Glashütten (as) – Eine Überraschung ist es nicht mehr, denn die Signale standen schon bei früheren diesbezüglichen Fragen an den Rathauschef auf „Ja“. Jetzt hat es Thomas Ciesielski in einem Telefonat mit der Redaktion offiziell gemacht. Glashüttens Bürgermeister strebt eine zweite Amtszeit an, die aktuelle endet am 31. Mai kommenden Jahres. Sofern, und das ist die kleine Einschränkung, er beim Nominierungsparteitag der Glashüttener CDU am 30. September in Oberems auch formal aufgestellt wird. Daran gibt es freilich keinerlei Zweifel. Der Bürgermeister lobt die Zusammenarbeit im Führungsteam mit Glashüttens CDU-Chef Matthias Högn, „einem Freund“, mit den beiden Fraktionsvorsitzenden Carmen Mildenberger und Dr. Lutz Riehl sowie grundsätzlich allen Mitgliedern des Ortsverbands in höchsten Tönen. Man habe die CDU, die zu Zeiten seiner parteilosen Vorgängerin Brigitte Bannenberg „nur eine Fraktion“ gewesen sei, neu aufgestellt mit dem Ziel, etwas für die Gemeinde zu erreichen, die zum Teil veraltete Infrastruktur zu erneuern – und dabei parteiübergreifend immer alle anderen Wählergemeinschaften in der Gemeindevertretung mitzunehmen.
Ciesielski sprudelt nur so, was er in dieser Konstellation in seiner ersten Amtszeit mit dem Gemeindevorstand und dem Parlament alles anpacken, zum Teil schon abhaken konnte: das Baugebiet „Am Silberbach“, den Beschaffungsplan für die Feuerwehr und die Planung des neuen Feuerwehrhauses in Oberems, die Alte Schule Oberems, das Sport- und Kulturzentrum in Schloßborn, die Umstrukturierung der Verwaltung mit einem serviceorientierten Bürgerbüro um Conny Eichhorn und Sandro Piazolla, den Limes-Aussichtsturm, das Straßenbauprogramm und ganz besonders die autarke Wasserversorgung der Kommune mit dem neuen Funktionsgebäude, dessen Planung für rund eine Million Euro noch in diesem Monat den politischen Gremien zur Zustimmung vorgelegt wird. Und das sind nur die wichtigsten Punkte.
Er habe noch lange nicht genug von seiner Arbeit, sagt der 58-Jährige, auch wenn manches, vor allem die Planung des Sport- und Kulturzentrums, ein „dickes Ding“ sei. „Es gab noch keinen Tag, an dem ich gesagt habe, dass ich die Schnauze voll habe“, sagt der Bürgermeister, der – mit berufsbedingten Unterbrechungen – seit 40 Jahren in Glashütten lebt. Die Projekte voranzutreiben, bereite ihm Freude, das sei sein Hauptanliegen. „Man kann als Bürgermeister nicht kurzfristig denken, ich habe von Anfang an im Zwölf-Jahres-Rhythmus gedacht.“
Er ist stolz darauf, rechtzeitig in die autarke Wasserversorgung der Gemeinde investiert zu haben, die vorher so vor sich hingesickert ist. Was heute nicht mehr gehe – gerade in Sommern wie diesem, in denen der Klimawandel nicht mehr geleugnet werden kann. „Wir sind dadurch die einzige Kommune im Umkreis, bei der die Wasserversorgung gesichert ist.“ Die Wasserampel stehe auf „hellgelb“, während anderswo im Taunus schon der Notstand erklärt werden musste. Das Funktionsgebäude an der B8 für die drei Mitarbeiter des Wasserwerks und als Lagermöglichkeit sei der nächste Schritt, der übernächste seien die Probebohrungen für einen sechsten Tiefbrunnen am Parkplatz Hobholz oberhalb von Oberems, auch wenn fünf aktuell noch ausreichen würden. Der weitere Brunnen könnte dann den Hochbehälter in Oberems versorgen, der aktuell von Glashütten gespeist wird. Das Wasser aus Glashütten könne dann verstärkt nach Schloßborn geleitet werden. Man müsse bei dem Thema in Jahrzehnten denken, so Ciesielski. Parallel dazu laufe die Straßensanierung weiter, denn selbst unter renovierten Straßenbelägen seien immer noch viele gusseiserne Wasserleitungen verlegt.
In seiner möglichen zweiten Amtszeit würde er auf jeden Fall gerne auch die Fertigstellung der neuen Feuerwache am Ortsrand von Oberems erleben. Wenn alles nach Plan laufe, könnte das Gebäude samt dem – in der Gemeinde fehlenden – Katastrophenschutzlager schon Ende 2028, Anfang 2029 stehen. Der TÜV für das alte Gebäude laufe bis dahin ab. Die Gemeinde arbeite gerade am projektbezogenen Bebauungsplan, das Grundstück wurde bereits erworben, genauso wie die benötigte Ausgleichsfläche.
Hoffen auf Gegenkandidaten
Eine weitere Amtszeit passe auch zu seinem Alter von 58 Jahren, findet Ciesielski, der durch seine drei Kinder – der jüngste Sohn ist 15 Jahre alt – häufig als jünger wahrgenommen wird. Auch der Wahltermin steht so gut wie fest: Hauptamt-Leiter Peter Asch wird der Gemeindevertretung den 14. Februar 2027 vorschlagen, das ist vier Tage nach Aschermittwoch. Eine mögliche Stichwahl wäre dann am 28. Februar – dem letztmöglichen Termin, denn die Neuwahl muss drei Monate vor Ende der Amtszeit des aktuellen Bürgermeisters stattgefunden haben. Als einziger Ausweichtermin steht der 1. Dezember zur Wahl, dann allerdings wäre die Stichwahl am 15. Dezember, wenn viele Weihnachtsmärkte geöffnet sind und generell der Vorweihnachtsstress ausgebrochen ist.
Ciesielski hat also als Erster den Hut in den Ring geworfen, andere Kandidaten, ob sie nun aus dem Lager der fünf anderen Parteien und Wählergemeinschaften kommen oder als Unabhängige antreten, wissen jetzt, dass sie es mit dem „Platzhirschen“ aufnehmen müssen. Der hofft sogar auf Gegenkandidaten, die es in diesem Jahr zum Beispiel in der Nachbarkommune Schmitten nicht geben wird, wo Amtsinhaberin Julia Krügers einzige Kandidatin sein wird. „Ich würde mich freuen. Die Bürger sollten eine Auswahl haben“, sagt Ciesielski. Alles andere sei ein „Rumgeeiere“, ein „Wahlkampf gegen sich selbst“, bei dem am Ende sich die Gegner eher zur Wahl mobilisieren lassen könnten als die Befürworter.
Er werde jedenfalls sein Programm machen und sich nicht verbiegen lassen. „Es ist wichtig, dass man authentisch bleibt“, lautet eine Devise Ciesielskis. Eine, die viele Berufspolitiker, gerade in höheren Ämtern, der Taktik und dem Machterhalt untergeordnet haben. Aber ganz sicher eine, die gerade in kleinen Kommunen hilft, zu den Menschen durchzudringen und Ergebnisse zu liefern, auch wenn man dabei mal aneckt.
