Schloßborn (mp) – Ausgerechnet am bislang heißesten Wochenende des Jahres blieben die Tore des Freibads Schloßborn am Sonntag geschlossen. Bereits am Samstag war der Einlass nur eingeschränkt möglich gewesen. Viele Familien und Kinder, die sich auf eine Abkühlung gefreut hatten, standen am Samstagnachmittag vor verschlossenen Türen. Über die Schließung des Einlasses informierte der Betreiber des Kiosks die Wartenden. Ungewöhnlich leer waren hier bereits die sonst gefüllten Parkplätze – ein deutliches Zeichen dafür, dass nur wenige Besucher ins Freibad kamen. Ein Badegast, der das Freibad noch am Samstag nutzen konnte, verglich die Wasserqualität mit einem „Milchshake“.
Für die zu spät Gekommenen platzten die Pläne für einen Sommertag im Schloßborner Freibad. Die Kinder fuhren mit ihren Rollern wieder nach Hause, und die Familien fuhren weiter zu den Schwimmbädern im Umkreis.
Hintergrund dieser Entscheidung war nach Angaben des Glashüttener Bürgermeisters Thomas Ciesielski jedoch nicht die Wasserqualität, sondern die anhaltend hohe Trinkwasserentnahme – auch während der Nacht –, die trotz Aufruf zum sparsameren Wasserverbrauch, nicht weniger wurde. Der Bürgermeister sprach von 35 Kubikmetern, während sonst acht üblich gewesen seien. Das Trinkwasser wurde also weiterhin nicht nur für die notwendigen Zwecke verwendet, sondern auch für die Bewässerung von Gärten durch automatische Beregnungsanlagen und die Befüllung von Privatpools.
Demzufolge konnten sich die Hochbehälter in Schloßborn und Glashütten nicht ausreichend erholen und die Sicherheitsreserven wurden teilweise unterschritten.
Die automatischen Filteranlagen des Freibads konnten unter diesen Bedingungen nicht betrieben werden, ohne die notwendigen Löschwasserreserven für die Feuerwehr zu gefährden. Schließlich wurde die Entscheidung in enger Abstimmung mit dem Schwimm- und Wassermeister getroffen.
Auch wenn viele Besucher die Schließung nur schwer nachvollziehen konnten, zeigt der Vorfall, vor welche Herausforderungen anhaltende Hitze und ein hoher Wasserverbrauch selbst kleinere Gemeinden stellen können.
Öffnung am Donnerstag geplant
Noch bis Mittwoch war das Schloßborner Freibad geschlossen. Am Donnerstag (nach Redaktionsschluss) sollte es wieder öffnen. „Davon gehe ich aus“, sagte der Bürgermeister, der aus privaten Gründen aktuell in Istanbul weilt, aber in der Angelegenheit Schwimmbad mit dem Rathaus schon am Morgen um 7 Uhr (6 Uhr Ortszeit) in Kontakt stand. Die Filteranlage des Freibades ziehe automatisch 70 Kubikmeter Trinkwasser, um das Aminchlorid, das sich – auch durch das Urinieren im Kinderbecken – gebildet hat, auszutauschen. „Da gibt es gesetzliche Vorschriften“, so der Bürgermeister, der sagte, dass er verantwortungsvoll handeln müsse, auch wenn er wisse, dass das in den Sommerferien „nervig“ ist und er sich damit wenige Freunde mache. Die Versorgungssicherheit, auch für die Feuerwehren bei der aktuellen Waldbrandgefahr, stehe über allem. Deswegen kämpfe er auch für einen sechsten Tiefbrunnen, da die Fördermöglichkeiten der Gemeinde mit ihrer autarken Wasserversorgung begrenzt seien. Einen „Wassermangel“ im Sinne der Gefahrenabwehr wollte er aber nicht ausrufen. Er halte nicht so viel von Verboten, so Ciesielski, der auf Information und die Vernunft der Bürger hofft, insbesondere was automatische Beregnungsanlagen anbelangt. „Bei allen, mit denen ich gesprochen habe, war diese Einsicht da.“