Europas Wälder brennen – und auch im Taunus steigt die Gefahr Sperrung des Grillplatzes

Derzeit brennen Wälder auf der ganzen Welt. Die Löschhubschrauber und -flugzeuge sind im Dauereinsatz.Foto: pexels.com

Kelkheim (ju) – Es sind Bilder, die derzeit um die Welt gehen: Flammenwände in Frankreich, ausgebrannte Landstriche in Spanien, Evakuierungen in Griechenland und Löschflugzeuge, die im Minutentakt im Einsatz sind. Hunderttausende Menschen mussten in diesem Sommer bereits ihre Häuser verlassen, ganze Regionen kämpfen gegen Feuer, die sich durch Trockenheit und Wind rasend schnell ausbreiten.

Europa erlebt erneut einen Sommer der Ex-treme. Nach Angaben des europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS wurden seit Jahresbeginn bereits mehr als 254.000 Hektar Land durch Brände zerstört – deutlich mehr als im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig warnen Experten, dass die Waldbrandsaison längst nicht mehr im Hochsommer endet, sondern sich inzwischen bis weit in den Herbst hineinziehen kann.

Und auch wenn der Taunus weit entfernt von den großen Brandherden im Mittelmeerraum liegt: Die Entwicklung macht vor Deutschland nicht Halt. Durch die anhaltende Trockenheit ist die Gefahr von Wald- und Wiesenbränden derzeit auch in der Region sehr hoch.

Ein Funke genügt

Was in Südeuropa ganze Landschaften vernichtet, beginnt oft mit einer Unachtsamkeit: eine weggeworfene Zigarette, ein heißer Fahrzeugkatalysator im trockenen Gras oder ein nicht vollständig gelöschtes Lagerfeuer.

Gerade deshalb appellieren die Verantwortlichen an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein. Offenes Feuer im Wald oder auf Wiesen ist tabu. Ebenso sollte in Wäldern nicht geraucht und keine Zigarettenkippe aus dem Autofenster geworfen werden. Fahrzeuge gehören ausschließlich auf ausgewiesene Parkplätze – und niemals auf trockene Wiesen. Auch Zufahrten zu Waldgebieten müssen jederzeit freigehalten werden, damit Einsatzkräfte im Ernstfall schnell vor Ort sein können.

Die Warnungen kommen nicht von ungefähr. Der europäische Dürremonitor zeigt, dass sich die Trockenheit in weiten Teilen Mittel- und Westeuropas in den vergangenen Monaten verschärft hat. Auch Deutschland zählt zu den Ländern, in denen inzwischen Warn- und Alarmstufen erreicht werden.

Klimawandel verändert die Gefahr

Lange galten Waldbrände als Problem anderer Länder. Portugal, Spanien oder Griechenland – dort, so schien es, gehörten die Bilder von Flammen und Löschflugzeugen zum Sommer. Doch die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich das Risiko verschiebt.

Forscher sprechen inzwischen davon, dass Europa der sich am schnellsten erwärmende Kontinent ist. Hitzewellen werden häufiger, Böden trocknen schneller aus und selbst Regionen, die bislang als vergleichsweise sicher galten, geraten zunehmend in den Fokus.

Der Taunus ist zwar kein mediterraner Landstrich. Doch wer in diesen Tagen durch die Wälder geht, hört vielerorts das trockene Knacken unter den Schuhsohlen. Wiesen verfärben sich gelb, kleinere Bäche führen weniger Wasser und die Natur wartet vielerorts sehnsüchtig auf ergiebigen Regen.

Die Feuer, die in diesem Sommer in Europa wüten, sind deshalb auch eine Mahnung: Was heute noch weit weg erscheint, könnte morgen vor der eigenen Haustür beginnen.

Im Ernstfall zählt jede Minute

Sollte es trotz aller Vorsicht zu einer Rauchentwicklung oder einem Brand kommen, gilt: Keine Zeit verlieren. Wer im Bereich von Wald oder Wiesen Feuer entdeckt, sollte unverzüglich die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 verständigen. Kleinere Entstehungsbrände können nur dann selbst gelöscht werden, wenn dabei keine Gefahr für die eigene Person besteht.

Denn eines zeigen die Bilder aus Frankreich und Spanien derzeit eindrucksvoll: Aus einem kleinen Funken kann innerhalb weniger Minuten eine Katastrophe werden.

Eppenhain (kez) – Wegen der anhaltenden Trockenheit und der dadurch erhöhten Waldbrandgefahr ist der Grillplatz am Atzelbergturm ab sofort gesperrt.



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