Eschborn (ew). Die SPD-Fraktion möchte in Eschborn ein neues Förderprogramm für sogenannten „Mittelstandswohnraum“ auf den Weg bringen. Ziel ist es, bezahlbare Mietwohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen zu schaffen, die keinen Anspruch auf Sozialwohnungen haben, sich die hohen Mieten auf dem freien Markt aber nur schwer leisten können.
Nach Angaben der SPD zeigt sich die besondere Situation Eschborns vor allem im Verhältnis von Einwohnern und Arbeitsplätzen. Ende 2025 lebten rund 22.500 Menschen in der Stadt, gleichzeitig bieten mehr als 4.000 Unternehmen etwa 34.000 Arbeitsplätze. Die hohe wirtschaftliche Attraktivität habe zu steigenden Wohnkosten geführt. Die durchschnittlichen Mieten liegen laut SPD inzwischen zwischen 14 und 17 Euro pro Quadratmeter.
Besonders betroffen von den hohen Preisen seien Berufsgruppen, wie Erzieherinnen und Erzieher, Pflegekräfte, Handwerker, Verwaltungsangestellte oder Beschäftigte der Polizei. Sie verdienten häufig zu viel für eine geförderte Sozialwohnung, könnten die hohen Mieten aber dennoch nur schwer dauerhaft bezahlen. Nach Auffassung der SPD entstehe dadurch eine Lücke im Wohnungsmarkt.
Das von der Fraktion vorgeschlagene Modell sieht vor, den Neubau preisgedämpfter Mietwohnungen mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen zu unterstützen. Ergänzend soll die Stadt eine kostenlose Beratung anbieten. Die konkrete Ausgestaltung der Förderung soll nach dem Willen der SPD noch gemeinsam mit den anderen Fraktionen entwickelt werden.
Fraktionsvorsitzende Eva Sauter betont, dass bezahlbarer Wohnraum nicht nur eine soziale Frage sei. „Wer Eschborns Wirtschaftskraft erhalten will, muss dafür sorgen, dass die Menschen, die diese Wirtschaft jeden Tag am Laufen halten, hier auch bezahlbar wohnen können“, erklärt sie. Bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit mittleren Einkommen sei zugleich Standort- und Wirtschaftspolitik, weil er Fachkräfte sichere, Pendelwege verkürze und das Zusammenleben vor Ort stärke.
Die SPD lädt die übrigen demokratischen Fraktionen ausdrücklich dazu ein, sich an der weiteren Ausarbeitung des Modells zu beteiligen.