Karriere zum Anfassen beim 16. Friedrichsdorfer Ausbildungstag

Die Schüler informieren sich zur Arbeitsweise der Johanniter-Unfall-Hilfe.Fotos: Louw

Friedrichsdorf (al) – Viele junge Menschen sind sich unsicher, wie sie nach der Schule in den Beruf starten sollen. Oft fühlt es sich so an, als ob man eine Entscheidung treffen müsste, die das ganze restliche Leben bestimmt. Dann ist es wichtig, die Möglichkeit zu haben, durch eine Tür zu gehen und erst einmal schnuppern zu können. Der Friedrichsdorfer Ausbildungstag, der von „Aktives Friedrichsdorf“ veranstaltet wird, öffnet diese Türen und stellt den ersten Kontakt zwischen Jugendlichen und Unternehmen her.

Der 16. Friedrichsdorfer Ausbildungstag fand dieses Jahr zum ersten Mal im Forum in Köppern statt. Insgesamt 40 Aussteller waren im großen Saal, im Musikzimmer, im Foyer und im Außenbereich vertreten. Der Verein Aktives Friedrichsdorf ist stolz auf das breite Spektrum an Fachrichtungen, das auch dieses Jahr wieder geboten wurde. Es präsentierten sich nicht nur Unternehmen, die ihren Standort in Friedrichsdorf haben, sondern auch aus dem regionalen Umfeld, beispielsweise aus Bad Homburg oder aus Frankfurt. Neben Ausbildungsmöglichkeiten stellten die Unternehmen auch duale Studiengänge und Bachelorstudiengänge vor, beispielsweise zu Elektrotechnik, Marketing and Event Management oder Wirtschaftsinformatik.

Rund 1300 Schülerinnen und Schüler besuchten den Ausbildungstag im Forum, die meisten von der Philipp-Reis-Schule, von der auch Schulleiterin Frauke Piorreck vor Ort war. Die Berufswünsche der Schüler erschienen so unterschiedlich, wie sie nur sein konnten. Da ist eine Gruppe Mädchen der 9. Klasse der Philipp-Reis-Schule, die auf die Frage, was sie denn später arbeiten wollten, wissen: Zahnmedizinische Fachangestellte. Am Stand von Meine Zahnärzte Zahnzentrum beantworteten die Repräsentanten sehr gerne ihre Fragen. Ebenfalls von der Philipp-Reis-Schule ist eine Gruppe junger Männer der 13. Klasse, die nicht nur den Beruf, sondern auch den Ort der Ausbildung und des Studiums bereits kennen. Einer erzählt, er habe durch einen vorherigen Friedrichsdorfer Ausbildungstag ein Praktikum in der IT gemacht, was seine Entscheidung einfacher gemacht hätte.

Doch manche haben noch keine Vorstellung, was sie nach der Schule machen wollen. Eine Gruppe junger Frauen der 13. Klasse der Philipp-Reis-Schule ist froh darüber, dass sie beim Ausbildungstag die Chance haben mit verschiedenen Unternehmen in Kontakt zu treten und sich über verschiedene Berufe zu informieren. Genau diese Möglichkeit, sich zu informieren und eventuell ein Praktikum oder bereits einen Ausbildungsvertrag zu bekommen, ist für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wichtig. Das wissen auch Stefano Fadda, Vorsitzender, und Hans-Peter Neeb, Schriftführer von Aktives Friedrichsdorf, die in ihrer Ansprache vor der Eröffnung des Tages, die Unternehmen dazu ermunterten, auf die Jugendlichen zuzugehen und sie aktiv anzusprechen, da diese sich von selbst nicht immer trauen würden. Um diese Hürde zu überwinden, setzten die Unternehmen auf kleine Goodies oder Spiele, die den ersten Kontakt herstellen konnten. So spielten die Schüler beim Stand von Hein + Gerhard gegen die Uhr und suchten für verschiedene Schrauben die passende Mutter. Dachdeckermeister Willy A. Löw lud dazu ein, auf einer Haubrücke, mit dem Schieferhammer, Herzen aus Schieferstein zu schlagen. Die Johanniter-Unfall-Hilfe setzte auf Fahrsimulator und erklärte den Schülern, anhand einer Reanimationspuppe, wie Beatmung und Intubation funktionieren.

Bürgermeister Lars Keitel möchte den Jugendlichen empfehlen, nicht nur auf Karrierechancen zu schielen, sondern sich selbst die Frage zu stellen, welche Interessen man hat. Diesen Interessen solle nachgegangen werden, da so bereits eine Grundlage bestehe, auf der aufgebaut werden könne. Landrat Ulrich Krebs stimmt dem Bürgermeister zu und meint, dass ein Praktikum in einem Bereich, der einen interessiert, großes bewirken kann. So könne sich ein Praktikum in eine Ausbildungsstelle verwandeln. Besonders wichtig wäre es jedoch, dass Entscheidungen getroffen würden, meint Hans-Peter Neeb. Die Jugendlichen sollten keine Angst haben Entscheidungen zu treffen. Es muss immer ein erster Schritt getan werden, der nächste könne einen schon in eine ganz andere Richtung bringen. Auf jeden Fall sollte Neugier und Offenheit für Neues der Grundsatz sein.

Die Stadt Friedrichsdorf ist dankbar für die Arbeit von Aktives Friedrichsdorf und pflegt selbst starken Kontakt mit den Unternehmen. So möchte sie den Unternehmen zur Seite stehen und dabei helfen, mit dem Fachkräftemangel umzugehen, der beim Ausbildungstag auch thematisiert wurde. Gemeinsam mit Aktives Friedrichsdorf veranstaltet die Stadt Friedrichsdorf am Donnerstag, 22.Oktober, den Friedrichsdorfer Unternehmerabend im Haus der Rühl AG, Färberstraße 1, unter dem Titel: Gemeinsam gegen den Fach- und Nachwuchskräftemangel.

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