Friedrichsdorf (fw) – Der Feministische Buchclub Friedrichsdorf startet nach der Sommerpause mit einem neuen Halbjahresthema: „Migrantinnen in Deutschland“. In drei gemeinsamen Buchbesprechungen stehen die Lebensrealitäten, Erfahrungen und Perspektiven von Frauen mit Migrationsgeschichte im Mittelpunkt.
Organisiert werden die Treffen von Buchclub-Leiterin Melanie Reithmann und der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Olivera Gligoric-Fürer.
Den Auftakt bildet am Mittwoch, 19. August, Gün Tanks Roman „Die Optimistinnen“. Das Buch erzählt die Geschichte von Arbeitsmigrantinnen, deren Erfahrungen in der deutschen Migrationsgeschichte lange wenig Beachtung fanden. Während das Bild der sogenannten Gastarbeiter häufig von Männern geprägt sei, hätten Frauen einen bedeutenden Anteil an den ausländischen Arbeitskräften der 1950er bis 1970er Jahre gestellt, betont Gligoric-Fürer. Der Roman greift diese bislang wenig erzählten Geschichten auf und verbindet fiktive Handlung mit historischen Ereignissen wie den sogenannten „wilden“ Streiks von 1973, an denen sich auch viele migrantische Frauen beteiligten.
Auch die beiden weiteren Bücher des Halbjahres beschäftigen sich mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und dem Leben zwischen verschiedenen Kulturen. Am Mittwoch, 21. Oktober, wird „Drei Kameradinnen“ von Shida Bazyar besprochen, den Abschluss bildet am Mittwoch, 16. Dezember, „Wovon wir träumten“ von Lin Hierse.
„Der Buchclub lebt davon, dass wir das Gelesene aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten“, sagen die Organisatorinnen. Ziel sei es, einen offenen Raum für alle Literaturinteressierten zu schaffen und sich respektvoll über die Werke auszutauschen.
Die Treffen finden jeweils von 16.30 bis 18 Uhr in der Philipps-Werkstatt der Stadtbücherei Friedrichsdorf statt. Zur besseren Planung wird um eine Anmeldung per E-Mail an friedrichsdorf[at]feministischer-buchclub[dot]de gebeten. Weitere Informationen gibt es außerdem unter gleichstellung[at]friedrichsdorf[dot]de oder telefonisch unter (06172) 731 10007.

