Koalition will weniger strenge Quote

Eschborn (MS). In Eschborn soll der Anteil geförderter Wohnungen bei Neubauten sinken. CDU und Grüne wollen die bisherige Quote bei größeren Neubauvorhaben von 30 Prozent auf 20 Prozent reduzieren. Zusätzlich planen sie ein Modell für günstige Wohnungen für den „Mittelstand“. Ein entsprechender Antrag der schwarz-grünen Koalition wurde am vergangenen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert.

CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Oberlis begründet den Vorstoß mit dem Bedarf unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Eschborn habe beim sozialen Wohnungsbau bereits viel erreicht. Mit 580 geförderten Wohnungen liege die Stadt im Kreis weit vorne. Ziel sei es, auch für Berufsgruppen wie Pflegekräfte bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.Unterstützung kommt von der FDP. Dr. Annette Christoph sieht in der bisherigen Quote ein Hindernis für Investoren.

Kritik äußern SPD, Freie Wähler (FWE) und Linke. SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Sauter betonte, bezahlbarer Wohnraum sei eine zentrale Aufgabe der Kommune. „Diese Reduktion ist weder sachlich begründet noch sozial verantwortbar. Die Koalition setzt weiterhin auf Bestandsbewirtschaftung statt auf echten, bezahlbaren Neubau für diejenigen, die ihn am dringendsten benötigen.“

Eine geringere Quote könne dazu führen, dass weniger Sozialwohnungen entstehen. In einer Pressemitteilung der FWE heißt es: „Gerade vor dem Hintergrund steigender Mieten und einer angespannten Wohnraumsituation sehen wir die Reduzierung kritisch. Auch die stärkere Fokussierung auf Reihen- und Einfamilienhäuser halten wir für nicht zielführend, da diese Wohnformen für viele Menschen kaum bezahlbar sind.“

Die Koalition wies die Vorwürfe zurück. Stefan Henschel von den Grünen erklärte, Eschborn werde beim geförderten Wohnraum weiter eine führende Rolle einnehmen.



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