Andre Kurnot , Daniel Meyer, Liberty und Laren Laxy , Pierre Toussaint und Sebastian Titze am Nepal-Stand der Laxy-Geschwister auf der Dillinger Kerb (v. l.). Foto: nel
Friedrichsdorf (nel). Vor rund einem Jahr reisten Liberty und Laren, Geschwister aus Dillingen, gemeinsam mit ihrer Familie nach Nepal – der Beginn eines tollen Projekts. Noch heute besteht eine Patenschaft für den Jungen „Kunga“, der dort in einem Kloster lebt und von Liberty und Laren unterstützt wird. Die Verbindung nach Nepal besteht in Familie Laxy schon länger: Die Mutter hatte bereits früh dort ein Auslandssemester absolviert, kennt viele Menschen am Ort und unterstützt seit Jahren ein Behindertenheim sowie mehrere Nonnen über Patenschaften. „Wir sind sozusagen in die Unterstützung hineingeboren, das gehört für uns schon immer dazu“, erzählt Liberty. Bei ihrem Familienaufenthalt im vergangenen Jahr besuchten auch Liberty und Laren verschiedene Heime und Einrichtungen mehrfach, um dort zu helfen, Spenden abzugeben, etwas zu schenken und auch, um sich ein Bild von den dortigen Verhältnissen zu machen. Besonders die persönlichen Begegnungen am Ort haben einen bleibenden Eindruck bei ihnen hinterlassen. „Für dort sind die Zustände in den Einrichtungen, in denen wir waren, sogar noch gut – aber natürlich nicht vergleichbar mit hier in Deutschland. Alleine die Luft mit dem ganzen Smog ist ein Grund dafür, dass ich nicht dauerhaft dort leben könnte“, schildert Liberty die Situation. Die Infrastruktur habe sich in den vergangenen 20 Jahren zwar verbessert, es sei trotzdem jedoch nicht vergleichbar mit Deutschland.
Kunga, das Patenkind der Geschwister, lernten sie beim Besuch eines Klosters kennen, in dem rund 500 junge Mönche leben. Viele Kinder landen in Klöstern, weil ihre Familien sie aus finanziellen Gründen nicht weiter versorgen können und es die bessere Wahl ist, wenn sie wissen, dass ihre Kinder gut in einem Kloster aufgehoben sind. So ist es auch in Kungas Fall gewesen. Der knapp zehnjährige Junge fiel Liberty und Laren sofort ins Auge und weil sie ihn nicht vergessen konnten, übernahmen sie die Patenschaft für ihn, die bis heute besteht. Über „Tashi Delek“, einen Verein mit Sitz in München, wird er seitdem durch Spenden und die Patenschaft unterstützt. Die Gelder fließen in einen gemeinsamen Topf für das Kloster und sichern unter anderem Schulbildung und regelmäßige Mahlzeiten. Kunga ist aktuell noch zu jung für persönlichen Kontakt, aber es gibt gelegentliche Bilder und Updates von ihm, die Liberty und Laren über den Verein erreichen.
Zur Finanzierung der Patenschaft, die monatlich etwa 30 Euro beträgt, babysittet Liberty nach wie vor regelmäßig. Ihr Bruder Laren organisierte bereits eine Playmobilausstellung, die auch großzügige Spenden einbrachte. Er arbeitet aktuell an einer zweiten Ausstellung zum Thema „große Städte“. Auch aus dem nahen Umfeld kamen Spenden – vor allem nach dem Zeitungsartikel zu Beginn des Jahres. Eine Spendenaktion zum 60. Geburtstag eines Unterstützers, der auf Geschenke verzichtete und stattdessen spenden wollte, brachte ebenfalls Gelder ein.
Kerbeverein hilft mit
Besonders große Resonanz gab es bei dem Stand auf der diesjährigen Dillinger Kerb. Dort informierten Liberty und Laren einen Tag lang über ihr Engagement, beantworteten Fragen und sammelten hier insgesamt 331,60 Euro, die dem Verein direkt gespendet werden. 150 Euro davon spendete allein der Kerbeverein. „Wir sind sehr dankbar, dass uns der Stand zur Verfügung gestellt wurde und wir so viel Unterstützung bekommen haben“, sagen die beiden. Besonderen Dank richtete Liberty an ihren Nachbarn Sebastian Titze, der ihnen den Stand ermöglichte und als Ansprechpartner bereitstand.
Die Patenschaft für Kunga soll langfristig bestehen bleiben. Weitere Aktivitäten sind geplant. In ihrem „Gap Year“ nach dem Abitur möchte Liberty nach Nepal reisen, um dort direkt im Kloster als Betreuung und Unterstützung mitzuhelfen.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tashi-delek.de/tashidelek-verein.htm.
Zwei nepalesische Kinder freuen sich über die geschenkten Puppen, die zuvor Liberty gehört haben.Foto: privat

