die FWE wird sich dafür einsetzen, dass aus der Prüfung konkrete Schritte folgen und dieses nicht bei einer bloßen Fortschreibung früherer Ergebnisse stehen bleibt, sondern echte Perspektiven für eine Umsetzung eröffnet“, heißt es in einer Pressemitteilung.



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