Eschborn (MS). Die Fraktion „Die Linke“ setzt sich für die Einführung einer Katzenschutzverordnung in Eschborn ein und hat einen entsprechenden Antrag an die Stadtverordnetenversammlung gestellt. Der Magistrat soll danach eine Verordnung erlassen, die für freilaufende Katzen eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht vorsieht.
Zur Begründung verweist die Fraktion auf die große Zahl freilebender Katzen in Deutschland. Diese Tiere vermehrten sich unkontrolliert und könnten sich zudem mit nicht kastrierten Hauskatzen fortpflanzen. Die Folgen seien wachsende Populationen herrenloser Katzen und zusätzliche Belastungen für Tierheime und Tierschutzvereine. Konkrete Zahlen zur Situation in Eschborn nennt „Die Linke“ in ihrem Antrag nicht.
Nach Auffassung der Fraktion würde eine Kennzeichnung und Registrierung freilaufender Katzen dazu beitragen, Eigentümerinnen und Eigentümer schneller zu ermitteln. Aufgefundene Tiere könnten dadurch rascher zurückgegeben werden. Das verkürze die Aufenthaltsdauer in Tierheimen und senke die damit verbundenen Kosten.
Zudem verweist die Fraktion auf gesundheitliche Probleme freilebender Katzen. Viele Tiere litten unter Krankheiten, Parasitenbefall, Verletzungen oder Mangelernährung. Einige Krankheiten könnten auch auf Hauskatzen und teilweise sogar auf Menschen übertragen werden. Eine Begrenzung der unkontrollierten Vermehrung könne deshalb Tierleid verringern und zugleich dem Gesundheits- und Seuchenschutz dienen.
„Die Linke“ verweist außerdem darauf, dass bereits mehr als 2.000 Städte und Gemeinden in Deutschland entsprechende Regelungen eingeführt hätten. Dazu gehörten auch Städte wie Hofheim, Flörsheim und Kelkheim. Für die Umsetzung in Eschborn könne auf eine vom Tierschutzbeauftragten des Landes Hessen bereitgestellte Mustervorlage zurückgegriffen werden.
CDU unterstützt Vorschlag
Mit ihrem Antrag könnte „Die Linke“ dieses Mal sogar einmal durchkommen. Denn selbst die CDU-Fraktion hat Zustimmung signalisiert und sich dafür ausgesprochen, des Erlass einer Katzenschutzverordnung zu prüfen. Die größte Fraktion im Stadtparlament will allerdings genau hinsehen. „Bevor wir die Verwaltung beauftragen, eine solche Verordnung zu erarbeiten, ist es gesetzlich notwendig und opportun, dass wir die rechtlichen Voraussetzungen prüfen lassen, zumal die Einführung einer Verordnung immer auch mit Bürokratie und Belastung verbunden sind“, erklärt die CDU-Stadtverordnete Julia Oberlis. Danach werde sich das Parlament das Ergebnis der Prüfung genau anschauen und Vor- und Nachteile für die Bürgerinnen und Bürger und vor allem auch für die Katzenhalter abwägen.