Friedrichsdorf (bin) – Vergangenen Samstag wurde der Friedrichsdorfer Skatepark beim 14. Skatecontest zum Treffpunkt für zahlreiche Kinder und Jugendliche, die dort ihre gemeinsame Leidenschaft feierten und die Skater-Szene wieder aufleben ließen. Mit Skateboards, Scootern und BMX-Rädern sausten sie über den Parcours, flogen durch die Luft und zeigten spektakuläre Stunts. Angefeuert wurden sie dabei von Familien, Freunden und anderen Fahrern. Die erfahrenen älteren Teilnehmer unterstützten die Jüngeren und gaben ihnen hilfreiche Tipps. Denn beim Contest standen nicht nur sportliche Leistungen, sondern vor allem die Gemeinschaft und die Freude am Sport im Mittelpunkt.
Organisiert wurde der Contest vom Jugendbüro der Stadt Friedrichsdorf in Zusammenarbeit mit dem Fahrrad- und Skateboard-Laden „Wheelspin“ aus Nieder-Erlenbach. „Ich freue mich über jedes Event, bei dem Kinder und Jugendliche draußen gemeinsam Spaß haben und nicht vor ihren digitalen Geräten sitzen“, berichtete Claudia Schünemann vom Jugendbüro. Besonders schätze sie, dass bei dem Contest Familien und verschiedene Generationen der Skater-Szene zusammenkommen und gemeinsam einen tollen Nachmittag verbringen.
Zum ersten Mal fand der Wettbewerb im Skatepark am Sportpark Friedrichsdorf statt. In den vergangenen Jahren war der kleinere Platz in Seulberg neben dem Kletterpark Austragungsort gewesen. „Dort herrschte zwar eine familiärere Stimmung, aber der Skatepark in Friedrichsdorf bietet deutlich mehr Möglichkeiten und wurde von den Fahrern mehrfach gewünscht“, erklärte Johannes Wicht, der Inhaber von „Wheelspin“.
Wicht ist selbst seit vielen Jahren in der Skater-Szene aktiv. Was ihn an dem Sport fasziniert, ist vor allem die Vielseitigkeit. „Man kann selbst etwas gestalten und seine Lines ganz individuell zusammenbauen“, sagte Wicht. Beim Fahren könne er vom Alltag abschalten und ein Gefühl von Freiheit erleben. Außerdem stärke der Sport das eigene Selbstbewusstsein und vermittle wichtige Erfahrungen fürs Leben. „Stürze passieren, dann muss man wieder aufstehen – genau wie im echten Leben“, erklärte Wicht. „Für manche Tricks wird lange und hart geübt, man muss einfach dranbleiben, wenn man etwas erreichen möchte.“
Bevor der Contest startete, konnten die Teilnehmer noch üben und ihre Runs vorbereiten. Anschließend hatten die sechs bis 20-Jährigen jeweils zwei einminütige Läufe, in denen sie ihr Können zeigen konnten. Insgesamt gingen neun Skateboarder, zehn BMX- und 22 Scooter-Fahrer an den Start.
Sicherheit geht vor
„Heute gilt eine Helmpflicht für alle Fahrer“, erklärte Schünemann. Wer keinen eigenen Helm besaß, konnte sich vor Ort einen ausleihen. Außerdem war das Rote Kreuz vor Ort, um sich bei Stürzen um die Fahrer zu kümmern.
Für den Contest durften auch jüngere Kinder teilnehmen. Außerhalb der Veranstaltung ist die Nutzung der Bahn erst ab acht Jahren erlaubt. „Jüngere Kinder können die Bahn noch nicht richtig überblicken und Gefahren schwerer einschätzen“, so Schünemann. Um Zusammenstöße zu vermeiden, wurden die Trainingszeiten für Skateboarder, Scooter und Biker getrennt.
Fahrer bewerten Fahrer
Bewertet wurden die Teilnehmer nach Alter und Disziplin. Die Jury bestand aus vier Jugendlichen aus der lokalen Szene. „Wir legen heute besonders Wert auf Style und Flow in den Runs und auf cleane Tricks“, erläuterten die Jurymitglieder Johan, Ilion und Tim. Von einer eigens aufgestellten Bank aus konnten sie den gesamten Skatepark überblicken. Während der Läufe machten sie sich Notizen und berieten über die Ausführung der Tricks und die gewählten Lines.
Auch für die Teilnehmer selbst stand der Spaß am Sport im Vordergrund. Timo Rompel, deren Metzgerei vor Ort Grillspezialitäten verkaufte, fährt seit acht Jahren BMX und nahm bereits zum sechsten Mal am Friedrichsdorfer Skatecontest teil. „Bei diesem Sport ist jeder auf seine Weise toll und kann seine Kreativität ausleben“, sagte er. Besonders freue ihn, dass auch so viele jüngere Fahrer dabei seien und so die Szene weitergeführt werde.
Nach rund fünf Stunden voller Tricks, Sprünge und Wettkampf wurden die besten Fahrer schließlich mit Preisen ausgezeichnet. In der Kategorie Bike gewannen Ruben und Vince. Bei den Scooter-Fahrern belegten Mika, Ilion und Johan die ersten Plätze. Auf dem Skateboard wurde Ben ausgezeichnet. In der Skate-Anfängergruppe sicherte sich Finn den Sieg.
Damit endete ein rundum gelungener Nachmittag, an dem nicht nur die besten Tricks, sondern vor allem Gemeinschaft, Mut und Begeisterung für den Sport im Mittelpunkt standen und der zeigte, dass die Friedrichsdorfer Skate-Szene auch nach 14 Contests noch jede Menge Schwung hat.
Der veranstaltende Fahrrad- und Skateboard-Laden „Wheelspin“ unterstützt den Context mit technischem Know-how. Die Metzgerei Rompel versorgt die zahlreichen Teilnehmer und Zuschauer mit Grillspezialitäten.



