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Einklang und Vielfalt

Das Cello-Ensemble „HansoriCelli“ brachte ein höchst anspruchsvolles und dabei abwechslungsreiches, unterhaltsames Programm zu Gehör. Foto: privat

Glashütten (kw) – Dieser Tage gab es im Bürgerhaus Glashütten auf Einladung des Kulturkreises wiederum ein bemerkenswertes Konzert. Das Cello-Ensemble „HansoriCelli“ brachte ein höchst anspruchsvolles und dabei abwechslungsreiches, unterhaltsames Programm zu Gehör.

Obwohl reine Cello-Formationen schon seit mindestens 45 Jahren sowohl das „klassische“ Konzertleben (beispielhafte Pioniere: die zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker) als auch die Populärmusik (Apocalyptica) bereichern, sind sie immer noch etwas Besonderes.

Der Name dieses 2012 gegründeten Ensembles geht auf den koreanischen Begriff „Han-Sori“ zurück, was im Deutschen am besten mit dem Wort „Einklang“ zu übersetzen ist. Es vereint neben den beiden Mitgliedern aus Südkorea (Seoyeon Hong) und China (Jingjing Zhu) Musikerpersönlichkeiten aus Hessen (Tobias Fischer), Bayern (Tobias Galler) und dem Allgäu (Judith Assenbaum). Sie alle haben ihre beruflich-musikalische Wahlheimat in Wiesbaden (überwiegend am Staatstheater) und finden bei HansoriCelli gut hörbar zu einem gemeinsamen musikalischen Ausdruck, eben dem „Hansori“.

Den drei Damen und zwei Herren war dabei die Begeisterung für die vielfältigen Klang- und Stilmöglichkeiten des Violoncello anzumerken, die sie in wechselnder Besetzung mit großer Verve und gleichzeitig hoher Sensibilität und Geschmackssicherheit präsentierten.

Den lebhaften Beginn markierte das Konzert für zwei Violoncelli g-Moll von Antonio Vivaldi mit barocker Virtuosität und einer wunderschönen Kantilene im Mittelsatz. Auch in den folgenden, mehr lyrischen Stücken von Guillaume Paque, Johann Sebastian Bach (in seiner berühmten „Air“ aus der D-Dur Orchestersuite), Tomaso Albinoni und Gabriel Fauré verströmten die Celli ihren warmen, singenden Klang, der in Max Bruchs „Kol Nidrei“ zum Abschluss der ersten Programmhälfte auf anrührende Weise kulminierte. Bruch hatte dieses Stück 1880 auf Anregung des Cellisten Robert Hausmann komponiert und dabei für den ersten Teil den traditionellen Bußgesang (Kol Nidrei) des jüdischen Jom-Kippur-Festes zugrunde gelegt, ohne dabei an eine liturgische Verwendung der Komposition zu denken. Später verbreitete sich aufgrund dieses Werkes das Gerücht, Bruch sei Jude, was in Nazideutschland zu Aufführungsverboten führte.

Nach der Pause startete HansoriCelli wieder bewegter mit einer sehr lebendigen Interpretation des D-Dur-Divertimentos von Joseph Haydn. Im folgenden Requiem für drei Violoncelli und Klavier vom im ausgehenden 19. Jahrhundert berühmten böhmischen Cellisten David Popper trat die Pianistin Jeong-Hwa Fischer zu Judith Assenbaum, Tobias Fischer und Tobias Galler hinzu und verhalf auch im folgenden Stück, dem berühmten „Lied an den Abendstern“ aus Richard Wagners „Tannhäuser“, der dann wieder kompletten Fünfer-Formation zu einem perfekt ausgewogenen Abbild eines großen romantischen Orchesters (arrangiert Tobias Fischer). Zum beschwingten Abschluss wurde dem begeisterten Publikum eine Folge mitreißender Tänze aus nahen und fernen Ländern geboten: „Tango passionato“ (Eduard Pütz), „Requiebros“ (ein Flamenco von Gaspar Cassadó), eine Konzertpolonaise (wieder von David Popper) und schließlich als Zugabe einer von Astor Piazzollas berühmten „Tango Nuevo“.

Schwingendes Glashaus

Das „Glashaus“ geriet ins Schwingen, und es zeigte sich einmal mehr, so einige Stimmen aus dem Publikum, dass man eine solche Unmittelbarkeit und Nähe zu großartigen Musikern in unserer Region fast nur bei den Konzerten des Kulturkreises Glashütten erleben kann.

Die nächsten Veranstaltungen des Vereins werfen übrigens schon Schatten voraus: Am Donnerstag, 17. Mai findet um 20 Uhr im Gemeindezentrum der Lukasgemeinde Glashütten, Schloßborner Weg 16, ein Vortrag von Prof. Dr. Bruno Deiss unter der Überschrift „Exoplaneten – gibt es eine zweite Erde?“ statt. Am Samstag, 9. Juni um 20 Uhr gibt es im Bürgerhaus Glashütten, Schloßborner Weg 2, einen Liederabend mit Johannes Martin Kränzle (Barriton) und Hilko Dumno (Klavier). Weitere Informationen auch unter www.kulturkreis-glashuetten.de.

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