SPD macht Druck beim „Mittelstandswohnen“

Eschborn (ew) – Die Eschborner SPD will die Förderung von Wohnungen für Menschen mit mittleren Einkommen voranbringen. Ein entsprechendes Konzept hatte die Fraktion bereits vor den Sommerferien vorgestellt. Im Juni wurde der Antrag allerdings vertagt und steht Mitte September wieder auf der Tagesordnung.

Die SPD hat die anderen Fraktionen aufgefordert, sich mit dem Vorschlag auseinanderzusetzen. Bisher hat es nach Angaben der Sozialdemokraten aber noch keine Rückmeldung gegeben.

Hintergrund der Initiative sind nach Angaben der SPD die hohen Mieten und Immobilienpreise in Eschborn. Diese machten es nicht nur Menschen mit geringem Einkommen schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Auch Beschäftigte mit mittleren Einkommen seien zunehmend betroffen. Die SPD nennt unter anderem Pflegekräfte, Handwerker, Erzieherinnen und auch die Mitarbeiter der Verwaltung.

Für diese Gruppe schlägt die Fraktion das Modell „Mittelstandswohnen“ vor. Damit soll der Bau von preisgedämpften Mietwohnungen gefördert werden. Das Konzept sieht zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse vor. Hinzukommen soll eine Beratung durch die Stadt. Die SPD hat dazu einen umfangreichen Antrag eingereicht und auch gleich einen Entwurf für eine entsprechende Satzung mitgeliefert.

Die SPD verweist dabei ausdrücklich auf die Entscheidung der schwarz-grünen Koalition, die Förderquote für Sozialwohnungen zu senken. Dies sei damit begründet worden, künftig gezielt auch Bürgerinnen und Bürger mit mittleren Einkommen beim Wohnen zu unterstützen. Die SPD hatte die Absenkung der Quote kritisiert, sieht die Koalition nun aber bei der angekündigten Förderung in der Pflicht. „Jeder kennt doch Freunde, Kolleginnen und Nachbarn, die dringend solche Hilfe brauchen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Sauter. Deshalb habe ihre Fraktion die Initiative ergriffen. Gleichzeitig habe die SPD alle kommunalpolitisch Beteiligten eingeladen, sich mit dem Konzept zu beschäftigen und eigene Vorschläge einzubringen.

Nach Angaben von Eva Sauter ist dies bisher nicht geschehen. Angesichts der Situation auf dem Wohnungsmarkt dürfe das Thema jedoch nicht liegen bleiben. „Wer das Problem erkannt hat, sollte auch bereit sein, über Lösungen zu sprechen“, sagt die Fraktionsvorsitzende.

Die SPD sieht die Förderung bezahlbarer Wohnungen auch als Teil der Wirtschafts- und Standortpolitik. Wenn sich Beschäftigte eine Wohnung in Eschborn leisten könnten, helfe dies den örtlichen Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften. Gleichzeitig könnten kürzere Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz den Pendelverkehr verringern.

Die Fraktion will daher ihr Angebot aufrecht erhalten, das Konzept gemeinsam mit den anderen Parteien weiterzuentwickeln.

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