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Leserbrief: Straßennamen

In einem Brief an Bürgermeister Albrecht Kündiger bezieht sich Dr. Thomas Zellhofer auf Presseveröffentlichungen zur Namensgebung von Straßen in Kelkheim. Hier der Brief in Auszügen:

Für die Namensgebung des Platzes neben der Stadtkapelle St. Petrus und Paulus schlage ich Paulus-Christmann-Platz vor.

Begründung: Dr. Paulus Christ-mann war ein renommierter Bürger unserer Stadt, der bis 2013 durchweg in Kelkheim lebte. Sein Curriculum Vitae ist sehr umfassend und seine musikalischen Aktivitäten als Sänger und Dirigent gingen weit über Deutschland hinaus.

Bereits in sehr jungen Jahren genoss er Gesangsunterricht bei seinem Vater und lernte dann das Geigen- und Klavierspiel. Schon mit acht Jahren trat er als Sänger des Kirchenchores St. Dionysius in Kelkheim auf.

Seine Gesangslage war der Bariton und als Lehrer suchte er sich keinen Besseren als den namhaften österreichischen Bass-Bariton Sänger Walter Berry (1929-2000) aus.

Nach Abschluss des Studiums der Ensemblebegleitung und Gesangspädagogik an der Universität Mainz 1994 begann er sein Kapellmeister-Studium an der Kölner Musikhochschule und absolvierte parallel dazu ein Gesangsstudium.

Als Diplom Kapellmeister promovierte er 2002 an der Universität Mainz über das Leben und Wirken des Komponisten, Pianisten und Organisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1808- 1847).

Die Meisterdirigenten Sir Georg Solti (1912-1997) und Claudia Abbado (1933-2014) waren die wichtigsten Wegbereiter für seine Dirigentenkarriere.

Immer wieder brachte Dr. Paulus Christmann die großen Oratorien und Orchesterwerke, aber auch weniger bekannte Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung, unter anderem mit dem Polizeichor Frankfurt, den er über zehn Jahre betreute. Dr. Christmann leitete auch die Frankfurter Singakademie, einen renommierten Laienchor aus Frankfurt am Main. Im Jahre 2005 gründete er die Mendelssohn-GesellschaftFrankfurt am Main.

Dr. Christmann initiierte die Rhein-Main-Festspiele, die erstmals im März 2014 stattfanden und die gesamte Rhein-Main-Region kulturell miteinander verbinden sollten. Inmitten der Vorbereitungen auf diese Festspiele verstarb er am 31. Januar 2014 ganz plötzlich.

Dr. Christmann hat mit zahlreichen Chören und namhaften Orchestern in der Stadt Kelkheim seine musikalische Vielfältigkeit bewiesen. Eine Aufstellung zeigt dies eindrucksvoll; er war vom 30.4.1992 bis 30.4.1999 Dirigent und Chorleiter des katholischen Kirchenchores St. Dionysius Kelkheim-Münster.

Im November 2009 erhielt Dr. Paulus Christmann den Hessischen Verdienstorden am Bande. Als künstlerischer Leiter und Initiator der Frankfurter Mendelssohn-Tage und Direktor der Frankfurter Singakademie hat sich Dr. Paulus Christmann besonders um die Pflege und Erforschung des musikalischen Erbes der Romantik und darüberhinaus um die Förderung der großen Chortraditionen in Frankfurt und Hessen verdient gemacht.

Der ehemalige hessische Kultusminister und neue Landtagspräsident des Landes Hessen, Boris Rhein würdigte Dr. Paulus Christmann nach seinem plötzlichen Tod:

„Der unerwartete Tod von Dr. Paulus Christmann hinterlässt eine große Lücke in der hessischen Musikszene“.

Der Kelkheimer Bürger Paulus Christmann verdient es, dass ihm die besondere Ehre zukommt, dass der Platz neben der Stadtkapelle nach ihm benannt wird. Er hat seine Heimatstadt Kelkheim immer im Auge behalten, trotz seines vielfältigen nationalen und internationalen Engagements. Gerade dieser Aspekt berechtigt diese Widmung für einen besonderen Musikkünstler,dem kein langes Leben vergönnt war.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein Paulus-Christmann-Platz eine Aufwertung für die Stadt Kelkheim zur Folge haben wird mit weiteren Open-Air Konzerten. Diese würden sich dann einreihen in die musikalischen Veranstaltungen der Kulturgemeinde Kelkheim.

Dr. Thomas Zellhofer,

Im Vogelshaag 2.

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