So könnte der Bereich um den Bahnhof Eschborn-Mitte ab 2030 aussehen. Die Bahnsteige sollen dann nicht mehr in der Mitte der Gleise, sondern außen liegen. Großzügige Rampen sollen die alte, dunkle und steile Unterführung ersetzen.MS/Grafik: Vössing
Eschborn (MS) – Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Eschborn-Mitte verzögert sich erneut. Bei einer Informationsveranstaltung am Montag vergangener Woche bestätigte die Deutsche Bahn, dass der Umbau erst Mitte 2030 abgeschlossen sein wird, also neun Monate später als bisher geplant.
Vor einer Handvoll Besuchern erläuterte Kevin Maurer Carrera von der „DB InfraGo“ im Bürgerzentrum die Planungen der Bahn für den Eschborner Bahnhof. Er berichtete, dass der bisherige Mittelbahnsteig abgerissen und durch zwei Außenbahnsteige ersetzt werden soll. Geplant sind dann auf beiden Seiten neue, jeweils rund 50 Meter lange Bahnsteigdächer, Wetterschutzhäuschen sowie eine vollständig erneuerte technische Ausstattung.Die bestehende Unterführung wird ebenfalls ersetzt. An ihre Stelle tritt eine vier Meter breite Personenunterführung mit Rampen auf beiden Seiten, über die auch Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator die Bahnsteige barrierefrei erreichen können.
Das alles kostet viel Geld. Die Bahn rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 23,1 Millionen Euro allein für den Umbau des Bahnhofs. Die Gestaltung des Umfelds wird voraussichtlich nochmal einen siebenstelligen Betrag erfordern, den aber die Stadt Eschborn übernimmt.
Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen die Arbeiten nun im Herbst 2028 beginnen und nicht ganz zwei Jahre später abgeschlossen sein. Bei der Informationsveranstaltung erläuterte Kevin Maurer Carrera auch die erneute Verzögerung. Als Grund nannte er vor allem die notwendigen Sperrzeiten der Bahnstrecke und die dafür erforderlichen Genehmigungen. Das von der Bundesregierung angekündigte Planungsbeschleunigungsgesetz greife für das Eschborner Projekt leider nicht. Während der Bauarbeiten muss die Strecke am Bahnhof Eschborn-Mitte ab April 2029 für acht Wochen vollständig gesperrt werden. Anschließend sind weitere Teilsperrungen vorgesehen.
Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung soll nach Angaben des Projektleiters nun beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden. Im anschließenden Planfeststellungsverfahren werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Dann können Bürgerinnen und Bürger mögliche Einwendungen erheben.
Parallel zum Umbau des Bahnhofs will die Stadt Eschborn das Umfeld auf beiden Seiten der Anlage neu gestalten. Dabei geht es vor allem um die Anbindung des neuen Bahnhofs und um Parkplätze. Nach den bisherigen Vorstellungen soll die Zahl der Stellplätze auf etwa 100 verdoppelt werden.
„Bürger frühzeitig informieren“
Aus der Eschborner Stadtpolitik haben sich die Grünen nach der Informationsveranstaltung positiv über die Pläne der Bahn geäußert. Sie mahnen aber eine „frühzeitige und transparente Kommunikation über Einschränkungen, mögliche Ersatzverkehre und Auswirkungen auf den laufenden Bahnverkehr“ an. „Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung müssen die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig informiert werden. Wer den ÖPNV stärken will, muss auch während der Bauphase für Transparenz, Planbarkeit und gute Übergangslösungen sorgen“, sagt die Stadtverordnete Stefanie Mosbach.
