Glashütten (as) – In Flörsheim hat die Stadtverordnetenversammlung gerade eine fraktionsübergreifende Resolution gegen das neue Betriebskonzept des Rhein-Main-Flughafens verabschiedet. In der Mainstadt mussten aber in der Vergangenheit auch schon auf Kosten des Flughafen-Betreibers Fraport die Dachziegel von Häusern mit Ankern gesichert werden, da es bereits vorgekommen war, dass sie von Wirbelschleppen von den Dächern gehoben wurden.
Auch wenn die Betroffenheit nicht mit den Anwohnern der Mainschiene zu vergleichen ist, so ist es auch in der Taunusgemeinde Glashütten (wie in vielen benachbarten Gemeinden auch) seit dem vergangenen Jahr merklich lauter geworden. Die Fraport testet bereits länger das – noch nicht durch einen Planfeststellungsbeschluss gedeckte – neue Betriebskonzept, wonach generell mehr Flugbewegungen pro Stunde (110 statt 104) möglich sind und zudem Flugzeuge von der Centerbahn häufiger über die Nordwest-Abflugroute starten und damit auch die Taunusorte im Steigflug mit noch relativ geringer Höhe überfliegen.
„Gerade in den Morgen- und Abendstunden ist es deutlich lauter geworden“, sagt der Glashüttener Bürgermeister Thomas Ciesielski. Deswegen hat die Gemeinde im vergangenen Jahr nach Beschluss durch die Gemeindevertretung auch offiziell ein Protestschreiben an das hessische Wirtschaftsministerium als Genehmigungsbehörde gerichtet. Die Fluglärmbelastung solle auf den bisherigen Werten verbleiben, eine weitere Belastung des Gemeindegebiets ausgeschlossen werden, so die zentralen Forderungen.
Antwort des Ministeriums liegt vor
Inzwischen liegt das Anwortschreiben des Ministeriums, unterzeichnet von Staatssekretärin Ines Fröhlich, vor, das in der jüngsten Gremienrunde im Glashüttener Ausschuss für Umwelt, Bau und Infrastruktur länger diskutiert wurde.
Hierin heißt es unter anderem, dass eine sichere Abwicklung des Flugbetriebes verschiedene Abflugtrecken benötige und Glashütten bei 65 Prozent Abflügen über die Startbahn West ohnehin nicht betroffen sei. Im November 2025 habe es beispielsweise rund 15 Flugbewegungen pro Tag (Nordwestabflüge und Südumfliegungen) über der Kommune gegeben, da sich die Flugzeuge bereits in verschiedene Flugrichtungen aufgefächert hätten, ehe Glashütten tangiert werde. Und: „Ein Flughafen von der Bedeutung und Größe Frankfurts lässt sich leider nicht betreiben, ohne dass Siedlungsgebiete tangiert werden.“
Glashütten meldet sich nochmals
Noch in der Ausschusssitzung hat man sich auf eine Antwort verständigt, in der die Gemeinde darauf hinweist, die Belastungen der Bürger ernst zu nehmen und in der das Ministerium aufgefordert wird, der Gemeinde zeitnah Unterlagen zum neuen Betriebskonzept zur Verfügung zu stellen. „Es ist richtig, dass wir uns zu Wort melden“, ist Ciesielski überzeugt. Gleichwohl ist er der Meinung, dass man bei dem Thema „die Kirche im Dorf lassen“ sollte, schließlich spreche man hier über einen der wichtigsten Arbeitgeber der Region und die Vorteile dieses nahen Verkehrsknotenpunkts auch für die Bewohner im Taunus.
Auch ihm ist klar, dass man als kleine Gemeinde, die nicht einmal Zugang zur Fluglärmkommission erhält, hier wenig ausrichten kann.
Immerhin hatte das Wirtschaftsministerium bereits zugesagt, dass es den Sachverhalt des neuen Betriebskonzepts „sehr ernst nimmt und sich der Sensibilität des Themas außerordentlich bewusst ist“. Deshalb werde man, nachdem Fraport und Deutsche Flugsicherung ihr Konzept weiter detailliert haben, in den kommenden Monaten „eine ausführliche lärmfachliche und rechtliche Prüfung durchführen“. Und: Nachdem Glashütten vergangenes Jahr nicht mit auf dem Verteiler stand, sei jetzt die Stabsstelle Fluglärmschutz angewiesen worden, die Gemeinde über die Ergebnisse der Prüfungen zu informieren.
Dass es danach hörbar leiser wird zu Füßen des Glaskopfs, bleibt allerdings eine sehr vage Hoffnung.