Friedrichsdorf (eh). Dass das Fahrrad weit mehr als nur ein praktisches Fortbewegungsmittel ist, bewies der 2. Friedrichsdorfer Fahrradtag im Sportpark. Die ehrenamtlich organisierte Veranstaltung lockte zahlreiche Besucher an und setzte ein starkes Zeichen für gesunde und umweltfreundliche Mobilität. Ob beim regen Treiben auf der Fahrradbörse, bei wichtigen Tipps zur Verkehrssicherheit oder im Austausch zwischen den Generationen – der Tag lebte von der Vielfalt seiner Beiträge und dem großen Engagement aller Beteiligten, die das Radfahren für Jung und Alt ganz neu in den Fokus rückten.
Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr zeigte der Friedrichsdorfer Fahrradtag erneut, wie viel Begeisterung in der Stadt für nachhaltige Mobilität, Verkehrssicherheit und gemeinsames Erleben steckt.
Sicher im Sattel
Wer sein Fahrrad liebt, der sichert es – und zwar am besten mit Brief und Siegel der Profis. Ein zentraler Anlaufpunkt beim 2. Friedrichsdorfer Fahrradtag war der Stand der Polizeidirektion Hochtaunus und des Polizeipräsidiums Westhessen an dem das Thema Diebstahlschutz ganz praktisch angegangen wurde. Zahlreiche Radler nutzten die Gelegenheit zur kostenlosen Fahrradcodierung, um ihrem fahrbaren Untersatz eine unverwechselbare Identität zu verleihen. Doch nicht nur der Schutz des Eigentums stand im Fokus: Während die Jugendverkehrsschule Tipps für den sicheren Schulweg gab, konnten Mutige im Rauschbrillenparcours des Polizeipräsidiums Westhessen hautnah erleben, wie stark die Wahrnehmung im Straßenverkehr beeinträchtigt werden kann. So gerüstet mit neuem Wissen und einem codierten Rahmen starteten viele Besucher mit einem besonders guten Gefühl in die neue Fahrradsaison.
Wenn das Rad zur Wellness-Kur rollt
Wer sein treues Zweirad liebt, der schiebt – und zwar am liebsten direkt in die Wellness-Oase des Friedrichsdorfer Fahrradtags. Ein Publikumsmagnet war in diesem Jahr die semiautomatische Fahrradwaschanlage, die der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Gelände präsentierte. Ob vom Taunusschlamm befreit oder einfach nur für den Frühling aufpoliert: Mit frisch glänzendem Rahmen und sauberen Speichen machte das anschließende Radeln gleich doppelt so viel Freude.
Offiziell eröffnet wurde der Fahrradtag von Bürgermeister Lars Keitel. Musikalisch eingerahmt wurde der Auftakt von der Greve Anderson Big Band der Philipp-Reis-Schule, später sorgte die Band Capo 3 für weitere Stimmung. Ein Höhepunkt der Eröffnung war die Ehrung der Teilnehmenden des Stadtradelns 2025. Die Bilanz konnte sich sehen lassen: 393 Radlerinnen und Radler waren im vergangenen Jahr in zwölf Teams unterwegs und legten gemeinsam 36.151,5 Kilometer zurück. Dadurch wurden rund 5.928 Kilogramm Kohlendioxid eingespart und 3.611 Autofahrten vermieden. Keitel dankte allen Teilnehmenden und betonte, die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll, wie viele Wege im Alltag problemlos mit dem Fahrrad zurückgelegt werden könnten.
Auf dem Gelände selbst war den ganzen Tag über viel geboten. Die Verkehrswacht Obertaunus lud zum Verkehrsparcours ein, der ADFC Friedrichsdorf sensibilisierte für das wichtige Thema Abstandhalten im Straßenverkehr. Wer sein Rad technisch in Schuss bringen wollte, konnte Kleinreparaturen bei Gierth Mobile erledigen lassen. Der VdK Friedrichsdorf präsentierte seine Rikscha, mit der regelmäßig Bewohner des Seniorenheims „Haus Dammwald“ Freude an kleinen Ausfahrten erleben.
Der Regionalpark RheinMain, Radroutenplaner Hessen, Flux und der RMV informierten über Radrouten, Fahrrad-Tools und E-Mobilität in und um Friedrichsdorf. An der Mobilitätsstation konnten E-Bikes und Lastenräder ausprobiert werden.
Ein großes Augenmerk lag auf den Kindern und Jugendlichen. Die Philipp-Reis-Schule bot einen Mountainbikeparcours an, der mit dem eigenen Fahrrad absolviert werden konnte. Für die Jüngsten ab zwei Jahren hatten die fambinis einen Bobbycar-Parcours aufgebaut. Besonders viel Freude bereiteten die erstmals angebotenen Laufradrennen, bei denen nicht das Gewinnen, sondern der Spaß an Bewegung und das sichere Fahren im Vordergrund standen. Ergänzend informierte die Firma Wheelspin aus Ober-Erlenbach zu Laufrädern, Kinderfahrrädern, Fahrradsitzen und Anhängern.
Erstmals gehörten auch zwei geführte Fahrradtouren zum Programm. Der ADFC lud Neubürgerinnen und Neubürger ein, gemeinsam mit Stadtoberhaupt Lars Keitel die Friedrichsdorfer Stadtteile vom Fahrradsattel aus kennenzulernen. Auch der Bürgermeister ist gerne mit dem Radl unterwegs und die Förderung der Mobilität mit dem Zweirad, durch neue Radabstellmöglichkeiten oder E-Bike-Sharing in allen Stadtteilen, ist ihm wichtig.
Parallel dazu führte der Naturpark Taunus eine rund 30 Kilometer lange E-Bike-Tour durch die Landschaft rund um Friedrichsdorf – mit Bewegung an der frischen Luft, regionalen Ausblicken und kleinen Pausen an ausgewählten Stationen.
Der Rotary Club Friedrichsdorf versorgte die Besucher mit selbstgebackenen, duftenden Waffeln und stellte unter anderem das Projekt „Woman Empowerment by cycling“ vor. Mit dieser Initiative setzt sich der Rotary Club Friedrichsdorf dafür ein, Frauen mit Migrationshintergrund dazu zu ermutigen, Fahrrad fahren zu lernen. Diese Aktion bedeutet für viele Frauen einen großen Schritt in Richtung Selbstbestimmung, denn Fahrradfahren ist für viele Frauen mit Migrationshintergrund ein Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit.
Am Ende zeigte sich: Der Friedrichsdorfer Fahrradtag verbindet Vereine, Institutionen, Familien, Senioren, Neubürger und Radbegeisterte – und macht sichtbar, welche Rolle das Fahrrad in einer modernen, klimafreundlichen und lebenswerten Stadt spielen kann.


