Glashütten (mp) – Vergangene Woche war die Hans-Christian-Andersen-Schule in Glashütten kein normales Klassenzimmer, sondern ein Zirkuszelt. Von Montag bis Freitag wurde für das Zirkusprojekt eifrig geprobt, final gab es am Freitagnachmittag und am Samstagvormittag jeweils eine Aufführung.
Schon beim Betreten des Zirkuszelts wurde deutlich: Hier herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Ein volles Zirkuszelt mit knapp 300 Zuschauern unter Sternenhimmel und Scheinwerfern mit Countrymusik sorgte gleich für eine passendes Flair. Vorne eine Manege, wo die Kinder fast jede denkbare Zirkusdisziplin aufführten. Begonnen hatte es mit einem Einlauf der Kinder, die dem applaudierenden Publikum winkten und strahlten. Die Aufregung und Freude war spürbar.
Die Akrobatikshow mit Rädern, Flickflacks, Hebeübungen und zum Schluss mit zwei Pyramiden nahm bereits die volle Aufmerksamkeit des begeisterten Publikums ein. Es folgten Leiterakrobatik und Jonglieren, und bei der Zaubershow beeindruckte besonders die Schwertkiste das Publikum. Hier befand sich ein Kind in einer Kiste, die von sechs Schwertern durchstochen wurde. Unterstützt von dramatischer Musik verstummten die Zuschauer bei jedem weiteren Schwert, das in die Kiste stach, mehr. Das Mädchen entstieg der Kiste – wie durch ein Wunder – komplett unversehrt.
Zwischen den verschiedenen Shows hatten die Clowns lustige Einlagen, wie eine anscheinend vergiftete Teekanne, da die Kinder, die daraus gekostet hatten, mit Schmerzen auf den Boden fielen. Am Ende stellte sich heraus, dass sich eine Socke in der Kanne befand, und das Publikum brach in Gelächter aus. In den Gesichtern der Kinder konnte man ebenfalls ein Grinsen erkennen.
Nach einer Pause mit Zuckerwatte, Brezeln oder Popcorn ging es weiter. Die Kinder balancierten über ein Seil mit einem Schirm in der Hand, auf Reifen vorwärts und rückwärts, mit verbundenen Augen oder mit einem Tablett, auf dem ein Glas stand. Das Publikum war still und die Anspannung spürbar. Doch jedes Kind meisterte diesen Auftritt erfolgreich.
Dann wurde es dunkel im Zirkuszelt für die Neonshow, bei der die Kinder bunte Tücher schwenkten und für eine stimmungsvolle Schwarzlicht-Atmosphäre sorgten.
Atemberaubende Fakirkunst
Auch der indischen Fakirkunst widmeten sich die Grundschüler in ihrem Zirkusprojekt. Drei Kinder standen barfuß auf Nägeln und Scherben. Am Ende der Einlage legte sich ein Mädchen auf die Scherben und die zwei weiteren stellten sich auf sie. Das Publikum hielt die Luft an, aber auch hier ging alles gut. Den schallenden Applaus und Jubel des Publikums hatten sich die drei – wie auch alle anderen Kinder auf der Bühne – vollauf verdient.
Zum Ende des eineinhalbstündigen Programms gab es eine Feuershow und final eine Trapezeinlage, bei der die Kinder alleine oder als Gruppe turnten und erstaunliche Figuren vollbrachten.
Ermöglicht wurde das Projekt durch den Circus ZappZarap und den Förderverein der Grundschule, der durch Spenden und Sponsoren das Projekt finanzierte. Die Idee entstand durch die Rektorin Annika Braun, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich neu auszuprobieren mit Fähigkeiten, die nichts mit Mathe, Deutsch oder dem Sachunterricht zu tun haben. Herausfordernd sei hier gewesen, die Kontrolle abzugeben und die Dinge mit viel Vertrauen geschehen zu lassen, sagte Thorsten Kühn aus dem Förderverein. Und das gelang – nach den strahlenden Augen der Kinder zu urteilen – hervorragend!
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