Friedrichsdorf (fch). Der kleine Rabe Socke wohnt normalerweise im Wald. Dort schläft er in einem Nest. Er trägt eine rot-weiß gestreifte Ringelsocke, mit der er manchmal spricht. Jetzt ist der kleine Rabe zu Gast in Friedrichsdorf. Dort können Kinder mit ihm im Theaterzelt in Burgholzhausen Bekanntschaft schließen. Gekommen ist er mit seinem Freunden, dem Hasen Löffel, dem Wildschwein Stulle, dem Schaf Wolle, Frau Dachs und ihrer Tochter kleiner Dachs. Frau Dachs hat für alle leckere Spaghetti gekocht. Und zwar die besten, die es im Wald gibt. Zwar freut sich der kleine, gefiederte und vorlaute Frechdachs über das leckere Essen, doch er hat ein Problem, denn er benimmt sich ab und zu etwas daneben. Nicht, dass dies ihm etwas ausmacht, aber sein Geburtstag steht bevor. Um Geschenke zu bekommen, soll er von heute auf morgen brav werden. „Immer brav sein? Wie soll das denn gehen? Das schafft keiner!“, denkt sich der kleine Rabe. Auch seine Freunde wissen alle nicht so genau, wie das funktioniert mit dem Bravsein. Vielleicht haben die jungen Theaterbesucher aus Friedrichsdorf und Umgebung einen Tipp für den kleinen Raben? Wird es der kleine Rabe Socke mit Hilfe seiner Freunde und der Zuschauer schaffen, rechtzeitig vor seinem Geburtstag brav zu werden? Und begreifen, dass es „bitte“ und „danke“ heißt und nicht immer „gehaut“ wird?
Das Figurentheater „Zauberwald“ aus Gießen bringt die bekannte Episode mit dem kleinen Raben Socke live als interaktives Stück auf die Puppenbühne im Theaterzelt. Die Handlung der Aufführung orientiert sich am Buch „Alles erlaubt? Alles erlaubt!“ von Nele Moost und Annet Rudolph. Die Puppen hat die bekannte Figurenbauerin Stefanie Czapla in ihrer Werkstatt in Leipzig entworfen und gebaut. Zu Leben auf der Bühne im Theaterzelt erweckt werden sie zur Freude der jungen Zuschauer von den gelernten Puppenspielern Alfred Krämer und Gina Sperlich. Das Theater Zauberwald ist zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder in Hessen auf Tournee. „Die letzten zehn Jahre waren wir in den neuen Bundesländern unterwegs“, berichtet Markus Sperlich. „Wir sind eine alte Komödianten-, Schauspieler- und Puppenspieler-Familie. Wir sind das einzige reisende Zeltpuppentheater aus Hessen, dass die Tradition des Wandertheaters aufrechterhält. Und dies seit 51 Jahren“, sagt der 64-Jährige. Zum Familienbetrieb gehören vier Generationen. Es sind außer ihm und seiner Frau Petra (62), Markus Sperlichs Mutter Siglinde Dworschak (87), eine geborene Sperlich. Sie hat mit ihrem Ehemann Roland 1974 das Wandertheater in Gießen gegründet. Heute leiten Markus Sperlichs Tochter Gina und ihr Ehemann Alfred Krämer den „Zauberwald“. Mit Louis (15), Ashley (13) und James (4) steht die nächste Generation in den Startlöchern. Wichtig für die Puppenspieler ist außer ihren Fingerfertigkeiten ihr schauspielerisches Talent. Sie hauchen mit ihren Stimmen den Puppen Leben ein, bewegen sie mit ihren Händen, vermitteln mit ihrem Spiel Emotionen. Wie gut ihnen das in Friedrichsdorf gelingt, zeigt sich an den aufgeregten Zwischenrufen der jungen Zuschauer und am Applaus. Zu sehen gibt es den kleinen Raben Socke als Puppenspiel in Burgholzhausen im Theaterzelt in der Peter-Geibel-Straße noch von Freitag, 1. August, bis Sonntag, 3. August. Die Aufführungen beginnen jeweils freitags um 16 Uhr, samstags und sonntags um 11 Uhr und um 15 Uhr. Die Spieldauer beträgt etwa 50 Minuten. Die Tickets gibt es nur an der Tageskasse immer 30 Minuten vor Beginn für zwölf Euro und mit Gutschein (gibt es in vielen Kitas) für zehn Euro. Kartenzahlung ist nicht möglich.
Der kleine Rabe Socke benimmt sich beim Spaghettiessen mit seinen Freunden im Wald daneben.Foto: fch
