Das Verkehrskonzept der Grünen und die Realität

Die Replik von Norbert Herrmann aus dem Glaskopfweg in Glashütten auf den Leserbrief von Herrn Thiel in der KöWo Nr. 15 ist aus Platzgründen über Ostern etwas länger auf der „langen Bank“ der Redaktion gelandet:

Herr Rechtsanwalt Klaus Goetz Thiel bezieht sich auf einen Vorschlag der Grünen und trifft in wesentlichen Punkten meine Einschätzung und Darlegung – siehe meinen Leserbrief vom 14.3.2019.

Unsäglich, ja, 40 Jahre Lug und Trug und jede Klientel lässt sich noch für die Verhinderung feiern und die Sektkorken knallen, die Umgehung von Königstein und Glashütten verhindert zu haben. Wäre die Umgehung ab Kelkheim (statt des aufgeschütteten Damms und Hüttendorfs um Joschka Fischer) bis hinter Glashütten weitergebaut worden, wäre zumindest dieser Abschnitt heute gelöst und die Natur inzwischen längst wieder im Gleichgewicht!

Aktuell geht aber die Verhohnepipelung weiter. Vorübergehendes Tempolimit auf 30 km/h in der Le-Cannet-Rocheville-Straße und dafür Öffnung der 2. Spur/Bypass – von wegen. Realität: Ich musste am Freitag, 12. April, (leider) zum Ärztezentrum in die Bischof-Kaller-Straße fahren. Ich dachte, dass ich, wenn ich um 11.25 Uhr in Glashütten, Limburger Straße 18, wegfahre, problemlos meinen Arzttermin um 11.50 Uhr einhalte.

Pustekuchen: Ich stand an der Ampel am Friedhof/Edeka, trotz weniger Fahrzeuge vor mir wurde ich an der Altkönigstraße erneut gestoppt. Dann ging es „zügig“ weiter, um an der Ampel Adelheidstraße wieder gebremst zu werden. Verwunderlich, dass der Gegenverkehr in Richtung Glashütten noch weiter lief, obwohl drei Fußgänger die Fußgängerschutzanlage aktiviert hatten. Die Fußgänger konnten dann queren, obwohl gleichzeitig ein Bus, Fahrzeuge und ein weiterer Bus aus der Innenstadt in Richtung Glashütten einbogen. Der zweite Bus muss bei Grellrot ausgefahren sein, da für meine Fahrtrichtung Kreisel die Ampel schon auf Grün stand.

Kurz vor dem Kreisel wurde ich erneut eingebremst und musste mich in acht Schritten bis zum Kreisel fortbewegen. Letztlich erreichte ich in einer verkehrsarmen Zeit um 12.01 Uhr den für Arztbesuche reservierten Parkplatz, ich habe also für circa 8 km von Glashütten bis in die Bischof-Kaller-Straße 36 Minuten gebraucht.

Wenn ich als Greis (Baujahr 1939) noch richtig rechne, habe ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 km/h erzielt, das um die Mittagszeit und keine Schüler begehrten die Querung im Kreisel (Ferienbeginn)!

Im Ärztehaus angekommen, konnte ich im Wartezimmer hautnah die angebliche Lärmbelästigung durch die B 8 kurz vor dem Kreisel erleben. Das lauteste Geräusch waren die Alulamellen der Außenjalousien bei Wind, was mir der behandelnde Arzt bestätigte. Investor und der Architekt haben offensichtlich ihre Schulaufgaben gemacht, was wohl bei den Klagenden der Hochhäuser der Sonnenhofstraße und im Wolfsweg sträflich vernachlässigt wurde?

Welche Hindernisse sollen der Innenstadtbevölkerung und den Pendlern noch in den Weg gelegt werden? Ich bin gespannt, wann die Forderung kommt, die B 8 und Frankfurter Straße mit Rollrasen zu belegen, sodass die Ortsumgehungs-Verhinderer und deren Befürworter barfuß durch die Innenstadt bis zum Kreisel laufen können. Selbst wenn sie abwarten wollen, ob die illusorische Meinung von Dr. Anton Hofreiter (GRÜNE), bis 2030 alle Verbrennungsmotoren zu verbieten, greift – wobei dieser „Fachmann“ noch nicht gelernt hat, dass es bis dahin Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge geben wird, die umweltfreundlicher sind als Elektrofahrzeuge. Die Elektrofanatiker denken noch immer, dass der Strom aus der Steckdose kommt und vergessen, dass er flächendeckend zu den Steckdosen gebracht werden muss, auch für die „Elektrotankstellen“.

Damals den Weiterbau der Autotrasse und jetzt die Stromtrassen verhindern/boykottieren – nichts dazu gelernt! Wollen diese Heilsbringer den Karren noch tiefer in den Dreck fahren? Kapieren die selbst ernannten Fachleute in den Parlamenten noch immer nicht, dass die Probleme mit Elektroautos, Wasserstoffverbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen auch nicht zu lösen sind?

Lärm und Emissionen werden sich zwar reduzieren, aber der Verkehrskollaps bleibt und wird wahrscheinlich durch die geforderten, sogenannten „Pförtnerampeln“ noch befeuert. Das Problem ist und bleibt das Nadelöhr Königsteiner Kreisel!

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