30 Jahre A-cappella der Extraklasse

Friedrichsdorf (fch). Die A-cappella Comedy-Formation „LaLeLu“ feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen „und die ganze Welt schaut zu“. Im ausverkauften Forum in Köppern rockten Tobias Hanf, Jan Melzer, Sanna Nyman und Frank Valet mit ihrer Jubiläumsshow „LaLeLuJa!“ erneut die Veranstaltungshalle.

Kein Wunder, war es doch für die Nordlichter quasi ein Heimspiel in Hessen: „Wir haben in Köppern alle unsere Programme gespielt.“ 30 Jahre Musik und Comedy stehen für 3500 Konzerte, 120 Shows im Jahr, 17 Programme, 450 Lieder und für lustvolles, theatrales Musik-Kabarett mit politischen Seitenhieben. „1995 fing es an, auf einer Semesterparty dann und wann”, blickte Bass Tobias Hanf zurück. Er hatte die Idee, Gruppe zu gründen. Zu den Gründungsmitgliedern an der Musikhochschule Hamburg gehörte Tenor Jan Melzer. Als „dritte Frau“ seit der Bandgründung dabei ist seit Februar 2008 Sopranistin Sanna Nyman, die aus Lahti in Finnland stammt. Komplettiert wird das stimmgewaltige Quartett seit 13 Jahren durch Bariton Frank Valet. Tobias Hanf informierte, dass sich der Name der Gruppe von dem von Heinz Rühmann und Oliver Grimm gesungenen Schlaflied „La-Le-Lu“ aus dem Film „Wenn der Vater mit dem Sohne“ aus dem Jahr 1955 ableitet. „Wir Gründer waren große Fans vom Satire-Magazin „Titanic“. Dort gab es eine Rubrik „Hessen nimmt Abschied von…“. Das Lesen der humorvollen, satirischen Kolumne in Gedichtform machte den Studenten stets großen Spaß. Mit dem Lesen des despektierlichen Nachrufs auf Heinz Rühmann hatte die Gruppe ihren Namen gefunden.

Seit 1995 begeistern je drei Sänger und eine Sängerin aus Norddeutschland in wechselnder Besetzung nur mit ihren Stimmen und grenzenloser Kreativität das Publikum. Zur Erfolgsgeschichte von „LaLeLu“ sagt der Gründer: „Es fühlt sich unglaublich an, dass wir mit Musik und Comedy bereits seit 30 Jahren die Menschen in der gesamten Republik begeistern dürfen. Wir sind so dankbar für all die Unterstützung, die wir von Euch in den drei Jahrzehnten erhalten haben.“

Der rote Faden durch alle Jahre war außer der Liebe zu Musik und Gesang der ironische Blick auf die Welt. „Und unser parodistischer Ansatz. Wir machen vor nichts Halt und uns ist nichts heilig. Wir machen gerne Quatsch, aber mit großer, musikalischer Ernsthaftigkeit und mischen das, was auf der politischen Bühne passiert, mit hinein, uns ist nichts zu hoch, kein Niveau zu niedrig und kein Ton zu schwer.“ Bedankt haben die Sänger sich in Friedrichsdorf bei ihren begeisterten Fans für die Unterstützung mit einem grandiosen Auftritt. Zu hören waren ihre größten Hits und Lieblingslieder aus drei Dekaden, Klassiker und brandneue Songs. Wie immer begeisterten die vier Stimmbandakrobaten mit einem herrlichen Mix aus Gesang und Komik, Show und Parodie, Pop und Klassik. Deutsch-Finnin Sanna Nyman gewährte Einblicke in die Gewohnheiten, Bräuche und Seelen ihrer Landsleute im hohen Norden Europas, unter anderem mit einem „Sauna Tango“. Tobias Hanf präsentierte mit „Isländisch Moos“, ein Lied ganz ohne Text, nur Klangsilben, nur Musik, nur Bilder im Kopf, indem er beschrieb, wie es ist Bass in einer A-cappella-Gruppe zu sein. „Dieses Stück ohne Text ist vegan“, versicherte der Komponist. Alle vier begeisterten zudem mit ihrer genialen „Rock‘n Roll Koffer“-Nummer. Das Quartett zeigte seinen Fans, dass für sie nicht die Auftritte in den tollsten Konzertsälen in großen Metropolen sind, sondern spontane Trommelwirbel-Sessions beim Warten auf den Zug in Bahnhöfen. Ihre Gepäckstücke funktionierten die vier Kreativen mit Hilfe ihrer Hände um in Trommeln und Schlagzeuge. Schnell klatschte das begeisterte Publikum den Takt mit. Augenzwinkernd präsentierte die Gruppe gleich mehrere „NDR Klassik Kulturmitschnitte“. Dazu gehörten Ausschnitte aus ihrer Ballermann-Oper „Bierkönig“. Dabei handelte es sich um einen fulminanten Mix aus Ballermann-Prosa und Opernmelodien, was in Titeln wie „Geh mal Bier holen“, „Ich bin ein Döner“ oder „Zehn nackte Friseusen“ zu einem akustischen „Crossover-Erlebnis“ führte. Bei Hits wie der „LaLeLu-Version des Stevie Wonder Hits „You Can Feel It All Over“ klatschte und sang das Publikum begeistert mit. Lachmuskelkater und wundgeklatschte Hände waren der Preis für einen Abend mit bester Unterhaltung und großartigem Spaß mit „LaLeLu“.

Die vier Wort-und Sangesakrobaten sind immer zu Scherzen aufgelegt.Foto: fch

„LaLeLu“ begeistern ihr Publikum seit 30 Jahren.Foto: fch

Weitere Artikelbilder



X