Verdiente Bürger ausgezeichnet

Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerd Brücks (l.) und Bürgermeister Lars Keitel (r.) verleihen Bürgermeister a. D. Horst Burghardt die Bezeichnung Ehrenbürgermeister. Foto: fch

Friedrichsdorf (fch). Geselligkeit, kulinarische Schmankerl und Musik gehören beim traditionellen Jahresempfang der Stadt Friedrichsdorf zum Programm. Gefeiert wird im Freien auf dem Parkdeck der Stadtverwaltung. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerd Brücks begrüßte die zahlreichen Bürger auf dem voll besetzten Platz.

Er blickte in seiner Rede zurück in die Geschichte der Stadt und auf den Empfang der Partnerstädte am Pfingstmontag. Mit den Worten „Europa ist ein Gewinn für uns alle und Friedrichsdorf liegt in der Mitte Europas“ appellierte er an seine Zuhörer, wählen zu gehen und am 9. Juni ein eindeutiges Votum für Europa abzugeben. Bürgermeister Lars Keitel sagte: „Gestern haben wir 75 Jahre Grundgesetz gefeiert und heute das Bürgerfest in Friedrichsdorf. Das Grundgesetz hat uns 75 Jahre Freiheit, Frieden und Demokratie in Deutschland ermöglicht, davon 35 Jahre im wiedervereinten Deutschland. Das Grundgesetz ist eine Erfolgsgeschichte.“

Der Bürgermeister blickte in seiner Rede zurück auf die letzten 75 Jahre, indem er in jedem Jahrzehnt an besondere Daten, Leistungen und Ereignisse erinnerte. Dazu gehörte am 23. Mai 1949 die Verkündigung des Grundgesetzes als Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Einen Tag später trat es in Kraft. Oder der Ausspruch des neu gewählten Bundeskanzler Willy Brandt, der in seiner ersten Regierungserklärung am 28.10.1969 erklärte, er wolle mehr Demokratie wagen durch: Herabsetzung des Wahlalters, Herabsetzung der Volljährigkeitsgrenze, mehr Diskurs, mehr Mitbestimmung. In den 1970er-Jahren wurden die Notrufnummern 110 und 112 eingeführt. „Ohne Philipp Reis wäre hier kein Anschluss“, verkündete der Bürgermeister stolz, um dann seine Ausführungen in Dekaden bis heute fortzuführen.

Der Jahresempfang der Stadt Friedrichsdorf gab zugleich den Rahmen, um vier Bürgern für ihr langjähriges Engagement Danke zu sagen. Stadtverordnetenvorsteher und Bürgermeister verliehen die Ehrenmedaille der Stadt mit Urkunde und Blumenstrauß an Ursula Zenser für 29 Jahre ehrenamtliches Engagement in der Evangelischen Kirche Friedrichsdorf. Sie war Sprecherin des ehemaligen Arbeitskreises „Den Kindern von Tschernobyl“. Dieser ermöglichte von 1992 bis 2015 Kindern aus verstrahlten Gebieten im Süden Weißrusslands Erholungsaufenthalte in Friedrichsdorf. Ursula Zenser suchte Paten und Gastfamilien, um die Jungen und Mädchen nach Friedrichsdorf zu holen. Seit 2016 organisiert die Bürgerin den Kindern Erholungsaufenthalte in Belarus. Die Geehrte dankte Familien und Bürgern, die mit ihrer Gastfreundschaft den Kindern diesen Aufenthalt ermöglichten. Karl Günther Petry erhielt anschließend die Ehrenbezeichnung „Ehrenstadtverordnetenvorsteher“, Bürgermeister a. D. Horst Burghardt die Ehrenbezeichnung „Ehrenbürgermeister“ und Ulrich Neeb die Ehrenbezeichnung „Ehrenstadtbrandinspektor“.

Karl Günther Petry blickt auf eine über 50-jährige kommunalpolitische Tätigkeit zurück. Er war Gemeindevertreter in Köppern (Oktober 1968 – Oktober 1972), Stadtverordneter (1972 – 1975), Ortsbeiratsmitglied in Köppern (1976 – 1981, April bis August 2001 und April 2006 bis Mai 2006). Er war von März 1981 bis März 2021 Stadtverordneter und von April 1997 bis März 2001 sowie April 2006 bis März 2021 Stadtverordnetenvorsteher. Für sein kommunalpolitisches Engagement wurde Karl Günther Petry bereits mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen (1981), der Ehrenbezeichnung Stadtältester (1989) und dem Bundesverdienstkreuz am Bande (2011) ausgezeichnet.

Horst Burghardt war vom 1. September 1997 bis 31. August 2021 Bürgermeister und zugleich Vorstandsvorsitzender des Abwasserverbands Oberes Erlenbachtal, der Kulturstiftung Friedrichsdorf und der Sanitätsrat-Fuchs-Stiftung. Zudem war er ehrenamtlich zuvor aktiv als Stadtverordneter (1985 bis 1997), als Kreistagsmitglied (1989 bis 1992) und von 1991 bis 1997 parallel Landtagsabgeordneter. Dort war er Mitglied im Haushalts- und Umweltausschuss sowie Vorsitzender des Innenausschusses. Unter anderem war er im Präsidium des Hessischen Städtetages und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen tätig.

Dritter im Bunde der Geehrten ist Ulrich Neeb, dem die Ehrenbezeichnung „Ehrenstadtbrandinspektor“ verliehen wurde. Er gehört seit Januar 1977 der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsdorf an. Er ist seit 2004 Hauptbrandmeister, war von 1980 an Zugführer und von 1991 bis 2003 stellvertretender Wehrführer in Seulberg. Von April 2003 bis September 2023 war er Stadtbrandinspektor in Friedrichsdorf. Ihm wurde das silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande (2003) und das goldene (2017) verliehen. Anstelle von Blumensträußen erhielten die Herren – je nach Vorliebe – Körbe mit Spezialitäten aus Frankreich oder Italien überreicht.



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