Warum CDU und SPD das Baugebiet Hornau-West vorantreiben

Der Entwurf von Hornau-West Foto: Planergruppe ASL

Kelkheim (ju) – Das geplante Baugebiet Hornau-West sorgt in Kelkheim seit Monaten für kontroverse Diskussionen. Während die Bürgerinitiative und Teile der Opposition Kritik äußern, hält die Koalition aus CDU und SPD an dem Projekt fest. Aus Sicht der beiden Fraktionen überwiegen die Chancen – sowohl für die Stadtentwicklung als auch für die Infrastruktur und die langfristige Sicherung kommunaler Aufgaben.

Wohnraumbedarf als zentrales Argument

Ein wesentliches Motiv für die Unterstützung des Baugebiets ist der aus Sicht von CDU und SPD weiterhin bestehende Mangel an Wohnraum in Kelkheim. Die Stadt verzeichnet seit Jahren eine hohe Nachfrage, insbesondere von Familien und jungen Menschen, die in Kelkheim wohnen bleiben oder hierherziehen möchten. Bestehende Bauflächen im Innenbereich seien weitgehend ausgeschöpft.

Im geplanten Quartier Hornau-West sollen nach aktuellen Planungen mehrere hundert Wohnungen entstehen, darunter auch kleinere Einheiten sowie Angebote für unterschiedliche Einkommensgruppen. Die Koalition betont, dass es ihr nicht um reinen Flächenverbrauch gehe, sondern um eine geordnete, städtebaulich sinnvolle Erweiterung des Stadtgebiets.

Stadtentwicklung mit langfristiger Perspektive

Aus Sicht der Koalition fügt sich Hornau-West in die langfristige Stadtentwicklungsplanung ein. Das Areal war bereits seit vielen Jahren als mögliche Entwicklungsfläche im Gespräch. CDU und SPD sehen darin die Chance, ein neues Quartier mit moderner Infrastruktur, kurzen Wegen und einer klaren städtebaulichen Struktur zu schaffen.

Dabei wird argumentiert, dass kontrolliertes Wachstum notwendig sei, um die Attraktivität Kelkheims zu erhalten. Ohne neue Wohnangebote drohe die Stadt, insbesondere für jüngere Generationen und Familien, an Anziehungskraft zu verlieren.

Ein weiterer zentraler Punkt in der Argumentation der Koalition ist die Neuordnung des Feuerwehrwesens. Im Zusammenhang mit Hornau-West ist der Bau eines neuen, zentralen Feuerwehrstützpunkts vorgesehen. Die bisherigen Standorte gelten als räumlich und funktional an ihre Grenzen gestoßen.

CDU und SPD betonen, dass ein moderner Feuerwehrstandort aus Gründen der Sicherheit und des Arbeitsschutzes notwendig sei. Die Verknüpfung mit dem Baugebiet ermögliche es, Flächen sinnvoll zu nutzen und die Finanzierung besser darzustellen, etwa durch den Verkauf bisheriger Feuerwehrgrundstücke.

Verkehr und Erschließung

Auch verkehrliche Aspekte spielen für die Koalition eine wichtige Rolle. Die geplante Erschließung des Baugebiets soll nicht nur dem neuen Quartier dienen, sondern nach Ansicht der Befürworter auch Entlastungen für bestehende Wohngebiete bringen. Neue Straßenverbindungen könnten Verkehrsströme neu ordnen und Engpässe reduzieren.

Gleichzeitig betonen CDU und SPD, dass Verkehrskonzepte und Gutachten fortlaufend angepasst würden und das Projekt schrittweise umgesetzt werde.

Finanzielle Überlegungen

Aus Sicht der Koalition ist Hornau-West zudem finanziell vertretbar. Durch Grundstücksverkäufe, zusätzliche Steuereinnahmen und mögliche Fördermittel soll das Projekt die städtischen Finanzen langfristig nicht belasten. Vielmehr wird argumentiert, dass neue Einwohnerinnen und Einwohner auch zur Stabilisierung des Haushalts beitragen könnten.

CDU und SPD sehen im Baugebiet Hornau-West ein Projekt mit strategischer Bedeutung für Kelkheim. Für sie stehen die Schaffung von Wohnraum, die Sicherung der Feuerwehr, eine geordnete Stadtentwicklung und langfristige finanzielle Effekte im Vordergrund. Auch wenn das Vorhaben umstritten bleibt, hält die Koalition es für einen notwendigen Schritt, um die Stadt auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.



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