Glashütten (as) – Knapp zehn Wochen nach den Kommunalwahlen in Hessen hat Glashütten einen neuen Gemeindevorstand. Die Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten hatte sich auf die zweite Sitzung der Gemeindevertretung verschoben, da nach dem Mehrheitsbeschluss zur Verkleinerung des Gemeindevorstandes von acht auf sechs Personen in der ersten Sitzung zunächst noch die geänderte Hauptsatzung im Amtsblatt veröffentlicht werden musste.
Zur Wahl am vergangenen Donnerstag hatten die sechs Fraktionen der Gemeindevertretung drei Wahllisten eingereicht, jeweils eine eigene von WGS/WGO und Bündnis 90/Die Grünen sowie eine gemeinsame Liste von CDU, FDP, FWG und SPD. Letztere war laut Pressemitteilung der vier Fraktionen nötig geworden, weil die WGS/WGO der SPD das Angebot einer Listenverbindung gemacht hatte, um der SPD einen Gemeindevorstandsposten zu ermöglichen. Das wiederum hätte zu einem Losentscheid zwischen FWG und FDP geführt, welcher wiederum durch die Verkleinerung des Gemeindevorstandes verhindert werden sollte. Das war offenbar auch die Auffassung der SPD, die deshalb das Angebot von WGS/WGO ausgeschlagen hatte. Die Grünen wiederum hatten die Vierer-Liste positiv gesehen, zumal sie es gewesen waren, die auf der vorherigen Sitzung die Verringerung der Beigeordnetenzahl beantragt hatten.
Bei der geheimen Wahl in der Versammlung der Gemeindevertretung gab es dann keine Überraschung mehr. 13 Stimmen entfielen auf die Listenverbindung, fünf auf die Liste von WGS/WGO und vier (ein Gemeindevertreter fehlte) auf jene der Grünen. Offenbar hatte niemand für eine fremde Liste gestimmt, was bei geheimen Wahlen – siehe Königstein bei der Wahl des Magistrats – durchaus vorkommen kann. Damit wird Dirk Westenberger (CDU) als Spitzenmann der gemeinsamen Liste Erster Beigeordneter und Vertreter von Bürgermeister Thomas Ciesielski, und mit Sandra Kratz wird eine zweite CDU-Politikerin in den Gemeindevorstand einziehen, nachdem Kerstin Hofmann aus privaten Gründen verzichtet hat. Die vier weiteren Beigeordneten sind alte Bekannte. Sowohl Heike Kolter (FDP), Elmar Gräber (FWG) von der gemeinsamen Liste als auch Franz Seiter (Grüne) und Klaus Hindrichs (WGS/WGO) gehörten schon dem bisherigen Gemeindevorstand an – Hindrichs, der 2023 aus der CDU ausgetreten war, als Erster Beigeordneter.
WGS/WGO hätten ihn nach dem Lagerwechsel gerne erneut in dieser Rolle durchgesetzt, aber dazu wäre eine Zusammenarbeit mit der CDU nötig gewesen, nicht die klare Oppositionsrolle in einer Gemeindevertretung mit wechselnden Mehrheiten, die die Wählergemeinschaften aus Schloßborn und Oberms aktuell eingenommen haben.
„Ich habe mich ausdrücklich bei Klaus Hindrichs für die Unterstützung und Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren bedankt“, reagierte Ciesielski auf Meinungen in sozialen Netzwerken, die das Gegenteil behauptet hatten. Das sei für ihn „eine Selbstverständlichkeit“. Schließlich wird man auch weiterhin im Gemeindevorstand miteinander auskommen müssen – zum Wohle Glashüttens.