Münster (kez) – In Münster sind Mitte September, zwei junge Männer im Alter von 19 und 21 Jahren festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht, als sogenannte Abholer an einer Betrugstat mit falschen Polizeibeamten beteiligt gewesen zu sein. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Westhessen ermitteln wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.
Ausgangspunkt war ein Anruf bei einem 82-jährigen Kelkheimer. Ein Unbekannter gab sich als Angehöriger der Kriminalpolizei Frankfurt aus und behauptete, in Kelkheim habe es eine Einbruchsserie gegeben. Im weiteren Gespräch fragten die Täter nach den Wertgegenständen des Seniors und erklärten, diese im Auftrag der Staatsanwaltschaft sichern zu wollen. Der Kelkheimer durchschaute die Masche und informierte die Polizeistation Kelkheim. Anschließend ging er zum Schein auf die weiteren Anweisungen der Täter ein und stellte ein Behältnis mit vermeintlichen Wertgegenständen vor seiner Wohnung zur Abholung bereit.
Gegen 14.15 Uhr griffen die Ermittler zu. Die beiden 19 und 21 Jahre alten Tatverdächtigen wurden widerstandslos festgenommen. Bei dem Amtsgericht Frankfurt wurde für beide der Erlass eines Haftbefehls beantragt. Die Ermittlungen dauern an.
Polizei warnt vor der Masche
Die Polizei weist darauf hin, dass sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände abholt oder zur Sicherung entgegennimmt. Auch Staatsanwaltschaften und andere Behörden fordern nicht telefonisch dazu auf, Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände bereitzulegen und an fremde Personen zu übergeben.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und selbstständig die örtliche Polizeidienststelle oder im Notfall die 110 wählen. Wichtig: Zunächst selbst auflegen und erst danach zurückrufen. Die Polizei rät außerdem, am Telefon keine Angaben zu Vermögen oder Wertgegenständen zu machen und niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte zu übergeben.