Schluss mit Binnen-I und Doppelpunkt

Eschborn (MS). Die FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung hat einen Antrag zur Verwaltungssprache eingebracht. Darin fordert sie eine einheitliche und bürgernahe Regelung für den internen und externen Schriftverkehr der Stadt. Auf Gendersprache mit Sonderzeichen soll künftig verzichtet werden. Der Antrag soll am heutigen Donnerstag erstmals im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden.

Die FDP schlägt vor, geschlechtergerechte Formulierungen, wie zum Beispiel „Bürgerinnen und Bürger“ oder andere vom Rat für deutsche Rechtschreibung empfohlene Formen zu verwenden. Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt, Binnen-I oder Unterstrich sollen nicht mehr genutzt werden.

Zur Begründung verweist die Fraktion auf Verständlichkeit und Barrierefreiheit. Schreibweisen mit Sonderzeichen beeinträchtigten die Lesbarkeit und stellten insbesondere für Nutzerinnen und Nutzer von Bildschirmlesegeräten eine Hürde dar. Zudem weiche diese Form der Gendersprache von den geltenden Rechtschreibempfehlungen ab und könne zu Missverständnissen führen.

Darüber hinaus betont die FDP die politische Neutralität der Verwaltung. Genderschreibweisen mit Sonderzeichen würden von Teilen der Bevölkerung als „politisch aufgeladen“ wahrgenommen. Eine klare und normgerechte Sprache stärke dagegen Akzeptanz und Vertrauen. Bestehende Publikationen der Stadt sollen nach dem Willen der Fraktion überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Fraktionsvorsitzender Christoph Ackermann schreibt in der Begründung des Antrags: „Aus praktischen, barrierefreien, normativen und gesellschaftlichen Gründen ist im amtlichen Schriftverkehr auf Genderschreibweisen mit Sonderzeichen zu verzichten.“



X