Fußball-Stadtmeisterschaft 2025 der Kelkheimer Mannschaften auf der Sportanlage der TuS Hornau
Hornau (ib) – Fragt man den ehemaligen englischen Nationalspieler Gary Lineker, dann ist Fußball ein sehr einfaches Spiel, bei dem am Ende immer die Deutschen gewinnen. Fragt man die Kicker der teilnehmenden Vereine bei der Kelkheimer Stadtmeisterschaft, dann ist Fußball ein sehr einfaches Spiel, bei dem am Ende immer die Hornauer gewinnen.
Nachdem die Spieler am Samstagmittag nach und nach eintrudelten und den ersten Schock über analoge Spielberichtsbögen („Gibt’s da keine Stadtmeisterschafts-App?“) und die eher rudimentäre Art der Spielleitung („Also, kein Videobeweis?“) verdaut hatten, ging es los: Ruppsch gegen Fischbach und Kelkheim gegen Hornau und Fischbach gegen Kelkheim und Hornau gegen Ruppsch. Mal die Erste, mal die Zweite Mannschaft, mal in Heimtrikots, mal in Auswärtstrikots, hier und da sogar im Ausweich-Dress (Die SG Kelkheim in schwarz? Der SV Fischbach in grau?!).
Jedes Spiel ein Derby, jeder Torschuss eine Duftmarke, jeder gewonnene Zweikampf eine Ansage, jede Grätsche eine Nachricht an die anderen Mannschaften: Ja, hier geht es nur um den Spaß an der Freude, aber schenken will man sich ja auch nichts!
Zwischendurch durfte auf den Ersatzbänken und auf der Zuschauertribüne das Fachsimpeln und das Phrasendreschen natürlich nicht fehlen. Wer aufmerksam zuhörte, wusste bald, dass „der schon mal höher gespielt“ hat oder dass jener „auch schon in der Jugend richtig gut war“. Dass Canton „auch echt schon überall gekickt hat“ oder dass „der Thalheimer aber auch immer richtig steht!“. Dass Exil-Chemnitzer Matthias Drawert nur aushilfsweise für die Ruppscher Reserve als Interimstrainer dabei war – weil Frank Borchert privaten Verpflichtungen nachkommen musste – und einem in seinem unvergleichlichen sächsischen Idiom erklärte: „Där Fränky, där macht däs ja überrooogend, obbo … ist halt üff’m Jünggesäll’nobschiehd! Doh mach isch däs halt, nisch wohr …!“
Dass Chakir Charaf auch im gesetzten Alter immer noch nicht aus seiner Haut kann („Was ein Ball!! Junge, was geht in deinem Kopf vor, wenn du so einen Ball spielst, ich kapier‘ das nicht …“) Dass niemand, aber auch wirklich NIEMAND verhungern muss, wenn die TuS Hornau ein Turnier organisiert („Brat hab‘ ich fertig, Rind dauert noch zwei Minuten. Mit Pommes oder ohne?“). Dass Spieler X offenbar Zusatzschichten im Fitnessstudio schiebt („Das ist eine Maschiiiiiine, der Typ!“), dass Spieler Y augenscheinlich etwas an Explosivität eingebüßt („Also, früher hätt‘ er den noch bekommen.“) bzw. seinen Zenit bereits überschritten hat. Dass man(n) in Fragen der Gesundheit im Zweifel der Frau vertrauen sollte („Schatz, bist du eingecremt?“), Stichwort: Sonnenbrand ante portas!, dass Trainer eigentlich nur verhinderte Kindergärtner sind („Hat denn keiner von euch die Bälle aus der Kabine mitgenommen?! Also, ich laufe jetzt NICHT zum dritten Mal hin und her …“). Dass die Ergebnisse im Grunde zweitrangig sind, solange das Turnier Spaß macht, sich keiner verletzt, guter Fußball geboten wird und die Trainer wissen, dass sie den Neuzugang auch problemlos auf mehreren Positionen einsetzen können. Dass es gemäß Bürgermeister Kündiger bald einen neuen Kunstrasen in Fischbach gibt – auf dem man ja vielleicht die nächste Stadtmeisterschaft austragen könnte. Und dass am Ende wieder Hornau gewinnt. Aber das weiß Gary Lineker bestimmt auch schon, selbst wenn er nicht die Kelkheimer Zeitung lesen sollte!
Folgende Mannschaften haben an dem Turnier teilgenommen
Gruppe 1: SG Kelkheim II, SV Ruppertshain II, SV Fischbach II, TUS Hornau III
Gruppe 2: SG Kelkheim I, SV Ruppertshain I, SV Fischbach I, TuS Hornau II.
In den Endspielen standen sich gegenüber:
SV Fischbach II – TuS Hornau III, Das Spiel gewann Hornau im Elfmeterschießen und ist somit Stadtmeister der Gruppe 1.
SG Kelkheim I – TuS Hornau II, Das Spiel gewann Hornau II mit 2:1 und ist somit Stadtmeister der Gruppe 2.


