Artistik und Handwerkskunst: TaunusSoul war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg

Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren begeistert: Die drei Akrobaten von „Tridiculous“ zeigten eine atemberaubende und humorvolle Show.Foto: Diehl

Hornau (nd) – Rund um das Gagernhaus in Hornau fand am vergangenen Sonntag wieder das beliebte „TaunusSoul-Festival“ statt. Bereits zum zehnten Mal erfreute die Veranstaltung, mit einer Mischung aus Kunsthandwerk und Kultur die Kelkheimer. Diese waren zahlreich gekommen. Das Wetter war angenehm mild und so genossen die Besucher den perfekten Spätsommertag. Das Angebot des Kunsthandwerkermarktes war so vielseitig, dass ein Tag fast nicht ausreichte, um alles zu sehen.

Kreativität und Regionalität

An den rund fünfzig Verkaufsständen war sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Von Lederprodukten über Schmuck, bis hin zu Holzarbeiten und Strickwaren – die Auswahl war riesig. Es waren so viele Stände, wie noch nie zuvor. Dabei achteten die beiden Veranstalterinnen Anja Gilles und Catherine Hueber vor allem auf Regionalität. Sie konnten auf zahlreiche Unterstützer zählen, darunter die Kulturgemeinde Kelkheim e. V. „Wir wollen das Mitmachthema und die Schauwerkstätten fördern – es ist uns total wichtig, dass das Kunsthandwerk nicht ausstirbt“, so Gilles. Sie selbst war mit ihrem Glasatelier vertreten.

„Ich habe vor rund 40 Jahren mit einem Silberdraht und einem Kieselstein angefangen“, erklärte Schmuckhandwerker Horst Kiefer. An seinem Verkaufsstand „Silver-Strand“ fand man alles, was glänzt und glitzert. Das filigrane Arbeiten mit Edelmetallen hat er sich autodidaktisch angeeignet. Vor Ort konnte man ihm beim Arbeiten zuschauen – sechs Besucher ließen sich ihre Ringe von Kiefer galvanisch vergolden.

Der Bad Homburger Markus Röder widmet sich ebenfalls schon seit über 30 Jahren seinem Handwerk. Mit seiner Frau Carmen betreibt er die „Holzideen“. Als gelernter Tischler war der Weg zu dem natürlichen Werkstoff nicht weit. „Ich bin durch einen Arbeitskollegen darauf gekommen“, so Röder. Vom kleinen Holztisch über Sitzbänke und Dekoartikel – die Holzkunst fiel den Besuchern schon von weitem ins Auge. Das Rohmaterial sucht sich der Handwerker direkt am Sägewerk aus, so kommt nur das schönste Holz zum Einsatz. Zirbenholz verarbeitet er besonders gerne. „Aber eigentlich mag ich jedes Holz“, ergänzte Röder.

Vielleicht sollte es auch eine schöne, neue Stola sein? Unermüdlich strickte Iris Weinig wundervolle Accessoires für Groß und Klein. Dabei ist natürlich jedes Teil ein Unikat – getreu dem Unternehmensmotto „Unikum – Strick mit Kick“.

Unzählige weitere Stände boten liebevoll gefertigte Kleinigkeiten und Mitbringsel an.

Mitmachen erwünscht

Natürlich war an diesem Tag nicht nur das Zuschauen, sondern auch das Mitmachen mehr als nur erwünscht. Besonders für die kleinen Besucher gab es ein tolles Programm. Diese zeigten sich begeistert. Selbst etwas drucken, ein bisschen jonglieren lernen oder spielerische Entspannungsübungen – den Kindern wurde es garantiert nicht langweilig. Das galt auch für die Erwachsenen. Sie schoben eine ruhige Kugel beim Boule-Spielen oder unternahmen eine entspannende Fantasiereise, durch die Katrin Kleebach führte. Für die Wissbegierigen unter den Gästen gab es ebenfalls viel zu entdecken. Der Historiker und Stadtarchivar Julian Wirth berichtete bei seiner spannenden Führung über „Starke Frauen in Kelkheim“. Wald-Guide Ernst Temeschinko vermittelte auf amüsante und lockere Weise allerlei Fachwissen über den heimischen Wald.

Kunst und Kultur vom Feinsten

Auch musisch-kulturell hatte das „TaunusSoul-Festival“ viel zu bieten. Auf vier Bühnen präsentierten die unterschiedlichsten Künstler ihre Talente. Poetry-Slamerin Verena Hülsbömer beispielsweise überraschte mit einem Gedicht über Kelkheim. Ein besonderes Erlebnis war die Darbietung des Liederbacher Chores „Just for Fun“ im Zusammenspiel mit dem Akkordeon-Orchester Liederbach. Das gemeinsame Konzert in der Kirche St. Martin stand ganz im Zeichen der Musicalwelt. „Es waren beispielsweise Stücke aus Les Misérables dabei; das Akkordeon ist das Instrument des Jahres – das war überaus passend“, so Veranstalterin Catherine Hueber. Neue Ideen für „TaunusSoul“ findet sie gemeinsam mit Anja Gilles unter anderem bei der Kulturmesse in Freiburg.

Das Vokalensemble „AnimA“, bestehend aus vier Frankfurter Musikstudentinnen und -studenten, überzeugte mit geistlichen Klängen und Melodien aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sehr unterhaltsam waren auch die Konzerte der Live-Band „Evas Apfel“. Die vier Musiker haben sich in der Region inzwischen einen Namen gemacht. Die Zuschauer ließen sich gerne zu einem „Dance-Flashmob“ animieren.

Das geplante Theater-Fahrrad von Jörg Kölling entfiel leider. Mit Clownin „Lulu“ war jedoch schnell ein Ersatz gefunden. Die kleinen Gäste waren hin und weg.

Atemberaubende Akrobatik und Breakdance boten die drei Ausnahmekünstler „Tridiculous“ aus Berlin. Humorvoll und virtuos zogen sie die Zuschauer in ihren Bann. „Uns hat die Show gut gefallen – wir haben nach dem Kaffeetrinken spontan beschlossen, noch etwas zu unternehmen“, so Besucher Michael Fischer. Da war das „TaunusSoul-Festival“ genau das Richtige.

Die Kulinarik war ebenso hervorragend. Spritziger Äppler, würziges Chili con Carne, süße Crêpes oder leckeres Bier von den „Brauwichten vom Zauberberg“ – die Auswahl war groß. Wer lieber selbst etwas kochen wollte, nahm sich einen der herrlichen Kürbisse von „Blumen und Kürbisse Liederbach“ mit.

Das vielseitige Programm des „TaunusSoul-Festivals“ war auch in diesem Jahr für alle ein Hochgenuss.

Die Live-Band „Evas Apfel“ hat sich in der Umgegend einen Namen gemacht. Die charismatische Sängerin, konnte die Zuhörer mitreißen und zum Tanzen bringen. Foto: Diehl

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