Lust auf nächsten Museumsbesuch geweckt

Jakob Schwerdtfeger liefert mit seiner Kunstcomedy „Meisterwerk“ eine gelungene Premiere in der Hugenottenstadt ab.Foto: fch

Friedrichsdorf (fch). Der Comedian Jakob Schwerdtfeger feierte inFriedrichsdorf mit seinem aktuellen Bühnenprogramm Premiere. Die Kunst steht im Mittelpunkt seiner Vorführung.

Jakob Schwerdtfeger feierte mit seinem aktuellen Bühnenprogramm „Meisterwerk“ eine gelungene Premiere im Forum Friedrichsdorf. Dabei handelt es sich um ein Programm im Rahmen des von ihm kreierten Genre Kunstcomedy. Mit seinem Auftritt in Friedrichsdorf startete der Stand-up-Comedian, Autor, Kunsthistoriker, Moderator und Freestyle-Rapper Schwerdtfeger seine Tour in diesem Jahr.

Bevor er 2012 ins Rampenlicht wechselte, hatte der gebürtige Hannoveraner Kunstgeschichte studiert und danach unter anderem im Sprengel Museum in Hannover und im Städel Museum in Frankfurt gearbeitet. Doch dann hatte er gekündigt, da er eine Marktlücke entdeckt hatte: „Ich habe Ahnung von Kunst und niemand redet auf der Bühne lustig über Kunst.“ Er fing damit an und hatte Erfolg. Dem Publikum machte der Museumsfan mit Bildern aus verschiedenen Museen Lust auf Kunst und den nächsten Museumsbesuch.

Bei Schwerdtfeger ist Kunst nicht elitär und schwer zugänglich. Er bringt Kunst, Wissen und Humor zusammen, denn: „Kunst berührt unser Leben viel mehr, als wir denken. Kunst ist politisch, provokant, packend und vor allem macht sie richtig Spaß.“ Und sie zeige, dass es „jede Dummheit schon einmal gegeben hat“. Beim Blick in die Geschichte zeige sich, dass „Kunst und Kultur das ist, was bleibt“. So entdeckten Archäologen 2024 in einer Höhle auf der indonesischen Insel Sulawesi eine Felsmalerei, die mindestens 51.200 Jahre alt ist. Sie gilt als bisher älteste gegenständliche Höhlenmalerei der Welt.

Jakob Schwerdtfeger führte in einem sechsminütigen bebilderten Vortrag kurzweilig durch 600 Jahre Kunstgeschichte, vom Mittelalter bis zum Konstruktivismus. Um seine Zuhörer dann mit einem Kunstwerk der weltberühmten malenden Schweinedame Pigcasso aus Franschoek in Südafrika vertraut zu machen. Sie starb vor einem Jahr auf einem Gnadenhof und war wie ihr berühmter Namensvetter eine begnadete Malerin. „Pigcasso malte nur, wenn sie Lust hatte und nahm danach immer ein Schlammbad.“

Der 38-Jährige blickte kritisch auf die seit 2017 erhältliche KI-Kunst: „Sie befolgt Regeln, aber große Kunst durchbricht Regeln.“ Im Anschluss verriet er: „Ein Kunstwerk, das mich mit am meisten geprägt hat, ist die ‚Dienstmagd mit Milchkrug‘ von Vermeer. Da ist einfach nur eine Frau drauf, die Milch abgießt. Ich finde das zum Niederknien schön, weil das so eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Ich glaube, das ist Kunst für mich. Andere Menschen meditieren, um diese Ruhe zu empfinden, die ich im Museum habe.“

Die stürmisch herbeigeklatschte Zugabe gab er mit einem Freestyle-Rap nach Begriffen, die das Publikum zurief. Sein erstes Buch „Ich sehe, was du nicht siehst, und das ist Kunst“ schaffte es auf die Spiegel-Bestsellerliste. Sein zweites Buch „1000 Jahre Kunstgeschichte – Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Kunstgesicht“ erscheint im Mai, wie Jakob Schwerdtfeger ankündigte.

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