Der Schulhof wird zur Bewegungswelt

Das Laser-Labyrinth zählte zu den beliebtesten Stationen des Sportsfinderday mini und sorgte für jede Menge Spannung und Spaß. Wie Geheimagenten auf Mission bewegten sich die Kinder durch das Laser-Labyrinth. Hier waren Geschicklichkeit, Konzentration und Teamarbeit gefragt, um die Hindernisse erfolgreich zu überwinden. Fotos: eh

Friedrichsdorf (eh). Es ist ein Morgen, der anders beginnt als viele andere in der Hardtwaldschule Seulberg. Wo sonst Pausenglocken und Klassenzimmer den Alltag bestimmen, breitet sich diesmal ein lebendiges Durcheinander aus Hüpfen, Rufen, Lachen und Anfeuern aus. Der Schulhof ist keine Schule mehr – er ist eine Abenteuerlandschaft.

Beim „Sportsfinderday mini“ der Sportjugend Hessen verwandelt sich das Gelände der Hardtwaldschule in Seulberg in eine große Mitmachwelt. Rund 350 Schülerinnen und Schüler probieren an 26 Stationen aus, was Bewegung alles sein kann: klettern, balancieren, springen, werfen, rollen, zielen, spielen. Und vor allem: gemeinsam erleben. Schon beim Blick über das Gelände wird klar, dass dieser Tag kein gewöhnlicher Sporttag ist. Zwischen Sporthalle, Außenflächen und angrenzenden Vereinsanlagen entsteht ein weitläufiges Parcours-System, das die Kinder neugierig von Station zu Station zieht. Bei der gemeinsamen Eröffnung erklingt das Lied „Muskeln müssen stark sein, sie dürfen nicht aus Quark sein“ über den Hof und alle singen und tanzen begeistert mit.

Die Auswahl ist bewusst bunt: Bumper-Ball, Baseball, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Hobby Horsing oder Erlebnisstationen wie Klettermobil, Rollenrutsche oder Hüpfburg. Viele Angebote sind für die Kinder völlig neu. Genau das ist gewollt. „Gemeinschaft stärken und Abenteuer erleben“ lautet das Motto des Projekts, das Kinder frühzeitig für Bewegung begeistern und gleichzeitig Schulen, Kitas und Sportvereine enger miteinander vernetzen soll. Entwickelt und umgesetzt wird das Format von der Sportjugend Hessen, die dafür regelmäßig Grundschulen in ganz Hessen auswählt.

Jonas Helfenstein von der Sportjugend Hessen beschreibt die Idee hinter dem Konzept so: Es gehe darum, Kinder unmittelbar zu erreichen – ohne Hürden, ohne Leistungsdruck. Bewegung solle positiv erlebt werden, als etwas, das Freude macht und gleichzeitig Gesundheit und soziale Fähigkeiten stärkt. Besonders wichtig sei die Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen, die an diesem Tag direkt vor Ort sind und ihre Angebote vorstellen.

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren und Vereinen vor Ort und die daraus entstehenden weiteren vertiefenden Vernetzungen. Wir sind schon sehr gespannt, welche lang anhaltenden zusätzlichen Vereinssportaktivitäten sich sowohl im privaten Bereich als auch im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Vereinen hieraus ergeben werden“, erklärt Schulleiterin Marika Rohrmoser. Genau diese Verbindung zeigt sich auch in Seulberg: Der SV und der TV Seulberg sind mit Stationen vertreten, ebenso der Tennisclub. Die Freiwillige Feuerwehr sorgt mit ihrem Schlauchkegeln für Jubel und Begeisterung. Viele Kinder kommen so erstmals mit Sportarten in Kontakt, die sie sonst kaum ausprobieren würden.

Ein besonderer Bestandteil des Konzepts ist die Verbindung von Bewegung und Ernährung. Für jede absolvierte Station sammeln die Kinder Stempel, die sie später an einem gesunden Frühstücksbuffet einlösen können. So wird spielerisch erfahrbar, dass Bewegung Energie kostet – und gesunde Ernährung diese wieder liefert. Ganz ohne Belehrung, dafür mit direkter Erfahrung.

Schulleiterin Marika Rohrmoser zeigt sich beeindruckt von der Wirkung des Aktionstags. Die Hardtwaldschule habe sich erstmals beworben und sei aus über 700 Schulen ausgewählt worden. „Es ist dem Team der Hardtwaldschule Seulberg eine besondere Freude, für den Sportsfinderday ausgewählt worden zu sein. Vor allem, da unsere Gesellschaft immer häufiger über Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung der Kinder diskutiert, sind wir der Überzeugung, dass der Sportfinderday das richtige positive Zeichen -ohne erhobenen Zeigefinger setzt. An diesem Tag können die Kinder spielerisch und mit Freude unterschiedlichste bekannte und weniger bekannte Sportarten entdecken. Das ist kindgerecht und sehr motivierend“, so die Schulleiterin. Auch Sarah Enders, Sportkoordinatorin der Schule, sieht darin einen großen Gewinn. Ihr ist das Thema Bewegung und Sicherheit im Alltag besonders wichtig. Unterstützt wird das Projekt von Partnern aus der Region, wie der Hedda und Bernd Höppner-Stiftung. Ziel sei es, Kinder langfristig für Bewegung zu begeistern und ihnen den Zugang zu Vereinen zu erleichtern. 

Am Ende des Tages bleibt für viele Kinder vor allem eines: das Gefühl, etwas erlebt zu haben, das anders ist als Unterricht – frei, bewegt, laut, gemeinschaftlich. Ein Tag, der nicht nur Muskeln bewegt, sondern auch Neugier weckt. Und vielleicht bei manchen sogar den ersten Schritt in eine neue Sportart.

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