Angekommen im neuen Zuhause: Gemeinsam mit Bürgermeister Lars Keitel feierten die „Holzwürmer“ den Umzug ihrer Senioren-Holzwerkstatt in die Otto-Hahn-Straße 25 in Köppern.Fotos: Anke Walch
Friedrichsdorf (awa) – Es riecht nach Holz, Maschinen warten auf ihren nächsten Einsatz und überall spürt man die Lust am gemeinsamen Werkeln: Die Friedrichsdorfer „Holzwürmer“ haben in der Otto-Hahn-Straße 25 ein neues Zuhause gefunden – und dort soll nun eine fast 40-jährige Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden. Am Mittwoch, 23. September, wurde der Umzug der „Holzwürmer“ in die neuen Räumlichkeiten gemeinsam gefeiert und gewürdigt. Über viele Beziehungen, stetes Nachfragen und mit großem Engagement gelang es schließlich, die Räume anzumieten und zum 1. Juli zu beziehen.
„Wir freuen uns riesig, dass wir in dieser großen Gruppe hier weiterarbeiten können“, so die „Holzwürmer“, wie sie sich selbst nennen.
Auch Bürgermeister Lars Keitel war vor Ort und würdigte die Arbeit der kreativen und aktiven Seniorinnen und Senioren in der Holzwerkstatt. Zwei Damen gehören ebenfalls zur Gruppe der fleißigen „Holzwürmer“, deren Mitglieder zwischen 60plus und 87 Jahren alt sind. Rund 20 Mitglieder zählt die handwerkliche Gemeinschaft aktuell – manche sind schon eine halbe Ewigkeit mit dabei.
Auch beim Umzug packten die Mitglieder selbst tatkräftig mit an. Stromleitungen wurden neu verlegt, ein neuer Boden eingebaut und vieles mehr erledigt – unterstützt von der Stadt und den fleißigen Mitgliedern der Holzwerkstatt.
„Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat, die neuen Räume zu finden. Danke, dass wirklich alle an einem Strang gezogen haben. Sie alle miteinander haben das ermöglicht. Wir wissen, welch wichtige Arbeit für die Stadt Friedrichsdorf und für die Menschen der Stadt Sie leisten“, erklärte Bürgermeister Lars Keitel. „Wir sehen uns ja auch immer wieder bei den Basaren, aber es gibt noch viel mehr Projekte, die Sie stemmen. Es ist beeindruckend, wie viele Menschen da mithelfen, mitmachen und mitarbeiten – mit großem Engagement. Das ist für uns alle wichtig.“
Bereits 1986 wurde die Einrichtung einer Seniorenwerkstatt für handwerklich interessierte Seniorinnen und Senioren beschlossen. Im Februar 1987 wurde schließlich der Grundstein für die Friedrichsdorfer Holzwerkstatt gelegt – und damit für eine Gemeinschaft, deren Mitglieder bis heute ausgesprochen aktiv sind. Das Jubiläum zum 40-jährigen Bestehen steht somit schon bald bevor.
Im Jahr 1987 entstand die Idee: „Wir könnten eine Seniorenholzwerkstatt gründen.“ Gesagt, getan. Mittlerweile befindet sich die Werkstatt bereits an ihrem vierten Standort – und das äußerst erfolgreich.
Damals wie heute werden dort in geselliger Runde die unterschiedlichsten Holzarbeiten angefertigt. Aus Sicherheitsgründen müssen dabei immer mindestens zwei Personen vor Ort sein.
Ob Vogelhaus, Brutkasten, Schaukelpferd, Engel, Kerzenleuchter, Schalen, Holzautos, Klickerbahnen, Insektenhotels, Bienenunterkünfte, Elche oder Vasen – das Portfolio der Holzarbeiten ist riesig und ausgesprochen abwechslungsreich. Vieles wird möglich gemacht, der Fantasie und Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt.
„Wir machen, was wir können – und was die Maschinen können“, bringt es ein Mitglied der „Holzwürmer“ augenzwinkernd auf den Punkt.
Kerntag der Treffen ist der Mittwoch von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr. Doch auch an anderen Tagen unter der Woche kommen die Mitglieder zusammen.
Die Gruppe der Interessierten wurde im Laufe der Jahre immer größer. Ob für Kirchen, den NABU, die TSG Friedrichsdorf, Imker oder Kindertagesstätten – die Aufgaben sind vielfältig und werden mit handwerklichem Können, viel Engagement und Verve umgesetzt. Erst kürzlich wurden auf dem Köpperner Lindenfest Arbeiten der Gruppe gegen einen kleinen Spendenbeitrag angeboten. Die Einnahmen fließen beispielsweise in die Anschaffung neuer Materialien.
Auch der Förster versorgt die Gruppe von Zeit zu Zeit mit Holz. Mancher bringt einen alten Holztisch mit, der anschließend wiederverwendet wird. Materialspenden erreichen die „Holzwürmer“ ebenfalls immer wieder – und manchmal finden sich sogar auf dem Sperrmüll Hölzer, die sich noch weiterverarbeiten lassen. Nachhaltigkeit wird hier ganz praktisch gelebt.
Das neueste Projekt der „Holzwürmer“ ist ein in leuchtenden Farben bemaltes, mobiles Glücksrad, das sich das Jugendhospiz am Houiller Platz gewünscht hat. Das Glücksrad ist zusammenklappbar und kann so zu den Kindern transportiert werden. Gesagt, getan – für die geschickten und versierten Holzwerker ist auch eine solche Aufgabe bestens machbar.
Auch gemeinsame Ausflüge gehören zum Leben der „Holzwürmer“. Einmal im Jahr macht sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg, um Neues zu entdecken. Zuletzt ging es zur Europäischen Weltraumorganisation ESA nach Darmstadt. Gerne fährt man aber auch gemeinsam in den Rheingau zu einer Weinprobe.
Die unterschiedlichsten Arbeiten der Holzwerker sind schon bald wieder zu bestaunen und zu erwerben: Ein Besuch beim Herbstbasar in der Taunus-Residenz Friedrichsdorf am Samstag, 7. November, und Sonntag, 8. November, lohnt sich.
Wer sich für eine Mitarbeit in der Senioren-Holzwerkstatt interessiert, erhält nähere Informationen im Seniorenbüro der Stadtverwaltung Friedrichsdorf bei Ute Meyer unter Telefon 06172-731-1338.
Mit handwerklichem Geschick, Kreativität und viel Gemeinschaft entstehen bei den „Holzwürmern“ Vogelhäuser, Spielzeug, Dekorationen und besondere Auftragsarbeiten wie das Glücksrad für das Jugendhospiz am Houiller Platz.
Gut gerüstet für viele neue Projekte: In der Holzwerkstatt der „Holzwürmer“ warten Werkzeuge und Maschinen auf ihren nächsten Einsatz – hier wird mit Erfahrung, Präzision und viel Leidenschaft gearbeitet.


