Die neue Stadtbücherei soll jetzt im hinteren Teil der Erweiterung der „Neuen Stadtmitte“ in der Unterortstraße gebaut werden.Grafik: ADNBA
Eschborn (MS). Überraschende Wende beim Bauprojekt rund um den Rathausplatz: Die neue Stadtbücherei soll nicht mehr neben dem Rathaus entstehen, sondern rund 100 Meter weiter in der geplanten Erweiterung der „Neuen Stadtmitte“ in der Unterortstraße. Das wurde bei einer Sondersitzung des Bau- und Umweltausschusses am Mittwoch vergangener Woche bekannt.
Da präsentierten Bauamtsleiter Alexander Schilling und Projektsteuerer Frank Brunner ihre Ideen, wie sie das Problem lösen wollen, dass die Obere Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt die bisherigen Bücherei-Pläne nicht genehmigen will. Wie berichtet hat die Behörde im vergangenen Dezember der Stadt mitgeteilt, dass sie einer Überbauung des Westerbachs mit einem neuen Büchereigebäude am Rathausplatz nicht zustimmen werde.
Gab man sich im Rathaus bisher noch zuversichtlich, dass die Genehmigung doch noch irgendwie zu bekommen sei, bezeichnete Frank Brunner ein Festhalten an den Plänen nun als „sehr riskant“. Nach den schlechten Nachrichten aus Darmstadt hatte das Bauamt alle möglichen Varianten geprüft. Ergebnis: Am Rathausplatz geht es nicht. Würde man das Büchereigebäude vom Westerbach weg in die Platzmitte rücken, wird der Platz zu eng. Die Bücherei ins Rathausgebäude zu integrieren, funktioniert auch nicht, weil sie dadurch keinen eigenen Eingang mehr hätte. Und die Bibliothek auf die neue Stadthalle zu satteln, falle aus statischen Gründen aus.
Also soll der Neubau der Stadtbücherei nun ganz aus dem Ensemble genommen werden. Statt am Rathausplatz sollen die Eschborner Leseratten ab dem nächsten Jahrzehnt in der benachbarten „Neuen Stadtmitte“ ihre Heimat finden. Im Bauabschnitt III, wo einst die Filiale der Taunussparkasse war, will die städtische GWE demnächst auf 2.600 Quadratmetern Wohnungen und Ladengeschäfte bauen. Im hinteren Teil haben die Planer nun eine Ecke gefunden, in der die Bücherei platziert werden kann. Nach Angaben von Alexander Schilling müssten dazu nur drei Wohnungen und ein Teil der Gewerbeflächen entfallen und schon wäre die Bibiothek untergebracht. Da das Bauprojekt zurzeit noch in einer sehr frühen Planungsphase sei, könne die Änderung noch vorgenommen werden. Auch die Geschäftsführung der GWE habe bereits Zustimmung signalisiert.
Rechtliche Bedenken
Wie schon bei der Sitzung des Ausschusses im Februar warnten SPD und FDP vor möglichen rechtlichen Konsequenzen. Denn sowohl das Bauprojekt am Rathausplatz als auch die Pläne für den dritten Bauabschnitt der „Neuen Stadtmitte“ sind Ergebnisse von Architektenwettbewerben. Da drohen schnell Schadenersatzansprüche, wenn ein Bauherr die Pläne nachträglich ohne hinreichende Begründung ändert.
Nach Angaben von Bürgermeister Adnan Shaikh hat die Stadt das bereits prüfen lassen. Der Rathausplatz müsse daher an der Bachseite irgendeine Form der Einfassung bekommen. Das könnten aber auch einige Bäume sein.
Nach der Präsentation der Grundidee will die Stadt in den kommenden Wochen detaillierte Pläne erarbeiten lassen, wie der Rathausplatz ohne Bücherei und die „Neue Stadtmitte“ mit Bücherei aussehen könnten. Und wenn diese Pläne vorliegen, könne er auch berichten, was die neuen Planungen kosten werden, versprach Adnan Shaikh.
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