Kinder- und Jugend-Ensemble der Schloßborner Laienbühne begeistert mit „Aschenputtel“

Ein Bote überbrachte Anna-Rosalies Vater die Nachricht, dass er verreisen muss. Die Stiefmutter wünschte sich, dass er Juwelen von der Reise mitbringt.Fotos: Natalie Diehl

Glashütten (nd) – Am 9. und 10. Mai erhielt das Bürgerhaus Glashütten regen Zulauf. Dort fanden nachmittags Aufführungen des Kinder- und Jugend-Ensembles der Schloßborner Laienbühne statt. In diesem Jahr stand das beliebte Märchen „Aschenputtel“ der Gebrüder Grimm auf dem Programm. Da die Mehrzweckhalle in Schloßborn gerade eine Großbaustelle ist, war man froh, das Glashüttener Bürgerhaus nutzen zu können.

Perfektes Zusammenspiel

Während unter den Zuschauern gespannte Stille herrschte, war bei den jungen Schauspieltalenten vor dem Auftritt von Aufregung keine Spur. Nach wochenlangen Vorbereitungen, saßen die Texte, Szenen und Kostümwechsel perfekt. „Es war wenig zu soufflieren“, bestätigte Nicole Heil, die für den Notfall als Souffleuse bereitstand. Das Stück, das in der Fassung des berühmten Theaterregisseurs und Schauspielers Hans Thoenies präsentiert wurde, überzeugte durch seine Frische und Leichtigkeit; auch für die kleinsten Zuschauer wurde es nie langweilig. Nicht nur die Jungschauspieler, sondern auch das Team der Laienbühne arbeitete perfekt zusammen. „Die Bühnenbilder sind selbst gebaut und alle Kostüme selbst genäht“, erklärte Spielleiterin Michi Beck. Generell steckte in den beiden Auftritten jede Menge Arbeit. Drei Monate lang wurde zweimal pro Woche geübt, in der Woche vor der Aufführung sogar täglich.

Für den reibungslosen Ablauf sorgten nicht nur Spielleiterin Michi Beck und Souffleuse Nicole Heil, sondern auch Regisseurin Alex Pollet und die Teams von Manfred Kunz (Bühnenbild), Sven Meyer (Technik) sowie Michèle Kunz (Kostüme und Maske).

Ein Teil der Einnahmen aus den Vorführungen kommt immer auch dem Gemeinwohl zugute. Nach Deckung der Unkosten, die so gering wie möglich gehalten werden, wird an ortsansässige Vereine gespendet.

Fördergelder für professionelles Training

Nicht nur vereinsintern wurde das Stück einstudiert. Zur Verfügung gestellte Fördergelder wurden genutzt, um einen professionellen Trainer vom bekannten Galli-Theater zu engagieren. Dieser brachte den jungen Darstellern, im Alter von acht bis 19 Jahren, den ein oder anderen Kniff bei. „Die Kinder und Jugendlichen haben viel mitgenommen und wir sind sehr stolz, denn sie machen es wirklich toll“, so die erste Vorsitzende des Schloßborner Laienbühne e. V., Marion Meyer.

Seit dem Jahr 2002 ist der Verein Mitglied im Landesverband Hessischer Amateurbühnen. Pro Jahr wird je ein Stück des Kindertheaters und eines des Erwachsenentheaters aufgeführt. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 kam der Verein so auf über 60 Vorführungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen plagt die Schloßborner Laienbühne keine Nachwuchssorgen. Im Gegenteil; für das Kinder- und Jugend-Ensemble gibt es eine lange Warteliste. Ein besonderer Dank der Vereinsmitglieder geht an den Angelsportverein Emsbachtal, sowie an den Heimat- und Geschichtsverein Schloßborn. Beide Vereine hatten Räumlichkeiten für die Proben zur Verfügung gestellt.

Zauberhafte Märchenwelt

Mit viel Spielfreude und Leidenschaft entführten die 16 Jungschauspieler die Zuschauer in eine zauberhafte Märchenwelt voll von Prinzessinnen, Königen und Schlössern. Das liebevoll gestaltete Bühnenbild und die entzückenden Kostüme rundeten das Erlebnis ab.

Das junge Mädchen Anna-Rosalie muss auf ihrem Weg zum Glück einige Abenteuer bestehen. Beim Pilzesammeln trifft sie auf eine wilde Räuberbande und eine mystische Frau, die ebenfalls auf Pilzsuche ist. Die mystische Frau entpuppt sich als Königin Lieselotte, deren Sohn, Prinz Heinrich, dringend eine Frau finden muss. Dieser ist wenig begeistert von den Heiratsplänen, bis er im Wald von der willensstarken Anna-Rosalie vor den Räubern gerettet wird. Vorbei an den gehässigen Stiefschwestern und der bösen Stiefmutter finden Prinz Heinrich und Anna-Rosalie, hinlänglich bekannt als Aschenputtel, schließlich zueinander. Ein „Happy End“ wie es fast nur im Märchen zu finden ist.

Die Vorführung des Kinder- und Jugend-Ensembles der Schloßborner Laienbühne war ein rundum gelungenes Erlebnis, sowohl für die Zuschauer als auch für die Darsteller.

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