Kelkheim (nd) – Am vergangenen Freitag wurden die Teilnehmer des internationalen Workcamps feierlich im Jugendzentrum Mitte verabschiedet. Zwölf Jugendliche aus aller Welt hatten bei Wind und Wetter den BMX-Parcours im Mühlgrundpark wieder zu einer befahrbaren Strecke gemacht. Auch die Sonne ließ sich rechtzeitig zur Abschiedsfeier blicken, sodass im Außenbereich des Jugendzentrums gegrillt werden konnte.
Große Zusammenarbeit
Die Idee eines internationalen Workcamps stammte von Petra Bliedtner, Amtsleiterin des Amts für Jugend und Integration. Es kam zu einer tollen Zusammenarbeit mit der Organisation „Internationaler Christlicher Jugendaustausch“ (ICJA). Zusätzlich konnte auf die Unterstützung zahlreicher Kelkheimer Firmen, Vereine und Privatpersonen gezählt werden. Obwohl die Erneuerung des Parcours eine große Aufgabe war, sind alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Jugendliche trotzen dem Regen
Das Sommerwetter in Deutschland ließ in den vergangenen Wochen sehr zu wünschen übrig. Was der Natur sicher sehr guttat, wurde zu einer Herausforderung für die Jugendlichen. Damit wenigstens ihre Füße nicht durchweichten, wurde dringend wetterfestes Schuhwerk benötigt. Zum Glück bot Yvonne Kastl-Köhler vom Schuhgeschäft Köhler eine große Lieferung Gummistiefel zum Sonderpreis an. So ließ es sich weiterarbeiten. Zunächst musste erst mal die große Menge an Steinen von einem Gartenbauunternehmen beseitigt werden. Diese waren zu einer großen Gefahr für die BMX-Fahrer geworden. „Insgesamt wurden 100 Tonnen Erde bewegt“, erklärte Christine Michel, Pressesprecherin der Stadt Kelkheim und stellvertretende Amtsleiterin des Haupt- und Rechtsamtes. Die Werkzeuge für die Bauarbeiten wurden vom Kelkheimer Bauhof zur Verfügung gestellt.
Natürlich stand für die zwölf Jugendlichen aus Mexiko, Italien, China, Armenien, Spanien, der Schweiz und der Türkei nicht nur Arbeiten auf dem Programm. Kulturelle Angebote und Freizeitbeschäftigungen sollten ebenfalls nicht zu kurz kommen. In Frankfurt wurde die Paulskirche besucht und Stadtarchivar Julian Wirth veranstaltete eine Führung zur Geschichte der Familie von Gagern. Doris Ott, Pressewartin des Kelkheimer Schwimm-Clubs 70 e.V. stellte Eintrittskarten für das Kelkheimer Schwimmbad zur Verfügung.
Alternatives Schlechtwetterprogramm
Als es im Freien endgültig zu feucht wurde, um weiterarbeiten zu können, malten die Teilnehmer Gemälde mit Dingen, die sie inspirieren. Roberto Cardiel aus León de los Aldama in Mexiko gestaltete ein Bild mit einem Drachen darauf. „Es ist der gefiederte Schlangengott K‘uk‘ulkan“, erklärte Cardiel. Bei den Maya ist K‘uk‘ulkan der Gott der Auferstehung und der Reinkarnation. Sehr passend, denn der Parcours ist ebenfalls von einer Schotterpiste zu einer tollen neuen Strecke auferstanden. Halit Mert Sezen aus der Türkei zeichnete den neuen Parcours – darüber schwebt ein bunter Heißluftballon, denn seine Heimat Kappadokien ist berühmt für Heißluftballonfahrten. Es gibt keine bessere Möglichkeit, die sogenannten Feenkamine, durch Erosion gebildete Tuffsteintürme, zu betrachten.
Die wundervollen Werke der Jugendlichen wurden bei der Abschiedsfeier ausgestellt, sodass jeder Teilnehmer sie bewundern konnte.
Abwechslungsreiches Programm für die Abschiedsfeier
Ein abwechslungsreiches Programm machte die Abschiedsfeier zu einem tollen Erlebnis für alle Anwesenden. Die Kosten für die musikalische Untermalung und die Verpflegung für das Fest wurden von Stefan Thalheimer, ehrenamtlicher Dezernent für Sport und Vereine, übernommen.
Den Anfang machte die Breakdancegruppe der Trainer Mohamed Lahyani und Samir Mesbah. Mit beeindruckender Akrobatik begeisterten die fünf Tänzer die Zuschauer. Vor allem der erst elfjährige Aaron Köhn überraschte mit mutiger und flüssiger Artistik. Trotzdem standen die beiden Trainer sowie die Tänzer Tayfun Senol und Lennard Dolezalek dem in nichts nach.
Auch der Auftritt des Rappers Chrizzly gefiel den Jugendlichen sehr. Mit ausgefeilter Raptechnik und einfühlsamen Texten überzeugte er auf ganzer Linie. Weitere Informationen unter: www.instagram.com/chriizzlyy
Der argentinische Straßenmusiker Yvan Herrera spielte sich mit seiner Gitarre ebenfalls direkt in die Herzen der Zuschauer.
Das köstliche Menü, das an diesem Abend zur Auswahl stand, repräsentierte die verschiedenen Kulturen. Frische Salate wurden durch gegrillte Maiskolben, Nachos und Brezeln ergänzt, während Grillmeister Marc Schmidt, Mitarbeiter des Amts für Jugend und Integration am Grill, die Würstchen wendete. Abgerundet wurde das Mahl durch süßes Baklava.
Ein tolles Erlebnis für alle
Hanin Abou Jarad und Jessica Bartsch von der Mobilen Jugendarbeit Kelkheim sind von der Kampagne begeistert. „Es war ein wirklich tolles Projekt und wir sind sehr zufrieden mit dem Parcours“, so Hanin Abou Jarad. Auch Stefan Thalheimer war voll des Lobes. „Es ist wunderbar, als ich mit Politik angefangen habe, gab es noch gar keine Jugendarbeit in Kelkheim – schön, dass es jetzt anders ist“, lobte er.
Ein besonderer Dank gilt allen weiteren Unterstützern des Workcamps. Der Main-Taunus-Kreis hatte den Zugang zu den Duschen in der Pestalozzi-Turnhalle ermöglicht und die Feuerwehr Kelkheim hatte Feldbetten für die Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Die Firma Howmet Aerospace unterstützte mit einer Geldspende, der Pennymarkt mit einem Einkaufsgutschein und der Family Markt mit einer Essensspende. Für medizinische Angelegenheiten stand die Hausarztpraxis von Dr. med. Katja Gebhardt bereit. „Herzlichen Dank auch an dem Rotary Club Kelkheim für seine großzügige finanzielle Unterstützung“, erklärte Petra Bliedtner.
An diesem Abend ging ein wunderschönes kulturübergreifendes Projekt zu Ende. Es wird sicher nicht nur den zwölf jugendlichen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.
Die Teilnehmer des Internationalen Workcamps präsentieren stolz ihre künstlerischen Werke, die während einer Schlechtwetterpause entstanden. jeder brachte auf seinem Bild etwas von seiner Heimat mit ein.Fotos: Natalie Diehl